
Hormuz blockiert, Weltwirtschaft am Abgrund: Sachs und Carlson zerlegen die Kriegspropaganda

Wenn ein Ökonom vom Format eines Jeffrey Sachs gemeinsam mit dem unbequemsten Interviewer Amerikas, Tucker Carlson, vor die Kamera tritt, dann ist das selten ein Plauderstündchen. Es ist ein Alarmsignal. Und genau ein solches haben die beiden am 24. April 2026 gesendet – mit einer Wucht, die in den westlichen Mainstream-Redaktionen offenbar niemand hören möchte.
Die Lebensader der Weltwirtschaft – mit einem Streichholz in der Hand
Sachs bringt die Lage auf den Punkt: Durch die Straße von Hormuz fließen rund 20 Prozent des weltweiten Öls, dazu Gas, Düngemittel und petrochemische Grundstoffe. Diese schmale Meerenge sei nicht irgendein Seeweg, sondern die pulsierende Schlagader der globalen Wirtschaft. Solange sie infolge des US-israelischen Angriffskrieges blockiert bleibe, „taumele die Weltwirtschaft“. Eine diplomatischere Umschreibung dafür, dass uns ein wirtschaftliches Erdbeben bevorstehe, dürfte schwer zu finden sein.
Die Lösung, die Sachs vorschlägt, klingt ebenso simpel wie für die handelnden Akteure offenbar unzumutbar: ein sofortiger diplomatischer Rückzug. Ein „off-ramp“, wie er es nennt. Doch dazu müssten Benjamin Netanyahu und Donald Trump das tun, was Politikern dieser Sorte am schwersten fällt – einen Fehler eingestehen.
Ein Krieg, der niemandem in Europa nützt
Hier wird es für den deutschen und europäischen Leser besonders schmerzhaft. Denn während in Washington und Tel Aviv die Eskalationsschraube weitergedreht wird, sitzen die Bürger in Berlin, München und Hamburg auf der Rechnung. Explodierende Energiepreise, reißende Lieferketten, eine drohende Rezession – all das wird nicht in irgendeiner fernen Wüstenregion bezahlt, sondern an unseren Tankstellen, in unseren Stromrechnungen und an den Supermarktkassen.
Sachs spricht aus, was die Brüsseler Polit-Bürokratie und die transatlantisch gleichgeschalteten Leitmedien hartnäckig verschweigen: Dieser Krieg dient weder amerikanischen noch europäischen Interessen. Er bediene eine kleine Elite, die Rüstungsindustrie und eine Sicherheitsdoktrin, in der nationale Souveränität und wirtschaftliche Stabilität als bloße Kollateralschäden verbucht würden.
Klartext über Netanyahu
Sachs scheut sich nicht, Ross und Reiter zu nennen. Den israelischen Ministerpräsidenten bezeichnet er als „widerlichen Kriegshetzer“, der die Welt mit massiven Verbrechen an den Abgrund treibe. Dass der US-Kongress diesem Mann trotzdem stehende Ovationen darbringe, erklärt Sachs mit den üblichen Mechanismen: AIPAC-Lobby, christlich-zionistischer Einfluss, Medienmacht – und schlicht und ergreifend politische Feigheit. Eine Feigheit übrigens, die man auch in Berlin, Paris und Brüssel nur allzu gut kennt.
Geschichte wiederholt sich – als Farce
Sachs erinnert an den CIA-gestützten Putsch im Iran von 1953 und an die neokonservative „Clean Break“-Doktrin von 1996, die als Blaupause für die heutige Politik regionaler Totaldominanz herhalte. Es gehe also keineswegs um Sicherheit, sondern um Imperialwahn. Ein Wahn, der historisch noch jedes Mal in Tränen geendet sei – nur leider nicht in den Tränen derer, die ihn entfacht haben, sondern in jenen der einfachen Menschen.
Der perfide Vorteil Washingtons
Bemerkenswert ist eine Beobachtung, die in der Diskussion um den Konflikt nahezu untergeht: Die geographische und industrielle Lage der USA macht sie zum potenziellen Profiteur eines globalen Versorgungsschocks. Während europäische Fabriken ohne bezahlbare Energie zum Erliegen kämen und China industrielle Schwerstarbeit zu leisten hätte, könnten die Vereinigten Staaten ihre eigene Produktion ankurbeln, Lebensmittel exportieren und ihr Handelsdefizit nebenbei umdrehen. Dass eine derart abhängige EU-Spitze diesem Spiel kaum etwas entgegensetzt, dürfte niemanden mehr ernsthaft überraschen.
Was Anleger jetzt bedenken sollten
In Zeiten, in denen geopolitische Schockwellen Lieferketten zerreißen, Energiepreise explodieren lassen und ganze Währungen unter Druck setzen, zeigt sich der wahre Charakter verschiedener Anlageklassen. Aktien wackeln, Anleihen leiden unter Inflation und politischer Unsicherheit, Immobilien werden durch steigende Zinsen entwertet. Physisches Gold und Silber dagegen haben in jeder geopolitischen Krise der letzten Jahrtausende ihre Funktion als Wertspeicher behauptet – ohne Gegenparteirisiko, ohne politische Abhängigkeit, ohne digitalen Ausschaltknopf. Eine kluge Beimischung physischer Edelmetalle in ein breit gestreutes Portfolio ist in solchen Zeiten kein nostalgisches Hobby, sondern schlichte Vorsorge.
Fazit: Die Uhr tickt
Carlson und Sachs zeichnen ein Bild, das wenig Raum für Beschönigung lässt: Wir erleben einen der gefährlichsten Momente seit dem Zweiten Weltkrieg. Es gebe einen Ausweg – aber er erfordere den Mut, den Kriegspfad zu verlassen. Stattdessen werde in Washington weiter mit maximalen Drohungen jongliert, während Europas Politik – allen voran Brüssel und Berlin – einmal mehr die Rolle des stillen Mitläufers spielt. Die Folgen werden nicht nur den Iran und den Libanon treffen. Sie werden uns alle treffen. Und die deutsche Bundesregierung? Schweigt. Wie üblich.
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