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10.06.2026
11:23 Uhr

Klohäuschen-Diplomatie: Wie die Grünen sich an Baerbocks „feministischer Außenpolitik“ festklammern – während die Welt nur noch den Kopf schüttelt

Klohäuschen-Diplomatie: Wie die Grünen sich an Baerbocks „feministischer Außenpolitik“ festklammern – während die Welt nur noch den Kopf schüttelt

Es gibt Momente im deutschen Fernsehen, da fasst sich selbst ein abgebrühter Moderator wie Markus Lanz an den Kopf. Einer dieser Momente ereignete sich am vergangenen Mittwoch im ZDF, als der stellvertretende Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion, Andreas Audretsch, zu Gast war – und die Welt allen Ernstes glauben machen wollte, die „feministische Außenpolitik“ der einstigen Außenministerin Annalena Baerbock sei ein diplomatischer Geniestreich gewesen.

Eine Niederlage, die niemand erklären will

Der Anlass der Debatte war wenig schmeichelhaft: Deutschland war bei der Wahl um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat krachend gescheitert. Eine historische Blamage. Und während man in Berlin händeringend nach Schuldigen suchte, meldete sich ausgerechnet der ehemalige Präsident von Botswana, Mokgweetsi Masisi, mit einer Kritik zu Wort, die saß.

„Vielleicht hätte sich Frau Baerbock darauf konzentrieren sollen, ihre Arbeit in der deutschen Diplomatie zu erledigen, statt zu versuchen, Nigerianern vorzuschreiben, wo sie ihre Toiletten zu bauen haben und den Afrikanern zu sagen, wie sie mit Elefanten umgehen sollten.“

Deutlicher kann ein afrikanischer Staatsmann den belehrenden Gestus deutscher Außenpolitik kaum auf den Punkt bringen. Der Subtext: Wer die halbe Welt mit moralischen Belehrungen überzieht, braucht sich über mangelnde Sympathien bei Abstimmungen nicht zu wundern.

Audretschs Realitätsverweigerung

Doch statt diese Kritik anzunehmen, wählte Audretsch die wohl bequemste aller Strategien: schlichtes Leugnen. Baerbock habe nie irgendjemandem vorschreiben wollen, wie Dörfer zu bauen seien, beteuerte der Grünen-Politiker. Die Kritik des Ex-Präsidenten sei eine bloße „Zuspitzung“. Ein eleganter Versuch, unangenehme Wahrheiten unter den Teppich zu kehren.

Lanz, der diesen Tanz offenbar durchschaut hatte, ließ nicht locker. „Stopp, Sie sagen, das hat sie nie gesagt?“, hakte er nach. Und als Audretsch bei seiner Version blieb, kam der Moment der Wahrheit – in Gestalt eines eingespielten Videos.

Wenn das Archivmaterial den Politiker entlarvt

In besagtem Clip referierte Baerbock höchstpersönlich über die hohe Kunst der feministischen Sanitäranlagenplanung. Man müsse sich fragen, so die damalige Ministerin, was es für ein zehnjähriges Kind oder eine Frau bedeute, nachts die Toiletten am Dorfrand zu erreichen. Daher solle man die Anlagen womöglich nicht am Rand, sondern zentraler planen.

Man muss sich diese Szene auf der Zunge zergehen lassen: Eine deutsche Außenministerin erklärt Menschen, die seit Jahrtausenden in diesen Regionen leben, wo sie ihre Toiletten zu errichten haben. Lanz brachte es treffend auf den Punkt:

„Das ist das, was er meint, wenn er sagt, man sollte den Nigerianern nicht erklären, wo sie ihre Klohäuschen hinbauen sollen.“

Und während jeder vernünftige Mensch an dieser Stelle eingelenkt hätte, blieb Audretsch ungerührt. Er dozierte über Frauen, die in Kriegen zu Opfern würden, und über die segensreiche Wirkung weiblicher Perspektiven am Verhandlungstisch. Lanz platzte schließlich der Kragen: „Herr Audretsch, bitte, was erzählen wir uns hier für ein Zeug?“ Und weiter, sichtlich entgeistert: „Das empfinden diese Leute als total übergriffig. Ist doch nicht unser Ernst.“

Die teure Ideologie der moralischen Überlegenheit

Genau hier liegt das eigentliche Problem deutscher Außenpolitik der vergangenen Jahre. Statt nüchterner Interessenvertretung – wie sie ein Hans-Dietrich Genscher noch beherrschte – wurde der Erdball mit erhobenem Zeigefinger bereist. Man belehrte, ermahnte und betreute die Welt, als seien die Hauptstädte Afrikas und Asiens ein einziger Erziehungsfall für deutsche Gesinnungsethik.

Das Ergebnis dieser Selbstüberschätzung lässt sich beziffern: ein verlorener Sitz im UN-Sicherheitsrat, schwindendes Ansehen und Partner, die sich verständlicherweise abwenden. Diplomatie lebt von Respekt und Augenhöhe – nicht vom moralischen Imperialismus einer Politikergeneration, die meint, die Welt nach ihren Vorstellungen umerziehen zu müssen.

Dass Audretsch selbst nach dem entlarvenden Videobeweis stur an der grünen Erzählung festhielt, sagt mehr über den Realitätsverlust dieser Partei aus als jede Wahlanalyse. Hier wird Ideologie über Fakten gestellt, Gesinnung über Ergebnisse. Und der Steuerzahler darf die Zeche zahlen – für eine Außenpolitik, die mehr Schaden als Nutzen gestiftet hat.

Ein Lehrstück über deutsche Hybris

Was in dieser ZDF-Sendung sichtbar wurde, ist symptomatisch für eine politische Klasse, die den Bezug zur Realität verloren hat. Während echte Probleme – von der Wirtschaftskrise über die explodierende Kriminalität bis zur Migrationsfrage – auf Antworten warten, verzettelt man sich in Symbolpolitik und Sanitärplanung. Vielleicht wäre es an der Zeit, dass die deutsche Politik wieder lernt, was Diplomatie eigentlich bedeutet: zuhören, statt belehren. Verhandeln, statt missionieren.

Die Quittung für die feministische Außenpolitik liegt jedenfalls auf dem Tisch. Und kein noch so beharrliches Leugnen eines Fraktionsvizes wird daran etwas ändern.

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