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Kettner Edelmetalle
02.04.2026
12:29 Uhr

Kerosinpreise explodieren: Lufthansa erwägt massive Flugstreichungen – und die Politik trägt Mitschuld

Die europäische Luftfahrtbranche steht vor einem perfekten Sturm. Explodierende Kerosinpreise, geopolitische Verwerfungen im Nahen Osten und eine erdrückende Abgabenlast am Standort Deutschland zwingen die Lufthansa-Gruppe zu drastischen Überlegungen. Bis zu 40 Flugzeuge könnten dauerhaft am Boden bleiben – ein Szenario, das vor wenigen Monaten noch undenkbar schien.

Spohr bereitet die Belegschaft auf harte Einschnitte vor

Lufthansa-Chef Carsten Spohr habe vor der Belegschaft erklärt, dass der Konzern derzeit eine Angebotsreduzierung von zunächst 2,5 Prozent prüfe. Konkret bedeute dies die dauerhafte Stilllegung von rund 20 Flugzeugen – vorrangig älterer Jets mit besonders hohem Treibstoffverbrauch. Doch damit nicht genug: Sollte sich die Lage weiter zuspitzen, stehe sogar die Ausmusterung von bis zu 40 Maschinen im Raum, was einer Kapazitätskürzung von etwa fünf Prozent entspräche.

Spohr betonte zwar, dass bislang lediglich die Ausarbeitung entsprechender Szenarien beauftragt worden sei und keine endgültige Entscheidung gefallen wäre. Doch wer zwischen den Zeilen liest, erkennt: Die Nervosität in der Frankfurter Konzernzentrale ist greifbar. Und die Lufthansa steht mit ihren Sorgen keineswegs allein da.

Eine ganze Branche im Krisenmodus

Die Scandinavian Airlines haben ihren Flugplan für April bereits um rund 1.000 Verbindungen zusammengestrichen. Auch United Airlines, der transatlantische Partner der Lufthansa, plane Kürzungen im Streckennetz – betroffen seien insbesondere Nachtflüge und Verbindungen an nachfrageschwachen Tagen. Was sich hier abzeichnet, ist keine vorübergehende Delle, sondern ein struktureller Umbruch.

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache: Die Kerosin-Frachtpreise für Nordwesteuropa erreichten Ende März einen Höchststand von 1.765 US-Dollar pro Tonne. Dieser Wert liegt mehr als doppelt so hoch wie vor dem Nahost-Konflikt und übertrifft selbst den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022 von 1.475 US-Dollar deutlich. Der Hauptgrund für diesen dramatischen Anstieg sei ein Angebotsdefizit bei Ölprodukten infolge der Blockade der Straße von Hormus – jener Meerenge, durch die täglich rund 20 Prozent des weltweiten Öls transportiert werden und aus deren Umgebung geschätzt 40 Prozent des europäischen Kerosins stammten.

Hedging-Strategie federt ab – aber reicht nicht

Immerhin hat die Lufthansa vorgesorgt: Rund 80 Prozent des Kerosinbedarfs für 2026 und etwa 40 Prozent für 2027 seien über sogenannte Hedging-Geschäfte gegen Preisschwankungen abgesichert. Dennoch verursache allein der nicht abgesicherte Anteil zusätzliche Kosten von geschätzt 1,5 Milliarden Euro. Hinzu kämen steigende operative Aufwendungen durch Umwege, die Flugzeuge aufgrund der geopolitischen Lage fliegen müssten, sowie verlängerte Flugzeiten.

Ein kleiner Lichtblick ergibt sich paradoxerweise aus der Krise selbst: Da wichtige Drehkreuze am Persischen Golf – Doha, Dubai, Abu Dhabi – nur eingeschränkt funktionieren würden, wichen viele Passagiere auf Direktverbindungen aus Europa aus. Die Lufthansa plane daher rund 1.600 zusätzliche Abflüge im Sommer von ihren Drehkreuzen in Frankfurt, München, Zürich, Wien und Brüssel – zu Zielen in Indien, auf der Iberischen Halbinsel, in Italien und Griechenland. Doch dieser Effekt dürfte nur von kurzer Dauer sein, denn die steigenden Kosten müssten unweigerlich an die Kunden weitergegeben werden.

Deutschlands selbstverschuldete Standortschwäche

Und hier wird es politisch brisant. Denn der Kerosinpreisschock trifft eine Branche, die am Standort Deutschland bereits seit Jahren unter einer erdrückenden Abgabenlast ächzt. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Während Kerosin weltweit seit dem Chicago-Abkommen von 1944 von der Mineralölsteuer befreit ist, hat die deutsche Politik diese Entlastung durch ein wahres Dickicht an Zusatzabgaben faktisch zunichtegemacht.

Die Luftverkehrsteuer, die von der Ampelkoalition im Mai 2024 noch einmal kräftig angehoben wurde, beträgt mittlerweile 15,53 Euro pro Passagier für innereuropäische Flüge und satte 70,83 Euro für Langstreckenverbindungen – Spitzenwerte in Europa. Zusammen mit Luftsicherheitsgebühren und Flugsicherungsentgelten hätten sich die staatlich bedingten Standortkosten seit 2019 mehr als verdoppelt. Das Ergebnis dieser Politik der fiskalischen Selbstkasteiung? Airlines ziehen sich vom deutschen Markt zurück. Ryanair hat seine Kapazitäten hierzulande bereits drastisch reduziert und 2024 die Standorte Dortmund, Leipzig und Dresden geschlossen.

EU-Emissionshandel als zusätzlicher Kostentreiber

Als wäre das nicht genug, verschärft auch die CO₂-Bepreisung im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems die Lage weiter. Für Flüge innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums müssen Airlines Emissionszertifikate erwerben. Die bislang teilweise kostenlosen Zuteilungen sollen nun schrittweise abgeschafft werden, sodass sämtliche Emissionsrechte vollständig am Markt erworben werden müssten. Da die EU das verfügbare Angebot an Zertifikaten kontinuierlich verknappt, während neben der Luftfahrt auch weite Teile der europäischen Industrie in das System einbezogen sind, entsteht ein struktureller Nachfrageüberhang, der die Preise unaufhaltsam nach oben treibt.

Man fragt sich unwillkürlich: Wie lange kann eine Volkswirtschaft ihre eigene Schlüsselindustrie noch mit immer neuen Abgaben belasten, bevor das System kollabiert? Die Antwort zeichnet sich bereits ab – in Form von gestrichenen Flugverbindungen, geschlossenen Standorten und Tickets, die sich ein normaler Bürger kaum noch leisten kann. Fliegen droht wieder zum Luxus zu werden, nicht wegen des freien Marktes, sondern wegen einer Politik, die Regulierung und Umverteilung über wirtschaftliche Vernunft stellt.

Ein Symptom tieferliegender Probleme

Was sich bei der Lufthansa abspielt, ist letztlich nur ein Symptom einer viel größeren Malaise. Deutschland verliert als Wirtschaftsstandort systematisch an Attraktivität – nicht nur in der Luftfahrt, sondern quer durch alle Branchen. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, die kein Land allein kontrollieren kann, und hausgemachten Belastungen durch eine überbordende Regulierungs- und Abgabenpolitik ergibt einen toxischen Cocktail, der Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen trifft.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hätte die Chance, hier gegenzusteuern. Doch angesichts eines geplanten 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens, das die Staatsverschuldung weiter in die Höhe treiben wird, und der im Grundgesetz verankerten Klimaneutralität bis 2045 darf man skeptisch sein, ob der politische Wille zu einer echten Entlastung der Wirtschaft tatsächlich vorhanden ist. Die Lufthansa-Krise ist ein Weckruf – die Frage ist nur, ob ihn jemand in Berlin hört.

In Zeiten derartiger wirtschaftlicher Unsicherheiten und geopolitischer Verwerfungen zeigt sich einmal mehr der Wert krisenfester Anlagen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade dann, wenn Inflation, steigende Energiekosten und politische Instabilität das Vertrauen in andere Anlageklassen erschüttern.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die Meinung der Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keine Haftung.

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