
Klartext aus Washington: Vance schlägt Kiew die Nato-Tür zu!

US-Vizepräsident J. D. Vance hat einem Nato-Beitritt der Ukraine eine unmissverständliche Absage erteilt. In einem am 19. Oktober ausgestrahlten Interview mit dem US-Journalisten Mark Halperin nannte er Kiew einen Partner, als Verbündeten bezeichnete er das Land aber nicht. Gleichzeitig kritisierte er ukrainische Angriffe auf russische Energieanlagen scharf.
Partner ja, Verbündeter nein
Die Ukraine sei in mancher Hinsicht ein Partner der Vereinigten Staaten, sagte Vance. Die Interessen beider Länder deckten sich aber nicht immer. Das klingt diplomatisch. In der Sache ist es ein Paukenschlag.
Als Beispiel nannte der Vizepräsident die ukrainischen Angriffe auf russische Dieselanlagen. Diese ließen nach seiner Darstellung die Energiepreise für amerikanische Verbraucher steigen. Solche Operationen lehne er ab. Auf die Nachfrage, wie eng das Verhältnis tatsächlich sei, wurde Vance deutlich:
«Ich meine, wir haben meines Wissens nach kein formalisiertes Bündnis mit der Ukraine. Sie sind nicht in der Nato. Ich bin auch nicht der Meinung, dass sie in der Nato sein sollte. Ich finde, sie ist ein Land – ein sehr bewundernswertes Land, ein schönes Land mit vielen grossartigen Menschen. Bei einigen Dingen werden wir zusammenarbeiten, aber bei anderen Dingen werden wir eben auch unterschiedlicher Ansicht sein.»
America First gilt auch beim Spritpreis
Die Botschaft ist klar: Washington misst seine Beziehung zu Kiew am eigenen Vorteil. Wenn ukrainische Drohnen die Dieselpreise in Ohio oder Texas nach oben treiben, ist es mit der Solidarität schnell vorbei.
Die Äußerungen passen in ein angespanntes Gesamtbild. Medienberichten zufolge hat sich der Streit zwischen Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zuletzt verschärft. Auslöser soll eine Vereinbarung über russische Diesellieferungen gewesen sein, die Trump Anfang Oktober nach Gesprächen mit Wladimir Putin angekündigt habe. Selenskyj soll den Deal als schwache Entscheidung kritisiert haben. Schon am 18. Oktober soll US-Finanzminister Scott Bessent in einem Interview mit NBC mehrfach der Frage ausgewichen sein, ob die Ukraine ein Verbündeter der USA sei.
Und Europa? Darf weiter zahlen
Für Berlin ist das eine unbequeme Wahrheit. Deutschland gehört zu den größten Geldgebern Kiews. Die Bundesregierung unter Friedrich Merz hat Verteidigungsausgaben per Grundgesetzänderung weitgehend von der Schuldenbremse ausgenommen. Die Rechnung landet am Ende bei den Steuerzahlern.
Während Washington nüchtern rechnet, hält Europa an seinem Kurs fest. Ist das Prinzipientreue oder Realitätsverweigerung? Die Frage drängt sich auf. Klar ist: Die Kluft zwischen den USA und Europa in der Ukraine-Frage wird tiefer.
Iran, Frankreich und die Frage nach 2028
Auch zum Konflikt mit dem Iran äußerte sich Vance. Teheran bedrohe seine Nachbarn und die internationale Handelsschifffahrt. Ein schnelles Ende sei nur möglich, wenn die USA die iranische Kontrolle über die weltweite Ölversorgung akzeptierten. Das komme nicht infrage.
Zu den Unruhen in Frankreich sagte Vance, die Spannungen hätten ihre Ursache in einer mangelhaften Integration von Einwanderern. Den Demokraten warf er vor, eine ähnliche Entwicklung in den USA zu begünstigen. Den Ausgang der Kongresswahlen im November hält er für schwer vorhersehbar. Ob er 2028 selbst für das Präsidentenamt kandidiert, ließ er offen. Sollte er antreten, rechne er mit der Unterstützung Trumps. Berichten zufolge hat er mit Trump darüber aber noch nicht gesprochen.
Was bleibt für Anleger und Sparer?
Raffinerien in Flammen, Tanker unter Druck, Bündnisse auf dem Prüfstand: Die Weltlage bleibt explosiv. Energiepreise werden zur politischen Waffe und befeuern die Inflation. In solchen Zeiten setzen viele Bürger auf Werte, die keine Regierung verspricht und keine Notenbank vermehren kann. Physisches Gold und Silber können eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sein.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt unsere redaktionelle Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich selbst, bevor Sie investieren. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie allein verantwortlich.
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