
Gold als Beute der Terrormilizen: Wie islamistische Kämpfer die Minengebiete Westafrikas in ihre Gewalt bringen

Während die Welt gebannt auf die Explosion des Goldpreises jenseits der 4.700-Dollar-Marke blickt, spielt sich in den staubigen Weiten der zentralen Sahelzone ein düsteres Drama ab. Dort, wo das gelbe Metall aus dem Boden geholt wird, herrscht längst nicht mehr allein der Staat. Vielmehr strecken islamistische Terrormilizen ihre Finger nach den Goldregionen aus – und verwandeln ganze Landstriche in umkämpftes Terrain.
Der Terror folgt dem Gold
Nach neuen Erkenntnissen des Konfliktbeobachters ACLED weiten bewaffnete Gruppen – allen voran die mit al-Qaida verbundene Jama'at Nusrat al-Islam wal-Muslimin – ihre Aktivitäten systematisch auf die Bergbaugebiete Burkina Fasos, Malis und Nigers aus. Straßen, Dörfer und Handelsnetze im Umkreis von rund zehn Kilometern um die Minenkonzessionen geraten ins Visier. Und das Erschreckende: Rund 90 Prozent aller erfassten Vorfälle drehten sich demnach um Gold. Wer geglaubt hatte, es gehe den Fanatikern nur um Ideologie, wird eines Besseren belehrt. Es geht ums Geld. Es geht um Macht. Es geht um die Kontrolle über einen der wertvollsten Rohstoffe unserer Zeit.
Mali und Burkina Faso zählen zu den größten Goldproduzenten des afrikanischen Kontinents. Konzerne wie Barrick Mining, B2Gold, Endeavour Mining und Allied Gold fördern hier – und stehen nun vor der bitteren Erkenntnis, dass ihre Investitionen auf einem Pulverfass ruhen.
Ein Goldrausch, der die Falschen bereichert
Der ACLED-Analyst Heni Nsaibia bringt es auf den Punkt: Der Goldrausch der Region eröffne den bewaffneten Gruppen völlig neue Möglichkeiten, Einnahmen zu generieren, Kämpfer zu rekrutieren und ihren Einfluss auszubauen. Die Minengebiete, so formuliere er es, seien zu Räumen geworden, in denen wirtschaftliche Aktivität, Sicherheit, Herrschaft und bewaffneter Widerstreit aufeinanderprallen würden.
Was mit Angriffen auf Personal, Infrastruktur oder Transportwege beginne, könne sich zu einem umfassenden Kampf um Bewegungsfreiheit, territoriale Kontrolle und den Zugang zu Ressourcen auswachsen.
Interessant dabei: Die Milizen scheuen offenbar den direkten Angriff auf die großen industriellen Minen. Zu teuer, zu riskant. Stattdessen konzentrieren sie sich auf die kleineren, halbmechanisierten Betriebe – leichtere und häufigere Beute. Genau dort häuften sich laut Nsaibia auch die Entführungen chinesischer Arbeiter, gut ein Dutzend Vorfälle mit Dutzenden chinesischer Staatsbürger allein im vergangenen Jahr.
Was das für den Anleger bedeutet
Selbst chinesische Unternehmen, die für ihre bemerkenswert hohe Toleranz gegenüber unsicheren Verhältnissen bekannt sind, würden angesichts von Lösegeldforderungen und zähen Verhandlungen zunehmend vorsichtig, so der Analyst. Die Risiken reichten längst über die reine physische Sicherheit hinaus – Fragen des Zugangs und der Logistik träten in den Vordergrund.
Und hier liegt die eigentliche Lehre für jeden nüchtern denkenden Anleger: Papierversprechen auf Gold – etwa in Form von Minenaktien oder komplexen Fonds – sind eben genau das, was sie sind: Versprechen. Sie hängen an Förderquoten, an politischer Stabilität, an der Willkür von Regierungen, die ihre Minen verstaatlichen, und an Terrormilizen, die ganze Regionen destabilisieren. Wer sein Vermögen an solche Konstrukte kettet, muss sich der geopolitischen Abhängigkeiten bewusst sein.
Ganz anders verhält es sich mit dem physischen Edelmetall im eigenen Besitz. Eine Goldmünze im Tresor kennt weder Konzessionsgrenzen noch Bürgerkriege, weder Verstaatlichungsdekrete noch Lösegeldverhandlungen. Sie ist einfach da – wertbeständig und krisenfest. Gerade in einer Welt, in der die Konflikte von der Sahelzone bis zur Straße von Hormus eskalieren, zeigt sich der wahre Charakter des Goldes als Fluchtwährung. Nicht umsonst schießen die Notierungen derzeit von Rekord zu Rekord.
Die stille Botschaft der Krisen
Der Terror in Westafrika ist nur ein weiteres Kapitel in einer Welt, die aus den Fugen gerät. Und während politische Eliten in Berlin und Brüssel lieber über Genderfragen und Klimaneutralität im Grundgesetz debattieren, als sich um die realen Verwerfungen der Weltwirtschaft zu kümmern, bleibt dem umsichtigen Bürger nur eines: die eigene Vorsorge in die eigene Hand zu nehmen. Physische Edelmetalle bleiben dabei ein bewährter Anker – als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten und krisensicheren Vermögensportfolio.
Haftungsausschluss: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er ersetzt keine individuelle Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig ausreichend zu informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Investitionen in jegliche Anlageklassen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden.
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