
KI-Rausch bei AMD: Chipriese pulverisiert erneut alle Prognosen!

Der US-Chipkonzern AMD hat am Dienstag ein weiteres Rekordquartal vorgelegt. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 45 Prozent auf 13,38 Milliarden Dollar, angetrieben von der enormen Nachfrage nach KI-Prozessoren. Die Aktie sprang nachbörslich um 7,5 Prozent nach oben.
Rechenzentren als Gelddruckmaschine
Der eigentliche Motor sitzt in den Serverhallen der Tech-Giganten. Das Geschäft mit Chips für Rechenzentren hat sich nach Unternehmensangaben auf 8,55 Milliarden Dollar nahezu verdoppelt. Ein Jahr zuvor waren es Berichten zufolge noch rund 4,3 Milliarden Dollar. Damit trägt die Sparte inzwischen fast zwei Drittel zum Gesamtumsatz bei.
Auch beim Gewinn lieferte AMD mehr, als die Wall Street erwartet hatte. Bereinigt verdiente der Konzern 2,09 Dollar je Aktie. Laut dem Analystenkonsens, den der Finanzdienst Bloomberg erhoben hat, waren lediglich 1,97 Dollar bei einem Umsatz von 13,08 Milliarden Dollar eingeplant.
Konzernchefin Lisa Su gab sich entsprechend selbstbewusst:
„Wir haben ein Rekordquartal erzielt, in dem der Umsatz unsere Prognose übertroffen hat.“
Ein Ende des Trends sieht sie nicht. Man sei zuversichtlich, in den kommenden Jahren ein sehr starkes Umsatzwachstum beizubehalten und die Ertragskraft weiter zu steigern, sagte Su.
Die Börse feiert und zieht die Konkurrenz mit
Anleger griffen umgehend zu. Im Windschatten von AMD legten auch die Papiere der Rivalen Intel und Nvidia um jeweils etwa zwei Prozent zu. Die Botschaft des Marktes ist eindeutig: Der KI-Hunger der Rechenzentren scheint vorerst unstillbar.
Für das Schlussquartal peilt AMD Medienberichten zufolge sogar einen Umsatz von rund 17 Milliarden Dollar an. Die Nachfrage übersteige derzeit das Angebot, heißt es aus der Telefonkonferenz mit Analysten. Der Konzern bemühe sich bei Zulieferern um zusätzliche Kapazitäten bei Wafern, Speicher und Packaging.
Die Schattenseiten des Booms
Doch wo Licht ist, fällt auch Schatten. Das Gaming-Geschäft brach Berichten zufolge um 40 Prozent auf 773 Millionen Dollar ein. Die PC-Sparte verfehlte mit rund 2,9 Milliarden Dollar die Erwartungen. Steigende Speicher- und Bauteilpreise bremsen offenbar den Absatz bei Privatkunden.
Hinzu kommt: Nach GAAP-Rechnung, also ohne Bereinigungen, lag der Gewinn je Aktie Berichten zufolge nur bei 1,46 Dollar, belastet durch eine nicht zahlungswirksame Belastung im Zusammenhang mit Kunden-Optionsscheinen. Auch die Lagerbestände seien deutlich gestiegen. Wer genau hinsieht, erkennt einen Konzern, der zunehmend von wenigen Großkunden und einer einzigen Megawette abhängt: dass die Milliardeninvestitionen in künstliche Intelligenz sich irgendwann auch auszahlen.
Und Deutschland? Schaut wieder einmal zu
Bemerkenswert ist, wo diese Wertschöpfung stattfindet: in Kalifornien, nicht in Europa. Während US-Konzerne Rekord um Rekord melden, hat Intel seine milliardenschweren Fabrikpläne in Magdeburg längst begraben. Statt eigener Schlüsseltechnologie produziert Berlin vor allem Förderprogramme, Berichtspflichten und Bürokratie. Für den Industriestandort Deutschland ist das ein Armutszeugnis.
Fazit: Euphorie ist kein Fundament
Die Zahlen von AMD sind beeindruckend, keine Frage. Doch Börsenbewertungen, die auf jahrelangem Hyperwachstum fußen, sind anfällig. Die Dotcom-Blase der Jahrtausendwende hat gezeigt, wie schnell aus Technologie-Euphorie ein Kater werden kann. Kluge Anleger setzen deshalb nicht alles auf eine Karte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber können als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio einen ruhenden Gegenpol zur Achterbahnfahrt der Tech-Werte bilden.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageprodukten dar. Er spiegelt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Jeder Anleger sollte eigene Recherchen anstellen und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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