
KI-Kahlschlag bei Microsoft: Jeder Vierte darf mit Abfindung gehen!

Microsoft bietet rund 60.000 seiner 223.000 Mitarbeiter eine Abfindung an. Personalchefin Amy Coleman kündigte am Montag in einem internen Memo an, dass Beschäftigte ausgewählter Teams in den USA, Kanada, Indien und Großbritannien das Unternehmen freiwillig verlassen können. Der Grund: Künstliche Intelligenz verändert den Konzern grundlegend und verschlingt Milliarden.
Freiwillig, aber mit Beigeschmack
Rechnerisch kommt fast jeder vierte Microsoft-Angestellte für das Angebot infrage, das sind knapp 27 Prozent der Belegschaft. Laut einem Konzernsprecher gilt es für Mitarbeiter bis einschließlich Vice President. Ausgenommen seien bestimmte Gruppen, darunter Teile der Rechenzentren, des Vertriebs und des Marketings.
Medienberichten zufolge gibt es keine Vorgaben zu Alter oder Betriebszugehörigkeit, und das Fenster soll bis Dezember offen sein. Die Leistungen sollen einem üblichen Abfindungspaket entsprechen. Wie es heißt, will der Konzern niemanden aktiv vor die Tür setzen. Coleman formuliert das in ihrem Schreiben so:
„Dieses Angebot gibt berechtigten Mitarbeitern, die möglicherweise eine Zukunft außerhalb des Unternehmens in Betracht ziehen, eine neue Möglichkeit, diesen Schritt jetzt mit Unterstützung zu vollziehen.“
Das klingt nach Fürsorge. Viele Beobachter dürften darin aber vor allem ein elegantes Instrument zum Personalabbau sehen. Coleman selbst nennt das Programm „eine weitere Möglichkeit“ für die Geschäftsbereiche, ihre Belegschaft an veränderte Anforderungen anzupassen.
Jetzt gehen oder später gegangen werden?
Für die Betroffenen beginnt eine schwierige Rechnung. Wer ein solches Paket erwägt, prüft in der Regel die eigenen Ersparnisse, den Arbeitsmarkt und das Risiko einer späteren Kündigung. Dazu kommt die Frage, wie lange die Suche nach einem neuen Job dauern würde.
Freiwillige Abfindungen zielen meist auf erfahrene und damit teure Kräfte. Dafür sind sie großzügiger als eine klassische Entlassung. Spitzenkräfte, die gehen wollen, will Microsoft nach Angaben des Sprechers in manchen Fällen trotzdem zu halten versuchen.
Bei einer früheren Runde war das Interesse groß: Im Juli bot der Konzern Mitarbeitern im Rentenalter einen Ausstieg an. Mehr als 30 Prozent der rund 8.750 Berechtigten nahmen an. Diesmal rechnet Microsoft nach Angaben des Sprechers mit deutlich weniger Zusagen.
Milliarden für Rechenzentren, Sparkurs beim Personal
Die Zahlen zeigen die Prioritäten. Seit 2022 liegt die Mitarbeiterzahl nahezu unverändert bei 223.000. Ungefähr seit dieser Zeit investiert Microsoft massiv in KI und Rechenzentren. Andere Bereiche bekamen dafür Budgetkürzungen und Einstellungsstopps. Zusätzlich verlor der Konzern in mehreren Entlassungswellen Zehntausende Stellen.
Microsoft ist damit nicht allein:
- Google bot laut CNBC im vergangenen Jahr in mehreren Sparten freiwillige Abfindungen an.
- Meta hat heute über 20.000 Mitarbeiter weniger als zum Höchststand Ende 2022.
- Elon Musk ließ den Twitter-Belegschaft 2022 die Wahl: „extrem hart im Nehmen“ sein oder mit Abfindung gehen.
Business Insider berichtete außerdem von einer Google-Führungskraft, die Mitarbeitern, die sich nicht voll auf KI einlassen, eine freiwillige Abfindung in Aussicht gestellt haben soll. Microsoft drückt es diplomatischer aus: Man wolle Leute, die sich den schwierigen Problemen des Unternehmens widmen.
Die Lehre für Arbeitnehmer hierzulande
Deutschland gehört nicht zu den vier Ländern des Programms. Trotzdem zeigt der Fall einen klaren Trend. Wo Algorithmen einfache Programmieraufgaben übernehmen, wird auch der gut bezahlte Bürojob unsicherer. Wer darauf vertraut, dass Staat oder Konzern im Ernstfall einspringen, könnte böse überrascht werden.
Eigene Rücklagen werden damit wichtiger. Viele Sparer setzen dabei als Ergänzung auf physische Edelmetalle wie Gold und Silber. Sie hängen nicht vom Erfolg eines einzelnen Unternehmens ab und gelten seit Jahrhunderten als Wertspeicher in unsicheren Zeiten.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte sich vor einer Anlageentscheidung selbst informieren und trägt für seine Entscheidungen die alleinige Verantwortung.
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