
Geschichtsvergessen: Großbritannien verbannt Winston Churchill von seinen Banknoten
Was kommt dabei heraus, wenn eine Nation ihre größten historischen Persönlichkeiten von den Geldscheinen tilgt? Offenbar Otter, Dachse und Eichhörnchen. Die Bank of England hat angekündigt, sämtliche historische Figuren von den britischen Banknoten zu entfernen – darunter ausgerechnet Winston Churchill, den Mann, der Großbritannien durch seine dunkelste Stunde führte und maßgeblich dazu beitrug, Europa vom Nationalsozialismus zu befreien.
Vom Kriegshelden zum Auslaufmodell
Churchill ziert derzeit den 5-Pfund-Schein. Doch damit soll bald Schluss sein. Die britische Zentralbank plant eine komplett neue Banknotenserie, auf der keine berühmten Persönlichkeiten mehr erscheinen werden. Stattdessen sollen heimische Wildtiere die Rückseiten der Scheine schmücken. Füchse, Biber, Robben oder eben Otter – die Briten dürfen in einer Umfrage selbst entscheiden, welche Kreaturen künftig ihre Geldbörsen bevölkern sollen.
Nicht nur Churchill trifft es. Auch die Schriftstellerin Jane Austen auf dem 10-Pfund-Schein, der bedeutende Maler J. M. W. Turner auf dem 20-Pfund-Schein und der Informatikpionier Alan Turing auf dem 50-Pfund-Schein werden dem Rotstift zum Opfer fallen. Eine ganze Galerie britischer Geistesgrößen – ausradiert zugunsten der Fauna.
Wenn Zeitgeist auf Tradition trifft
Die Begründung der Bank of England klingt zunächst technisch nüchtern. Die Hauptkassiererin Victoria Cleland erklärte, der primäre Grund für neue Banknoten sei stets die Verbesserung des Fälschungsschutzes. Gleichzeitig biete ein Redesign die Gelegenheit, verschiedene Aspekte des Vereinigten Königreichs hervorzuheben. Verschiedene Aspekte – nur eben keine historischen mehr.
Die Entscheidung stützt sich auf eine Befragung aus dem vergangenen Jahr, bei der rund 44.000 Rückmeldungen eingingen. Etwa 60 Prozent der Teilnehmer hätten sich demnach für Naturmotive ausgesprochen. Man darf sich allerdings fragen, wie repräsentativ eine solche Umfrage tatsächlich ist – und ob die Fragestellung möglicherweise bereits in eine bestimmte Richtung lenkte. 44.000 Teilnehmer bei einer Bevölkerung von knapp 68 Millionen Menschen sind kaum ein überwältigendes Mandat für einen derart symbolträchtigen Schritt.
Begeisterung bei den „Experten"
Wenig überraschend wird die Idee von einigen sogenannten Experten enthusiastisch begrüßt. Der Vogelbeobachter Nadeem Perera, Mitglied eines Beratungsgremiums für Wildtiermotive bei der Bank of England, bezeichnete den Schritt als „bedeutsam" und sogar „überfällig". Überfällig – als hätte Churchill auf dem Geldschein die britische Gesellschaft in irgendeiner Weise belastet. Man reibt sich verwundert die Augen.
Einzig König Charles III. wird als Staatsoberhaupt weiterhin auf der Vorderseite der Banknoten abgebildet bleiben. Er wäre damit die letzte menschliche Figur auf britischem Papiergeld. Eine bemerkenswerte Symbolik: Der amtierende Monarch bleibt, doch die Giganten der Geschichte müssen weichen.
Ein Symptom unserer Zeit
Was auf den ersten Blick wie eine harmlose gestalterische Entscheidung wirkt, offenbart bei genauerem Hinsehen einen beunruhigenden Trend. Überall in der westlichen Welt werden historische Persönlichkeiten zunehmend nach den Maßstäben heutiger Moralvorstellungen beurteilt – und für zu leicht befunden. Churchill, der zweifellos eine komplexe historische Figur war, wird in bestimmten Kreisen seit Jahren wegen seiner Haltung zum Kolonialismus kritisiert. Dass ausgerechnet er nun von den Banknoten verschwindet, dürfte kein Zufall sein.
Es ist ein Muster, das sich auch in Deutschland beobachten lässt: Die systematische Entwertung historischer Leistungen, das Schleifen von Denkmälern – ob real oder symbolisch –, die Unfähigkeit oder der Unwille, die eigene Geschichte in ihrer Gesamtheit anzuerkennen. Wer seine Helden vergisst, verliert seine Identität. Und wer Churchill durch einen Otter ersetzt, der hat offenbar bereits vergessen, wofür dieser Mann einst stand.
Die neuen Banknoten sollen in einigen Jahren in Umlauf kommen. Bis dahin bleibt den Briten immerhin noch etwas Zeit, sich zu fragen, ob sie wirklich in einem Land leben möchten, dessen Geldscheine mehr über seine Tierwelt aussagen als über seine Geschichte. Denn eines ist sicher: Kein Otter hat jemals die Freiheit Europas verteidigt.
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