Kostenlose Beratung+49 7930-2699
280.000
Kunden
Sicherer
Versand
25.10.2026
16:04 Uhr
KI-generiert

Klimaziel und Reparationen: Steuert die Church of England in die Pleite?

Die Church of England steuert laut einer neuen Studie auf eine „finanzielle Katastrophe“ zu. Das schreiben Kanonikus Robin Gill und Professor John Craven in ihrem Bericht „Wasted Money in a Diminishing Church“. Als Ursachen nennen sie eine aufgeblähte Verwaltung, teure Net-Zero-Pläne und einen Reparationsfonds über 100 Millionen Pfund.

Die Zahlen sind deutlich. Von 42 Diözesen schreiben inzwischen 37 rote Zahlen, 2019 waren es noch 18.

Mehr Verwalter, weniger Pfarrer

Die Autoren sprechen von einer „Krise“. Weniger Menschen gehen in den Gottesdienst, die Spenden gehen zurück, und es gibt weniger Weihen. Bei den Mitarbeitern zeigt die Kurve trotzdem steil nach oben: Laut Bericht beschäftigen die Diözesen heute rund 80 Prozent mehr Personal als 2005. Die Zahl stieg von 1.300 auf 2.300.

Laut der britischen „Daily Mail“ sind darunter neue Stellen für Klimaschutz-Beauftragte, Verantwortliche für „Racial Justice“ und Fachleute für Safeguarding, also den Schutz vor Missbrauch. Einige Diözesen hätten inzwischen so viele Angestellte wie Geistliche.

„More and more of its funds are being spent on administration in every diocese while churchgoing continues to decline, and less and less is spent on supporting parish clergy.“

Auf Deutsch: Jede Diözese steckt immer mehr Geld in die Verwaltung, während die Zahl der Kirchgänger sinkt und für die Pfarrer in den Gemeinden immer weniger übrig bleibt. Social-Justice-Projekte nennen die Autoren „kostspielig“ und „extravagant“. Viele Gemeindemitglieder fänden sie „unrealistisch, extravagant, nicht nachhaltig und zutiefst deprimierend“.

Net Zero bis 2030: Ein Ziel, das die Kirche selbst verfehlt

Bis 2030 will die Kirche klimaneutral sein. Laut „Daily Mail“ stehen dafür 190 Millionen Pfund für umweltfreundliche Sanierungen bereit. Laut der „Church Times“ rechnet aber der eigene Fortschrittsbericht der Kirche bis 2030 nur mit rund 29 Prozent weniger Emissionen als 2023. Das Ziel wird also klar verfehlt. Die Kirche gibt viel Geld für ein Versprechen aus, das sie nach eigener Rechnung nicht halten kann.

Der Streit um „Project Spire“

Noch heftiger wird über „Project Spire“ gestritten, einen Reparationsfonds über 100 Millionen Pfund, verteilt auf neun Jahre. Anlass war eine Studie im Auftrag der Kirche. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Queen Anne’s Bounty Verbindungen zum transatlantischen Sklavenhandel hatte. Diese Einrichtung ist ein Vorläufer des Stiftungsvermögens, das heute die Church Commissioners verwalten.

Kritiker wie der konservative Lord Nigel Biggar halten diese Studie für fehlerhaft. Die Kirche weist das zurück. Im Dezember schrieben Abgeordnete und Mitglieder des Oberhauses unter Führung der konservativen Abgeordneten Katie Lam an die künftige Erzbischöfin von Canterbury, Sarah Mullally. Sie nannten den Fonds ein „rechtlich zweifelhaftes Prestigeprojekt“ und forderten, das Stiftungsvermögen für die Arbeit in den Gemeinden und für die Kirchengebäude einzusetzen.

Mullally verteidigt den Fonds. Er nehme den Gemeinden nichts weg, sagt sie, und verweist auf 1,6 Milliarden Pfund für die Gemeinden in den nächsten drei Jahren. Den Mitgliedern der Generalsynode wurde mitgeteilt, dass für Spire bereits mehr als 1,15 Millionen Pfund ausgegeben wurden.

Leichte Erholung, alte Probleme

Es gibt auch eine gute Nachricht: Laut vorläufigen Zahlen steigt der Gottesdienstbesuch das fünfte Jahr in Folge. 2025 kamen in einer typischen Woche schätzungsweise 707.000 Menschen, 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor der Pandemie, 2019, waren es allerdings noch 854.000.

Neu sind die Geldsorgen nicht. Schon eine landesweite Prüfung von 2024 ergab, dass 2022 insgesamt 30 Diözesen ein operatives Defizit hatten. Für die Zukunft wurde erwartet, dass sich das Gesamtdefizit von 29 auf 62 Millionen Pfund mehr als verdoppelt. 23 Diözesen hatten weniger als drei Monate Bargeldreserve.

Zwölf Vorschläge für den Neustart

Die Autoren verlangen „rücksichtsloses“ Vorgehen gegen die Bürokratie. Die Gemeinden sollen wieder die „oberste Priorität“ sein. Ihre zwölf Empfehlungen umfassen unter anderem:

  • Die Zahl der Diözesen und Diözesanbischöfe auf etwa 30 senken
  • Die zentral vergebenen Mittel für „strategische Investitionen“ um mindestens drei Viertel kürzen
  • Die Dekanate zu den wichtigsten Budgetverwaltern machen

Das betrifft nicht nur England. Auch in Deutschland verlassen jedes Jahr Hunderttausende die Kirchen, und auch hier gibt es Kritik an Verwaltungen, die eher wachsen als schrumpfen, und an politischen Themen statt Seelsorge. Wer mit fremdem Geld vor allem Symbolpolitik bezahlt und dabei an der Basis spart, riskiert am Ende sein Fundament.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“