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Kettner Edelmetalle
16.06.2026
05:50 Uhr

Krieg, Frieden und das gelbe Metall: Wie die Straße von Hormus die Gold-Märkte in Atem hält

Die Welt blickt gebannt auf eine schmale Meerenge im Persischen Golf – und mit ihr die Edelmetallhändler rund um den Globus. US-Präsident Donald Trump verkündete am Montag, die strategisch hochbrisante Straße von Hormus könne bereits am Freitag wieder geöffnet werden. Schiffe, "viele davon vollbeladen mit Öl", würden angeblich schon jetzt die Wasserstraße passieren. Eine Nachricht, die an den Märkten sofort Wellen schlug.

Der Goldpreis konnte seinen Zugewinn behaupten und notierte zuletzt bei rund 4.315 Dollar je Unze. In der vorangegangenen Handelssitzung war das Edelmetall um satte 2,2 Prozent geklettert, nachdem die USA und der Iran ein vorläufiges Abkommen verkündet hatten, das den Krieg beenden und die maritimen Blockaden in der Region aufheben soll. Klingt nach Entwarnung? Nicht ganz.

Die Skepsis der Verbündeten

Während Trump in gewohnter Manier optimistische Töne anstimmt, zeigten sich die US-Verbündeten deutlich zurückhaltender. Wie schnell die Energie- und Rohstoffströme durch die lebenswichtige Wasserstraße tatsächlich wieder fließen würden, sei keineswegs gewiss, hieß es. Eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen markigen Worten aus Washington und der nüchternen Realität vor Ort.

Der Ölpreis hielt unterdessen seine Verluste. West Texas Intermediate notierte nahe der Marke von 81 Dollar je Barrel, nachdem die Sorte am Montag um knapp fünf Prozent eingebrochen war. Brent schloss bei etwa 83 Dollar. Die inverse Beziehung zwischen Öl und Gold während dieses Krieges ist dabei bezeichnend: Steigende Energiepreise befeuerten die Inflation und zwangen die Notenbanken, die Zinsen länger hoch zu halten – was den Reiz zinsloser Edelmetalle vorübergehend dämpfte.

Unterbewertet trotz Krise?

Seit den US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran Ende Februar hat Gold rund 18 Prozent eingebüßt. Doch wer daraus voreilige Schlüsse zieht, könnte sich gewaltig irren. Experten sehen das gelbe Metall weiterhin als unterbewertet an – im Vergleich zu seinen Reaktionen während früherer Nahost-Konflikte.

Sowohl Gold als auch Silber bleiben unterbewertet, verglichen mit ihren Reaktionen in vergangenen Nahost-Konflikten.

Sollte das Friedensabkommen Bestand haben, so die Einschätzung aus Handelskreisen, dürften die Akteure ihren Verkaufsdruck zurückfahren und Gold wieder als das behandeln, was es seit Jahrtausenden ist: ein sicherer Hafen und eine echte Alternative zu amerikanischen Vermögenswerten – allen voran zum kriselnden US-Dollar. Genau hier liegt die eigentliche Lehre dieser Tage. Während Papierwährungen und Aktienmärkte beim kleinsten geopolitischen Donnergrollen ins Wanken geraten, behauptet sich physisches Gold als Fels in der Brandung.

Die Notenbanken im Fokus

Die Edelmetallhändler richten ihren Blick nun gespannt auf eine Reihe von Notenbankentscheidungen in dieser Woche. Besonders die US-Notenbank Federal Reserve steht im Rampenlicht – erstmals tagt sie unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Die Markterwartungen tendieren bemerkenswerterweise zu einer Zinserhöhung im weiteren Jahresverlauf. Ein Kurs, der einmal mehr verdeutlicht, in welch fragiler Verfassung sich das globale Finanzsystem befindet.

Am Kassamarkt legte Gold um 0,1 Prozent auf 4.316,51 Dollar je Unze zu. Silber gab leicht um 0,1 Prozent auf 69,87 Dollar nach, nachdem es zuvor um 2,9 Prozent gestiegen war. Platin, Palladium sowie der Dollar-Index notierten allesamt geringfügig schwächer.

Was bleibt vom geopolitischen Beben?

Die Ereignisse der vergangenen Monate führen uns eindrucksvoll vor Augen, wie schnell vermeintliche Sicherheiten an den Finanzmärkten ins Wanken geraten können. Kriege, Blockaden, eskalierende Energiepreise – wer in solchen Zeiten ausschließlich auf Papierwerte, Aktien oder ETFs gesetzt hat, der musste schmerzhaft erfahren, wie verwundbar diese Anlageklassen tatsächlich sind. Gold und Silber hingegen haben sich über Jahrtausende als beständige Wertspeicher bewährt – unbeeindruckt von politischen Wirren und Notenbank-Eskapaden.

Gerade in einer Welt, in der geopolitische Schockwellen zum Dauerzustand geworden sind und das Vertrauen in Papierwährungen zunehmend bröckelt, behält physisches Edelmetall seine zeitlose Funktion: als Versicherung gegen die Unwägbarkeiten einer aus den Fugen geratenen Weltordnung. Eine sinnvolle Beimischung in jedem breit gestreuten Vermögensportfolio – das lehrt nicht zuletzt der Blick auf die jüngsten Turbulenzen.

Haftungsausschluss

Die in diesem Artikel dargestellten Informationen und Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellen keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keinerlei Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Die genannten Kurse, Preise und Marktentwicklungen sind ohne Gewähr. Jeder Anleger ist verpflichtet, vor einer Anlageentscheidung eigenständig und umfassend zu recherchieren und gegebenenfalls fachkundigen Rat einzuholen. Für die eigenen Anlageentscheidungen und deren Folgen ist jeder Investor selbst verantwortlich.

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