
„Generation Deutschland" startet in Hessen – und das linke Protesttheater läuft wie geschmiert
In Fulda hat die AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland" am Samstag ihren hessischen Landesverband aus der Taufe gehoben. Rund 50 Teilnehmer versammelten sich im Bürgerhaus des Stadtteils Johannesberg, um die Nachfolge der aufgelösten Jungen Alternative (JA) auf Landesebene zu institutionalisieren. Dass dieser demokratische Vorgang von massiven Gegenprotesten begleitet wurde, überrascht in der heutigen politischen Landschaft niemanden mehr – und sagt viel über den Zustand der viel beschworenen „Demokratie" in diesem Land aus.
Neue Strukturen, engere Anbindung
Die Generation Deutschland unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von ihrer Vorgängerin: Sie ist als rechtlich unselbstständige Teilorganisation der AfD konzipiert. Nur AfD-Mitglieder dürften ihr angehören. Ein kluger Schachzug. Denn die Junge Alternative, die sich am 31. März 2025 selbst aufgelöst hatte, war vom Bundesamt für Verfassungsschutz als „gesicherte rechtsextremistische Bestrebung" eingestuft worden – ein Stigma, das die Mutterpartei erheblich belastete. Die neue Struktur soll solche Alleingänge verhindern und die Parteijugend enger an die Linie der Bundespartei binden.
Als erster Vorsitzender des hessischen Landesverbandes sei der 27-jährige Nafiur Rahman aus Bad Vilbel im Gespräch gewesen. Der Kfz-Prüfingenieur, der erst vor wenigen Wochen bei den Kommunalwahlen sowohl ins Stadtparlament als auch in den Kreistag gewählt wurde, gehöre bereits dem Bundesvorstand der Generation Deutschland als Beisitzer an. Verfassungswidrige Äußerungen seien von ihm nicht bekannt. Allerdings habe er auf seinem X-Account mehrfach Inhalte des als rechtsextremistisch eingestuften Influencers Martin Sellner geteilt – was in der aufgeheizten Debattenkultur natürlich sofort als Munition dient.
Der Bundesvorsitzende und prominente Gäste
Angereist war auch der Bundesvorsitzende der Organisation, der brandenburgische Landtagsabgeordnete Jean-Pascal Hohm. Ebenso die EU-Abgeordnete Christine Anderson, die sich seit Jahren als unbequeme Stimme im Europäischen Parlament einen Namen gemacht hat. Als Vize-Landesvorsitzender sei der hessische Landtagsabgeordnete Pascal Schleich im Gespräch gewesen. Auch der frühere JA-Funktionär Dominik Asch habe seine Kandidatur angekündigt.
Die Gründung des Bundesverbandes der Generation Deutschland war bereits Ende November 2025 erfolgt – damals in Gießen, begleitet von Protesten, an denen angeblich rund 25.000 Menschen teilgenommen hätten. Man darf sich fragen, ob diese Zahlen der Realität entsprechen oder ob hier – wie so oft – großzügig aufgerundet wurde, um die eigene Mobilisierungskraft eindrucksvoller erscheinen zu lassen.
90 Organisationen gegen 50 Teilnehmer – die Verhältnismäßigkeit des Protests
Und hier wird es geradezu grotesk. Mehr als 90 Organisationen riefen zur Gegendemonstration unter dem Motto „Fulda steht auf" auf. Mehrere Hundert Personen versammelten sich eine Stunde vor Kongressbeginn zu einem Demonstrationszug. Der Landesausländerbeirat, der Paritätische Wohlfahrtsverband Hessen, der DGB Hessen-Thüringen – sie alle mobilisierten zu einem sogenannten „Demokratiefest". Selbst kirchliche Organisationen erklärten ihre Teilnahme am Protest.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Über 90 Organisationen formieren sich gegen eine Versammlung von rund 50 jungen Menschen, die nichts anderes tun, als ihr demokratisches Recht auf politische Organisation wahrzunehmen. Ist das die vielzitierte Toleranz, die man in diesem Land so gerne predigt? Oder ist es nicht vielmehr ein Einschüchterungsversuch, der junge Menschen davon abhalten soll, sich politisch zu engagieren – sofern sie es auf der „falschen" Seite des Spektrums tun?
Der Verfassungsschutz als politisches Instrument
Besonders aufschlussreich ist die Rolle des Verfassungsschutzes in diesem Zusammenspiel. Die AfD Hessen wird im Kontext der bundesweiten Einstufung als Verdachtsfall beobachtet. Die Generation Deutschland selbst sei bislang nur in Nordrhein-Westfalen als Verdachtsfall eingestuft. Der hessische Verfassungsschutzbericht erwähne die Mutterpartei nicht explizit, wohl aber die ehemalige JA.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Verfassungsschutz in Deutschland zunehmend als politisches Werkzeug missbraucht wird. Statt sich auf die tatsächlichen Bedrohungen für die innere Sicherheit zu konzentrieren – und davon gibt es in diesem Land wahrlich genug –, scheint man sich mit Vorliebe auf die größte Oppositionspartei einzuschießen. Bundesinnenminister Dobrindt hatte bereits seine Erwartung geäußert, die neue AfD-Jugend werde sich dem Extremismus zuwenden. Eine bemerkenswerte Vorverurteilung, die eines Rechtsstaates unwürdig ist.
Ein Zeichen der Erneuerung
Ungeachtet aller Widerstände zeigt die Gründung des hessischen Landesverbandes, dass die AfD aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Die engere Anbindung an die Mutterpartei, die klare Abgrenzung von der Identitären Bewegung – gegen die ein Unvereinbarkeitsbeschluss besteht – und die Auswahl gemäßigter Führungspersönlichkeiten deuten auf einen pragmatischeren Kurs hin. Ob dieser Kurs Bestand haben wird, bleibt abzuwarten.
Eines jedoch steht fest: In einer funktionierenden Demokratie muss es möglich sein, dass junge Menschen sich politisch organisieren, ohne von einem Heer aus Gegenprotestlern, medialer Vorverurteilung und geheimdienstlicher Beobachtung drangsaliert zu werden. Wer ständig „Demokratie" ruft, aber gleichzeitig alles dafür tut, missliebige politische Meinungen zu unterdrücken, der hat das Wesen der Demokratie nicht verstanden – oder will es bewusst aushöhlen.

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