
Halloween-Demo-Alarm: Polizei fürchtet die Krawall-Kostüme der Gen Z!

Masken, Spielzeugpistolen, Zehntausende junge Leute auf der Straße: Am 31. Oktober will die Initiative „Gen Z regelt“ in 23 deutschen Städten demonstrieren, und zwar ausgerechnet an Halloween. Polizisten und Innenminister warnen, dass Kostüme das Vermummungsverbot aushebeln könnten. Vorbild der Bewegung sind die Proteste in Frankreich, wo Schulen und ein Rathaus brannten.
Gruselkostüm oder Tarnkappe?
Auf ihrer Webseite meldet die Initiative nach eigenen Angaben schon knapp 50.000 Anmeldungen. In ihrem Telegram-Kanal heißt es, Halloween-Kostüme seien „erwünscht“. Zugleich verlangen die Organisatoren, dass das Gesicht wegen des Vermummungsverbots „bei Kontrollen jederzeit zweifelsfrei erkennbar sein“ müsse. Offiziell gilt dort außerdem: „Null Toleranz für Krawall“.
Ob sich die Menge in der Halloween-Nacht daran hält? Daran zweifeln die Sicherheitsbehörden offenbar ernsthaft. Auf TikTok und Instagram kursieren Videos mit vermummten Jugendlichen, die zum Mitmachen aufrufen. Manche Clips zeigen Straßenschlachten mit der Polizei in Frankreich, andere setzen auf KI-generierte Schreckensbilder.
„Alles ist möglich“: Die Polizei ist alarmiert
Jochen Kopelke, Bundeschef der Gewerkschaft der Polizei, sagte gegenüber t-online, man habe an Halloween schon in den vergangenen Jahren Probleme gehabt. Hinzu kämen die Spielzeugwaffen, die zu vielen Verkleidungen gehören. Ob eine Pistole echt ist, sei im Einsatz kaum zu erkennen.
„Spontane Versammlung, gewalttätiger Protest oder doch nur ein Kostüm: Alles ist möglich.“
Auch die Stuttgarter Polizei rechnet damit, dass Masken zur Tarnung dienen könnten. Ihr Sprecher sagte, eine offiziell angemeldete Veranstaltung sei ihm bisher nicht bekannt. Vorbereiten wolle man sich trotzdem. In Hamburg will die Polizei Medienberichten zufolge am Halloween-Abend sogar Drohnen einsetzen.
Innenminister sprechen von Gewaltaufrufen
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte gegenüber Table.Briefings, im Internet gebe es offensichtlich erste Aufrufe zur Gewalt und Hinweise darauf, dass nicht nur friedlich demonstriert werden solle. Die Polizei werde konsequent einschreiten. Sein baden-württembergischer Amtskollege Manuel Hagel (CDU) will nach eigenen Worten „Protesttourismus“ in seinem Land verhindern. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums warnte laut epd vor einer gewaltbereiten extremistischen Szene, die solche Proteste für sich nutze. Der Verfassungsschutz beobachte die einschlägigen Internetportale.
Wer zieht hier die Fäden?
Laut Impressum verantwortet ein 18-jähriger Abiturient aus Bayern die Initiative. Gegenüber der dpa betonte er, man distanziere sich klar von jeder Form der Gewalt. Zu den Gesichtern der Bewegung zählt Berichten zufolge auch ein Moderator des öffentlich-rechtlichen Jugendsenders Fritz. Für Kritiker des gebührenfinanzierten Rundfunks ist das ein heikles Detail.
Nach Medienberichten geht es den Demonstranten unter anderem um Bildung, bezahlbares Leben und die Ablehnung der Wehrpflicht. Linken-Chefin Ines Schwerdtner sprang ihnen bei: „Was in Frankreich funktioniert, die verschiedenen Bewegungen zu verbinden, müssen wir auch in Deutschland machen.“ Was dort „funktioniert“ hat, sind allerdings brennende Schulen, Plünderungen und Angriffe auf Lehrer und Polizisten.
Fünf von 23: Die Verantwortung bleibt im Dunkeln
Besonders brisant: Laut Bericht hat die Initiative nur fünf der 23 Demonstrationen angemeldet. Wer bei den übrigen 18 die Verantwortung trägt, ist weitgehend unklar. Auf der Webseite heißt es, für die einzelnen Versammlungen seien die Anmelder vor Ort zuständig.
Überparteilich und gewaltfrei wolle man sein, versichern die Organisatoren. Am Ende müssen aber wieder die Polizisten auf der Straße sortieren, wer protestiert, wer feiert und wer Steine wirft. Wo die Verantwortlichen so schwer zu greifen sind, landet das Risiko wie so oft bei den Beamten und bei den Bürgern, deren Geschäfte, Autos und Schulen am 31. Oktober hoffentlich unversehrt bleiben.

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