
Hedgefonds-Beben: Schlimmster Einbruch seit über 20 Jahren!
Die klügsten Köpfe der Wall Street haben sich verzockt. Laut einer Analyse von Goldman Sachs erlebten Hedgefonds im Juli 2026 ihre schwächste Monatsentwicklung gegenüber dem S&P 500 seit mehr als 20 Jahren Datenhistorie. Der Auslöser: Die große KI-Wette kippte – und mit ihr die beliebtesten Depotpositionen der Profis.
Wenn alle dasselbe kaufen, wird es gefährlich
Im Zentrum steht Goldmans sogenannte "Hedge Fund VIP"-Liste – ein Korb jener Aktien, die bei fundamental gesteuerten Hedgefonds am häufigsten unter den zehn größten Positionen auftauchen. Genau dieser Korb blieb im Juli so weit hinter dem breiten Markt zurück wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen.
Die Goldman-Strategen sprechen zudem von einer der heftigsten Entschuldungswellen des vergangenen Jahrzehnts. Auf Neudeutsch: De-Grossing. Fonds reduzierten reihenweise Positionen in KI-Aktien, darunter viele Halbleiterwerte und die meisten Mega-Caps.
"Funds trimmed positions in a number of AI stocks, including many semiconductors and most of the mega-caps" – aus der Goldman-Analyse.
Vom "all in on AI" zur Notbremse
Noch im zweiten Quartal war die Stimmung euphorisch. Die Fonds gingen laut Goldman praktisch vollständig auf die KI-Karte, der Portfolioumschlag erreichte den höchsten Stand seit 2021, das sogenannte Crowding – also die Überfüllung identischer Positionen – kletterte auf ein Rekordniveau. Von den 20 "Rising Stars" mit dem stärksten Popularitätszuwachs stammten 14 aus dem Technologiesektor.
Dann drehte der Wind. Marktberichten zufolge unterschritt der VIP-Korb den Markt im Juli um rund zwölf Prozentpunkte, die Volatilität des Momentum-Faktors erreichte den höchsten Stand außerhalb einer Rezession seit 45 Jahren. In Asien sollen Hedgefonds ihre Bestände acht Handelstage in Folge abgebaut haben – Südkoreas Kospi verlor an einem einzigen Tag fast elf Prozent.
Der Hebel bleibt hoch – das Risiko auch
Beruhigung? Nur bedingt. Zwar sind Brutto- und Nettohebel sowie die KI-Quote von ihren Höchstständen aus dem zweiten Quartal zurückgekommen. Sie liegen laut Goldman aber weiterhin über den langfristigen Durchschnitten. Und trotz allen Getöses steht bei US-Aktien-Long/Short-Fonds bis Mitte August ein Plus von zehn Prozent.
Für Privatanleger ist das die eigentliche Lehre: Wenn hochbezahlte Profis mit Milliardenapparat, Prime-Broker-Anbindung und Echtzeitdaten binnen weniger Wochen derart auf dem falschen Fuß erwischt werden, ist die Vorstellung vom sicheren Trend ein Trugschluss. Fremdkapital verstärkt Gewinne – und beschleunigt Verluste.
Was Sachwerte in solchen Phasen leisten
Bemerkenswert ist der Kontrast: Während gehebelte Technologiewetten im Juli abrissen, kaufen Notenbanken weiter Gold. Allein im ersten Quartal 2026 sollen es netto rund 244 Tonnen gewesen sein. Der Goldpreis notiert nach seinem Rekord vom Januar bei rund 5.598 US-Dollar zwar deutlich tiefer, hält sich Marktdaten zufolge aber weiter oberhalb der Marke von 4.300 Dollar je Unze.
Physische Edelmetalle kennen keinen Margin Call. Sie sind kein Renditeversprechen, wohl aber ein Gegengewicht – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen, wenn Momentum-Strategien reihenweise ins Rutschen geraten.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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