
KI-Blase platzt? Wall-Street-Beben schickt Nasdaq in die Korrektur!

Ein schwarzer Donnerstag an der Wall Street: Am 5. November 2026 brach die Technologiebörse Nasdaq um 5,5 Prozent ein und rutschte damit offiziell in eine Korrektur. Auslöser war der deutliche Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen. An der Börse geht seither die Angst um, dass der milliardenschwere Bau von KI-Rechenzentren ins Stocken geraten könnte. Am Freitag griff der Ausverkauf auf Asien über.
Der schlimmste Tag seit April 2025
Kein großer US-Index blieb verschont. Der S&P 500 verlor 4,4 Prozent, der Dow Jones gab um mehr als 1.800 Punkte nach, ein Minus von 3,4 Prozent. Für alle drei Indizes war es der schwärzeste Handelstag seit April 2025. Damals hatte Donald Trumps Zollkeule die Märkte erschüttert.
Die Nasdaq liegt jetzt mehr als zehn Prozent unter ihrem letzten Hoch. Sämtliche elf Sektoren des S&P 500 schlossen im Minus. Am heftigsten traf es aber genau jene Werte, die zuvor als unantastbar galten: die Profiteure des KI-Booms.
Eine Billion Dollar in wenigen Stunden vernichtet
Micron Technology und AMD stürzten jeweils um 17 Prozent ab. Nvidia, das Aushängeschild der KI-Euphorie, verlor über 9 Prozent und damit mehr als 440 Milliarden Dollar an Börsenwert. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie jetzt im Minus. Tesla sackte um 10,8 Prozent ab. Zusammen büßten die sogenannten „Magnificent Seven“ mehr als eine Billion Dollar an Marktkapitalisierung ein.
Und wer glaubte, Diversifikation über Kontinente hinweg schütze vor solchen Verlusten, wurde am Freitag in Asien eines Besseren belehrt. Südkoreas Kospi brach zeitweise um mehr als 8 Prozent ein, der Handel wurde per Notbremse für 20 Minuten ausgesetzt. Japans Nikkei 225 fiel um 5,9 Prozent und notiert damit mehr als 20 Prozent unter seinem Juni-Hoch. Das ist offiziell ein Bärenmarkt. Chipwerte wie TSMC, SK Hynix, Advantest und SoftBank verloren zwischen 7 und 12 Prozent.
Politik als Brandbeschleuniger
Den Auslöser sehen Händler laut Berichten in der Politik. Die Demokraten haben Repräsentantenhaus und Senat erobert und auch wichtige Gouverneursposten gewonnen, darunter in Texas. Die künftige Gouverneurin Gina Hinojosa hatte die Regulierung von Rechenzentren zu einem Kernthema ihres Wahlkampfs gemacht. In einem CNN-Interview sagte sie:
„We need to stop what we are doing with data centers until we have measures to protect Texans.“
Das heißt so viel wie: Mit den Rechenzentren müsse Schluss sein, bis es Schutzmaßnahmen für die Texaner gebe. Trump gab auf Truth Social den Demokraten die Schuld an dem Kurssturz. Damit zeigt sich, wie stark die Bewertungen ganzer Branchen inzwischen an politischen Weichenstellungen hängen. Die KI-Rallye stand allerdings schon vorher in der Kritik, weil die Investitionen, die Profitabilität und die Verschuldung vieler Konzerne Fragen aufwerfen.
Öl, Iran und eine mögliche Zinserhöhung
Ruhe ist nicht in Sicht. Bob McNally, Chef des Analysehauses Rapidan Energy Group, schätzt die Wahrscheinlichkeit neuer US-Militärschläge gegen Iran auf 80 Prozent. Er rechne damit, dass Brent und WTI über 100 Dollar je Barrel steigen. Zuletzt lagen sie bei rund 100 und 91 Dollar.
Dazu kommt die Geldpolitik. Laut CME FedWatch rechnen die Märkte mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 70 Prozent damit, dass die US-Notenbank am 9. Dezember die Zinsen erhöht. Die Arbeitsmarktdaten für Oktober, die am Freitag erscheinen, könnten also zum nächsten Kurstreiber werden. Volkswirte erwarten 59.000 neue Stellen und eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent.
Schnäppchen oder Falle?
Manche Vermögensverwalter halten den Absturz für eine Kaufgelegenheit. Das KI-Thema sei nicht tot, man bekomme jetzt einen guten Rabatt, sagte Victoria Greene von G Squared Private Wealth dem Sender CNBC. Allerdings schränkte sie ein, das gelte nur, solange es keine Rezession gebe. Genau darin liegt das Problem. Wer an hoch bewertete Tech-Aktien glaubt, wettet auf eine Zukunft, die von Wahlen, Kriegen und Notenbanken abhängt.
Laut Medienberichten konnte Gold nach der Wahl zulegen. Auch das passt ins Bild: Wenn Börsenstars über Nacht Milliarden verlieren, wird klar, welchen Wert ein Anker ohne Gegenparteirisiko hat. Physisches Gold und Silber können in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Ergänzung sein. Sie hängen nicht von Quartalszahlen ab und auch nicht von Gouverneurinnen in Texas.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
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