
Kreml wirft Washington Wortbruch vor: USA wollen eigenen Friedensplan für die Ukraine nicht mehr umsetzen
Die Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Ukraine-Krieges haben einen weiteren empfindlichen Dämpfer erhalten. Russlands Außenminister Sergej Lawrow erhebt schwere Vorwürfe gegen die Vereinigten Staaten: Washington wolle seinen eigenen Friedensvorschlag für die Ukraine nicht mehr verfolgen. Eine Anschuldigung, die – sollte sie zutreffen – das gesamte diplomatische Kartenhaus zum Einsturz bringen könnte.
Anchorage-Gipfel: Einigung, die keine war?
In einem am Montag veröffentlichten Interview mit TV BRICS behauptete Lawrow, die USA und Russland hätten sich während des Gipfeltreffens zwischen Präsident Trump und Wladimir Putin im August 2025 im alaskischen Anchorage auf eine Lösung der Ukraine-Frage verständigt. Die Details des mutmaßlichen Abkommens blieben zwar vage, doch es wird angenommen, dass der Plan unter anderem die Abtretung ukrainischer Gebiete im Donbass vorsehe – eine Bedingung, die auch in einem später von der Trump-Administration ausgearbeiteten 28-Punkte-Friedensplan enthalten gewesen sein soll.
„Man hat uns gesagt, dass die ukrainische Frage gelöst werden müsse. In Anchorage haben wir den Vorschlag der Vereinigten Staaten akzeptiert. Um es geradeheraus zu sagen: Sie haben vorgeschlagen, und wir haben zugestimmt", so Lawrow wörtlich. Man habe damit im Grunde die Aufgabe erfüllt, die ukrainische Frage zu lösen und den Weg zu einer umfassenden, breiten und für beide Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit zu ebnen.
Sanktionen statt Frieden
Doch was folgte, war offenbar das genaue Gegenteil von Annäherung. Nur wenige Wochen nach dem als „positiv" beschriebenen Gipfel hätten die USA neue Sanktionen gegen Russland verhängt und den wirtschaftlichen Druck sogar noch verschärft. Lawrow zeichnete ein düsteres Bild der amerikanischen Strategie: Neue Strafmaßnahmen würden verhängt, Angriffe auf Tanker in internationalen Gewässern inszeniert – unter Verletzung des UN-Seerechtsübereinkommens –, und Länder wie Indien würden aktiv davon abgehalten, günstiges russisches Öl zu kaufen. Europa habe solche Käufe ohnehin längst verboten und werde stattdessen gezwungen, amerikanisches Flüssiggas zu deutlich höheren Preisen zu erwerben.
Eine „vielversprechende wirtschaftliche Zukunft" in den russisch-amerikanischen Beziehungen könne er derzeit nicht erkennen, konstatierte der russische Chefdiplomat nüchtern. Die Vereinigten Staaten hätten de facto das Ziel einer wirtschaftlichen Dominanz ausgerufen.
Der Dollar als Waffe – und die Flucht in Alternativen
Besonders brisant sind Lawrows Ausführungen zur Rolle des US-Dollars im globalen Finanzsystem. Bereits unter der Biden-Administration hätten die USA „jeden Schritt unternommen, um den Dollar gegen jene zu instrumentalisieren, die ihnen unbequem erscheinen". Diese Politik werde unter Trump nahtlos fortgesetzt. Die Konsequenz: Russland und andere BRICS-Staaten reduzierten ihre Abhängigkeit von der amerikanischen Leitwährung systematisch.
Wer angesichts dieser geopolitischen Verwerfungen noch immer glaubt, der US-Dollar sei ein unerschütterlicher Fels in der Brandung, der sollte spätestens jetzt aufwachen. Die Entdollarisierung ist kein theoretisches Konstrukt mehr – sie ist gelebte Realität. Immer mehr Nationen suchen nach Alternativen, und physische Edelmetalle wie Gold und Silber erweisen sich in diesem Umfeld einmal mehr als das, was sie seit Jahrtausenden sind: ein verlässlicher Wertspeicher jenseits politischer Willkür und geldpolitischer Experimente.
Trumps Versprechen auf dem Prüfstand
Für Donald Trump, der im Wahlkampf vollmundig versprochen hatte, den Ukraine-Krieg „innerhalb von 24 Stunden" zu beenden, sind die Vorwürfe aus Moskau ein veritables Problem. Sollte Lawrows Darstellung auch nur annähernd der Wahrheit entsprechen, hätte Washington zunächst einen Friedensvorschlag unterbreitet, diesen von Russland akzeptieren lassen – und sich dann klammheimlich davon verabschiedet. Ein diplomatisches Manöver, das an Zynismus kaum zu überbieten wäre.
Natürlich ist bei Aussagen des russischen Außenministeriums stets Vorsicht geboten. Moskau verfolgt seine eigene Agenda, und Lawrows Äußerungen dienen zweifellos auch der Propaganda. Doch die Tatsache, dass der Krieg in der Ukraine auch im Sommer 2025 unvermindert weitertobt, spricht Bände. Weder die westlichen Sanktionen noch die milliardenschweren Waffenlieferungen haben den Konflikt einer Lösung nähergebracht. Stattdessen zahlen die europäischen Bürger – und ganz besonders die deutschen – die Zeche in Form explodierender Energiepreise und einer galoppierenden Inflation.
Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz wäre gut beraten, sich nicht länger blind der amerikanischen Linie unterzuordnen, sondern endlich eigene diplomatische Initiativen zu ergreifen. Deutschland braucht eine Außenpolitik, die deutschen Interessen dient – nicht eine, die Washington gefällt. Doch ob der politische Wille dafür vorhanden ist, darf angesichts des frisch unterzeichneten Koalitionsvertrags und des geplanten 500-Milliarden-Sondervermögens, das ohnehin schon genug Fragen aufwirft, bezweifelt werden.
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