
Iran sagt Nein, Yuan statt Dollar: Gold und Silber unter Druck!

Ein Ende des Nahost-Kriegs ist nicht in Sicht, und an den Edelmetallmärkten zeigt sich das deutlich. Am Donnerstag, dem 26. März 2026, gab Gold im Tagesverlauf zeitweise um bis zu 3 Prozent auf rund 4.445 US-Dollar je Unze nach. Silber traf es noch härter: Es verlor zeitweise bis zu 6 Prozent und notiert nur noch zwischen 67 und 70 Dollar.
Der Auslöser kommt aus Teheran. Und hinter den Schlagzeilen steckt mehr als eine weitere Episode im Krieg um die Straße von Hormus.
Diplomatie in der Sackgasse
Iranische Unterhändler zeigen keine Eile. Wie berichtet wird, erklärte der iranische Außenminister diese Woche, Teheran plane keine Verhandlungen. Damit widerspricht er dem Weißen Haus. Washington hatte angegeben, über Pakistan einen 15-Punkte-Plan für eine Waffenruhe übermittelt zu haben.
Donald Trump reagierte gewohnt deutlich und forderte Teheran öffentlich auf, endlich ernst zu machen: „get serious soon“. Die Märkte hatten auf eine Waffenruhe gehofft, nun scheint diese Möglichkeit vorerst vom Tisch. Seit Beginn der Kämpfe am 28. Februar hat Gold Berichten zufolge rund 17 Prozent verloren. Bei Silber sind es dramatische 28 Prozent.
Der eigentliche Gegner sitzt in Washington
Ein Krieg, und das Krisenmetall Gold fällt? Das wirkt widersprüchlich. Derren Nathan vom britischen Broker Hargreaves Lansdown sieht den Grund allerdings nicht bei schwindender Nachfrage nach sicheren Häfen, sondern bei der US-Notenbank. Nach seiner Einschätzung haben die kriegsbedingt steigenden Energiepreise die Inflationserwartungen nach oben getrieben. Eine Zinssenkung sei damit unwahrscheinlicher geworden, eine Zinserhöhung wahrscheinlicher.
Die Zahlen sind deutlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen mindestens bis Oktober unverändert lässt, ist innerhalb eines Monats von 11 auf 62 Prozent gestiegen. Für Gold, das keine Zinsen abwirft, ist das ungünstig. Nathan erwartet, dass der Druck erst nachlässt, wenn die Ölrouten wieder offen sind und die Zinserwartungen sinken.
OECD schlägt Alarm
Die OECD bestätigt dieses Bild. Sie erwartet für die USA in diesem Jahr eine Inflation von 4,2 Prozent, den höchsten Wert in der G7. Ihre Prognose für das Weltwachstum hat sie auf 2,9 Prozent gesenkt. Der vielversprechende Jahresstart 2026 sei durch den Konflikt vollständig zunichtegemacht worden. Durch die Straße von Hormus läuft rund ein Viertel des weltweiten Ölhandels auf See. Die Störungen reichen deshalb bis in die Lieferketten für Metalle, Düngemittel und Halbleiter. Für ein Industrieland wie Deutschland, das Energie importieren muss, ist das eine schlechte Nachricht.
Die Yuan-Maut: Abkehr vom Dollar mitten im Krieg
Die wichtigste Nachricht des Tages ging fast unter. Medienberichten zufolge will Iran von Schiffen, die die Straße von Hormus passieren, Durchfahrtsgebühren verlangen, und zwar in chinesischen Yuan statt in US-Dollar.
Das hat historisches Gewicht. 1971 beendete US-Präsident Richard Nixon die Bindung des Dollars an Gold. Seitdem stützt sich die Rolle des Dollars als Weltleitwährung vor allem darauf, dass Öl weltweit in Dollar gehandelt wird. Wenn nun an einem der wichtigsten Nadelöhre der Welt in einer anderen Währung kassiert werden soll, rüttelt das an dieser Ordnung. Die Abkehr vom Dollar geschieht hier vor aller Augen.
Was heißt das für Edelmetall-Anleger?
Kurzfristig dominieren Zinsangst und Ölpreis das Geschehen. Der Blick auf die längere Frist zeigt aber ein anderes Bild. Seit Anfang April 2025 liegt Gold trotz des Rückgangs noch rund 48 Prozent im Plus, Silber sogar etwa 128 Prozent. Nach einem solchen Anstieg sind heftige Rücksetzer nicht ungewöhnlich. Silber reagiert dabei wegen seines kleineren Marktes und seiner starken Abhängigkeit von der Industrie traditionell besonders heftig.
Die Gründe, die für Gold sprechen, bleiben bestehen: hohe Inflationsrisiken, steigende Staatsschulden und eine Weltordnung, die sich vom Dollar zu lösen beginnt. Wer sein Vermögen langfristig absichern will, findet in physischem Gold und Silber eine sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Depot. Ein Ersatz für eine solche Streuung sind sie nicht.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
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