
Insolvenz im Osten: Wie die Spätfolgen der Corona-Politik den Mittelstand ausbluten lassen
Es sind Nachrichten, die in der Flut der täglichen Wirtschaftsmeldungen unterzugehen drohen – und doch erzählen sie eine größere Geschichte über den Zustand unseres Landes. Die ostdeutsche Parfümeriekette Thiemann, mit 13 Filialen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg verankert, hat ein Planinsolvenzverfahren beantragt. Zwischen 60 und 70 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Und wieder einmal zeigt sich: Die Rechnung für politische Fehlentscheidungen wird verzögert, aber gnadenlos präsentiert.
Die späte Quittung einer verfehlten Krisenpolitik
Das Unternehmen selbst benennt die Ursachen klar. Es seien vor allem die Folgen der Corona-Pandemie gewesen, die damit verbundenen Kreditlasten sowie langfristige Mietverträge an Standorten, deren Kundenfrequenz sich nach den Lockdown-Jahren schlicht nicht mehr erholt habe. Man möchte fast bitter auflachen. Denn wer erinnert sich nicht an jene Jahre, in denen Politiker mit erhobenem Zeigefinger ganze Innenstädte lahmlegten, den Einzelhandel ins Mark trafen und gleichzeitig versprachen, niemand werde zurückgelassen?
Die Realität sieht anders aus. Die Lockdowns sind längst Geschichte, doch ihre wirtschaftlichen Trümmer liegen noch immer im Land verstreut. Thiemann ist kein Einzelfall, sondern Symptom. Ein mittelständisches Familienunternehmen, das jahrzehntelang Arbeitsplätze sicherte, gerät ins Wanken, weil staatlich verordnete Schließungen Schulden auftürmten, die sich nie mehr abtragen ließen.
Der Mittelstand als Verlierer
Besonders perfide ist die Konstellation, in der sich solche Unternehmen wiederfinden. Langfristige Mietverträge in Einkaufszentren, einst als sichere Standortgarantie gedacht, wurden zur Fessel. Die Kundenströme kehrten nach Corona nie wieder auf das alte Niveau zurück, während die laufenden Kosten unerbittlich weiterliefen. Ein Würgegriff, aus dem es kaum ein Entrinnen gibt.
Besonders die Folgen der Corona-Pandemie, die damit verbundenen Kreditlasten und langfristige Mietverträge an Standorten, deren Frequenz sich nach der Pandemie nicht ausreichend erholt hat, haben unser Unternehmen stark belastet.
Man stelle sich die Tragweite vor: Während Konzerne mit Lobbyisten und Rücklagen die Krisenjahre überstanden, blieb der Mittelstand – das wahre Rückgrat der deutschen Wirtschaft – auf seinen Verbindlichkeiten sitzen. Genau jene Betriebe, die in den Regionen Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen, tragen die Hauptlast einer Politik, die in Berlin entworfen und an der Lebenswirklichkeit vorbei umgesetzt wurde.
Wie es nun weitergeht
Immerhin: Der Geschäftsbetrieb soll vorerst weiterlaufen. Alle Filialen bleiben geöffnet, auch der Onlineshop, die App und die Kundenprogramme funktionieren weiter. Im Rahmen der Sanierung in Eigenverwaltung sollen sämtliche Strukturen und Standorte überprüft werden. Erst danach, so das Unternehmen, werde über die Zukunft einzelner Filialen entschieden. Das Ziel sei, den Betrieb geordnet neu aufzustellen, die gesunden Bereiche zu stärken und so die künftige Handlungsfähigkeit zu sichern.
Man darf den Verantwortlichen dabei Erfolg wünschen. Doch die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet: Wie viele weitere mittelständische Betriebe werden noch fallen, bevor in der Politik ein Umdenken einsetzt? Die explodierenden Energiepreise, die ausufernde Bürokratie und eine Steuerlast, die ihresgleichen sucht, machen das Wirtschaften in Deutschland zunehmend zum Vabanquespiel.
Was uns dieser Fall lehrt
Die Insolvenz von Thiemann ist mehr als eine regionale Randnotiz. Sie ist ein Mahnmal dafür, wie politische Entscheidungen Jahre später ihre verheerende Wirkung entfalten. Wer Unternehmen über Monate zwangsweise schließt, ihnen Schulden aufbürdet und dann erwartet, dass alles wie zuvor weiterläuft, lebt in einer Fantasiewelt.
Für den einzelnen Bürger bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: Verlässlichkeit gibt es nicht mehr. Wer sein Vermögen schützen will, sollte sich nicht allein auf Papierwerte, schwankende Aktienkurse oder fragile Geschäftsmodelle verlassen. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit haben sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrhunderte hinweg als krisenfester Anker bewährt. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio bieten sie das, was die Politik nicht mehr liefern kann: Beständigkeit.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Bei Bedarf sollte ein unabhängiger Fachberater hinzugezogen werden.
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