
Generationen-Graben: Ü70 will Rot-Rot-Grün, die Mitte Blau-Schwarz!

Eine neue INSA-Umfrage zeigt einen tiefen Riss quer durch die Altersgruppen. Die Demoskopen ließen die Befragten zwischen zwei gedachten Regierungen wählen: einem Bündnis aus AfD und Union und einem aus SPD, Grünen und Linkspartei. Bei den über 70-Jährigen liegt Rot-Rot-Grün mit 42 zu 22 Prozent klar vorn. Die arbeitende Mitte der Gesellschaft sieht das ganz anders.
Wer arbeitet, wählt anders
Am deutlichsten fällt das Ergebnis bei den 50- bis 59-Jährigen aus. Dort sprechen sich laut Umfrage 38 Prozent für Blau-Schwarz aus, nur 25 Prozent für das linke Dreierbündnis. Bei den 40- bis 49-Jährigen steht es 41 zu 31 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen immerhin noch 34 zu 31 Prozent.
Das sind genau die Jahrgänge, die Steuern und Sozialabgaben zahlen, Kredite abstottern und Kinder großziehen. Sie spüren Energiepreise, Inflation und Abgabenlast am eigenen Konto. Dass gerade sie einen Kurswechsel wollen, ist kein Zufall.
Bei den Jüngsten sieht es wieder anders aus. Unter den 18- bis 29-Jährigen kommt Rot-Rot-Grün auf 45 Prozent, Blau-Schwarz auf 36. Bei den 30- bis 39-Jährigen gibt es ein Patt: jeweils 41 Prozent.
Ein Land, zwei Lager und viele Unentschlossene
Bundesweit liegen beide Modelle fast gleichauf. 36 Prozent bevorzugen das linke Bündnis, 35 Prozent die Koalition aus AfD und Union. Bemerkenswerte 29 Prozent machten keine Angabe oder konnten sich nicht entscheiden.
Auch zwischen den Geschlechtern verläuft eine Linie. Männer ziehen Blau-Schwarz mit 40 zu 35 Prozent vor, Frauen dagegen Rot-Rot-Grün mit 37 zu 29 Prozent. Im Osten liegt Blau-Schwarz mit 40 zu 30 Prozent vorn, im Westen das linke Lager mit 37 zu 33 Prozent.
Die Basis der Union ist gespalten
Brisant für das Konrad-Adenauer-Haus: Unter den eigenen Anhängern entscheiden sich 33 Prozent für ein Bündnis mit der AfD, nur 25 Prozent für Rot-Rot-Grün. 42 Prozent legen sich nicht fest. Bei FDP-Anhängern liegt Blau-Schwarz mit 49 zu 17 Prozent vorn, bei BSW-Anhängern mit 38 zu 20 Prozent. Von den AfD-Anhängern wollen 84 Prozent eine Koalition mit der Union.
Die Mehrheit ist da, aber die Brandmauer steht
Jetzt wird es politisch heikel. Nach der aktuellen INSA-Sonntagsfrage kommt die AfD auf 29,5 Prozent, CDU und CSU erreichen nur noch 19 Prozent. Zusammen wären das 48,5 Prozent und nach Berechnung des Instituts eine parlamentarische Mehrheit. SPD und Grüne liegen bei jeweils 14 Prozent, die Linke bei zehn. Rot-Rot-Grün hätte damit keine Mehrheit.
Bundeskanzler Friedrich Merz schließt eine Zusammenarbeit mit der AfD jedoch aus. Die Union ist damit in einer Lage, die man kaum bequem nennen kann. Mit 19 Prozent ist sie weit entfernt vom Anspruch einer Volkspartei, und sie regiert mit einer SPD, die selbst nur noch bei 14 Prozent liegt. Viele Wähler der Mitte dürften sich fragen, wie lange dieser Spagat noch gut geht.
Was die Zahlen verraten
Die Umfrage zeigt zweierlei. Erstens hat sich die Statik der deutschen Parteienlandschaft massiv verschoben: Die AfD liegt inzwischen um mehr als zehn Punkte vor der Union. Zweitens gibt es bei der Frage nach der richtigen Richtung keinen Generationenkonsens, sondern einen Graben.
Ausgerechnet die Leistungsträger zwischen 40 und 69 wollen am klarsten einen Bruch mit dem bisherigen Kurs. Für die Koalition aus Union und SPD, die mit Rekordschulden und einem 500-Milliarden-Sondervermögen regiert, ist das ein deutliches Warnsignal. Die Rechnung für diese Politik zahlen am Ende genau diese Jahrgänge und ihre Kinder.
Kostenloses Live-Webinar
Der Great Reset fürs Geldsystem
Was sich bis 2029 an Ihrem Geld ändert und was Sie vorher tun können.

PeterHahne
ErnstWolff
Dr.Brandenburg
Prof. Dr.Polleit
MichaelMross
OutdoorChiemgau
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













