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Gewaltwelle in Potsdam: Hilft gegen Jugendbanden nur noch Pädagogik?

Gewaltwelle in Potsdam: Hilft gegen Jugendbanden nur noch Pädagogik?
Symbolbild: KI-generiert

Raubüberfälle, Erpressung, Erniedrigung: In Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam bringen gewaltbereite Jugendgruppen seit Wochen ganze Stadtviertel gegen sich auf. Medienberichten zufolge sollen vor allem syrische Jugendliche beteiligt sein. Stadt und Land reagieren mit Taskforces und Sicherheitskonferenzen. Viele Eltern fragen sich, ob das reicht.

Wenn Kinder vor ihren Peinigern knien müssen

Die Schilderungen sind beklemmend. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) berichtete in einem Interview, die Täter hätten ihre Opfer aufgefordert, sich hinzuknien. Es geht um Raub, um Erpressung und um gezielte Demütigung von Gleichaltrigen. Anderen Berichten zufolge sollen die Gruppen sogar versucht haben, Partys in den Villenvierteln der Stadt zu stürmen.

Auch im Plattenbauviertel Schlaatz wächst die Angst. Anwohner erzählen von Raub und Messerangriffen. Laut Medienberichten ermittelt die Polizei gegen rund 25 Jugendliche, mehrere sitzen in Untersuchungshaft. Ein Grund für die Haft sei gewesen, so Redmann, dass mutmaßliche Täter Zeugen mit Gewalt gedroht hätten. Viele Opfer erstatteten trotzdem Anzeige. Das verdient Respekt.

Ein Problem, das nicht vom Himmel fiel

Neu ist das alles nicht. Nach Angaben des Innenministers fallen in Potsdam schon seit 2024 vermehrt migrantisch geprägte Jugendgruppen bei der Polizei auf. Die Polizei spricht nicht von einer fest organisierten Bande, sondern von losen Gruppierungen. Für die Opfer dürfte das ein schwacher Trost sein.

Die Stadt unter Oberbürgermeisterin Noosha Aubel richtete Mitte Oktober eine „Taskforce Jugendgewalt“ ein. Sie trifft sich wöchentlich, erstellt ein Lagebild und soll bei Bedarf mehr Streifen des Ordnungsamtes anordnen. Parallel läuft eine Ermittlungsgruppe der Polizei. Klingt nach Tatkraft. Doch Gremien allein haben noch keinen Schläger gestoppt.

Was die Familien wirklich erleben

Laut Berichten beklagen Familien eine bittere Realität: Tatverdächtige würden zur Wache gebracht und kurz darauf wieder laufen gelassen. Die Opfer warteten dann monatelang auf ihre Zeugenvernehmung, während die mutmaßlichen Täter frei herumliefen. Welche Botschaft kommt da wohl an?

Dazu kommt das deutsche Aufenthaltsrecht. Es stellt Minderjährige bei Ausweisungen unter besonderen Schutz. Redmann kündigte zwar an, Abschiebungen zu prüfen. Sozialminister René Wilke (SPD) veranlasste beschleunigte Prüfungen des Schutzstatus. Ob am Ende tatsächlich jemand das Land verlassen muss, ist aber offen.

Härte oder Stuhlkreis?

Redmann gibt sich entschlossen. Wörtlich sagte er:

„Täter müssen Konsequenzen spüren, und zwar gerade jugendliche Täter sehr schnell.“

Die Landtagsabgeordnete Melanie Matzies (WfB-Gruppe) forderte Berichten zufolge spürbare Konsequenzen direkt nach der Tat. Dazu brauche es aber auch intensive Pädagogik und echte Prävention. Die Potsdamer Grünen wollen eine Präventionsoffensive an Schulen und mehr Sozialarbeiter auf der Straße. Gleichzeitig werfen sie dem Innenminister eine „migrationspolitische Überbietungsschlacht“ vor. Die Linke meint, die Herkunft der Tatverdächtigen erkläre die Gewalt nicht.

Die Bürger zahlen die Zeche

Aus Sicht unserer Redaktion ist Potsdam kein Einzelfall, sondern ein Symptom. Die Polizeiliche Kriminalstatistik meldet bundesweit Rekordwerte, Messerangriffe nehmen deutlich zu. Kritiker der Migrationspolitik der vergangenen Jahre sehen darin die Quittung für eine unkontrollierte Zuwanderung, für einen schwachen Rechtsstaat und für Behörden, die zu oft zögern.

Sozialarbeit kann helfen, wenn sie früh ansetzt. Wer aber Gleichaltrige zum Knien zwingt und Zeugen bedroht, für den kommt ein Gesprächsangebot zu spät. Er muss erfahren, dass der Staat ernst macht: mit schnellen Verfahren, mit Haft, wo das Gesetz sie zulässt, und mit konsequenter Ausweisung, wo sie rechtlich möglich ist.

Die Bürger in Potsdam erwarten zu Recht, dass ihre Kinder ohne Angst durch die eigene Stadt laufen können. Das ist kein überzogener Wunsch. Es ist die Grundaufgabe eines Staates, der seine Bürger schützt.

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