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Kettner Edelmetalle
31.08.2026
06:22 Uhr
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Kairo taut die Mieten auf – Berlin friert sie ein!

Kairo taut die Mieten auf – Berlin friert sie ein!
Symbolbild: KI-generiert

Am 1. September steigen in Ägypten die eingefrorenen Altmieten erstmals regulär um 15 Prozent. Fast zeitgleich tritt in New York das Gegenteil in Kraft: null Prozent Mieterhöhung für rund eine Million Wohnungen. Und in Berlin, wo am 20. September das Abgeordnetenhaus gewählt wird, macht die Linke genau dieses Modell zum Wahlkampfschlager.

Wenn 30 Cent Miete das Haus ruinieren

Was Preisbindung über Jahrzehnte anrichtet, lässt sich in Kairo besichtigen. Dem Bericht zufolge kassiert eine Eigentümerin in bester Nil-Lage für eine Altvertrags-Wohnung ganze 17 ägyptische Pfund im Monat – keine 30 Eurocent. Im selben Haus zahlen Mieter mit neueren Verträgen bis zu 3.000 Dollar.

Der Mieter hat den Vertrag vom Großvater geerbt und lebe laut dem Bericht nicht einmal mehr in Ägypten. Die Eigentümerin fasste es gegenüber einer französischen Zeitung so zusammen:

„Wir sind Eigentümer, ohne wirklich Eigentümer zu sein.“

Die Wurzeln reichen bis in die Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs, unter Nasser wurden Mieten weiter abgesenkt und eingefroren, ab den späten Siebzigern innerhalb der Familie vererbbar. Ergebnis: bröckelnde Fassaden, unbezahlbare Reparaturen, einsturzgefährdete Häuser. Selbst das ägyptische Wohnungsministerium nennt Berichten zufolge die schlechte Wartung von Altmiethäusern als Ursache. Erst nachdem das Verfassungsgericht die starre Preisfestsetzung kippte, kam die Reform.

New York feiert, was Kairo abschafft

In New York hat der neue Bürgermeister sein Versprechen eingelöst: Für Verträge zwischen Oktober 2026 und September 2027 liegt die zulässige Erhöhung im regulierten Bestand bei null. Betroffen sind rund eine Million Wohnungen mit etwa zwei Millionen Menschen.

Ausgerechnet eine gemeinnützige Vermieterin warnt. Ihre Versicherungskosten seien je nach Objekt um 25 bis über 200 Prozent gestiegen, Wasser und Abwasser ebenfalls teurer geworden – einige Häuser hätten bereits Mühe, ihre Hypotheken zu bedienen. Die Miete steht still, die Kosten rennen davon. Wer bezahlt am Ende das neue Dach?

Berlin kopiert das Experiment

Die Berliner Linke, in jüngsten Umfragen deutlich im Aufwind, verweist offen auf das New Yorker Vorbild. Versprochen wird: ein Jahr keine Erhöhung bei den knapp 400.000 landeseigenen Wohnungen, danach maximal ein Prozent jährlich. Größere private Vermieter sollen verpflichtet werden, freiwerdende Wohnungen zu gedeckelten Sozialmieten anzubieten; Konzernbestände ab 3.000 Einheiten sollen vergesellschaftet werden. Im Bundestag brachte die Fraktion zusätzlich einen Antrag für einen bundesweiten Mietendeckel ein.

Austin zeigt den anderen Weg

Dass es auch ohne Preisdiktat geht, beweist Texas. In Austin wuchs der Wohnungsbestand zwischen 2015 und 2024 laut einer Auswertung der Pew Charitable Trusts um 120.000 Einheiten oder 30 Prozent. In älteren, günstigen Beständen sanken die Mieten von 2023 auf 2024 um 11,4 Prozent.

Heute umwerben Vermieter dort Mieter mit mietfreien Wochen, Gutscheinen und Gratis-WLAN. Anfang 2026 boten Erhebungen zufolge etwa ein Drittel der erfassten Anlagen Nachlässe – im Schnitt 14,8 Prozent. Konkurrenz ist offenbar der wirksamste Mieterschutz.

Aus Sicht unserer Redaktion ist die Lehre eindeutig: Ein Preis lässt sich per Beschluss einfrieren, die Knappheit nicht. Wo Eigentum politisch entwertet wird, verliert am Ende auch der Mieter – erst das Haus seine Substanz, dann die Stadt ihren Wohnraum. Wer sein Vermögen unabhängig von politischen Mehrheiten sichern will, setzt deshalb traditionell auch auf Sachwerte wie physisches Gold und Silber.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt weder eine Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung dar. Jeder Leser ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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