
Krieg im Nahen Osten vergiftet Europas Wirtschaftsaussichten – und Deutschland zahlt die Zeche

Während die Welt gebannt auf den eskalierenden Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran blickt, zieht ein wirtschaftlicher Sturm über Europa hinweg, dessen volle Wucht erst noch zu spüren sein dürfte. Die Berichtssaison für das erste Quartal liefert einen ersten, ernüchternden Vorgeschmack dessen, was europäischen Unternehmen – und damit auch dem deutschen Wohlstand – bevorsteht.
Erste Risse im Fundament der europäischen Wirtschaft
Noch halten die Quartalszahlen einigermaßen stand. Europäische Unternehmen im STOXX 600 sollen im ersten Quartal ein Gewinnwachstum von rund 4,2 Prozent verzeichnet haben. Doch dieser Wert täuscht, denn er wird maßgeblich vom Energiesektor getragen, der von den kriegsbedingt gestiegenen Ölpreisen profitiert. Rechnet man die Energiebranche heraus, ergibt sich ein ganz anderes Bild: Die Umsätze seien im Durchschnitt um 0,6 Prozent gefallen.
Ciaran Callaghan, Leiter der europäischen Aktienanalyse bei Amundi, bezeichnete die Ergebnisse als „relativ solide", warnte jedoch zugleich: Es dauere eine Weile, bis höhere Ölpreise in der Realwirtschaft ankämen. Die Aktivitätsniveaus seien noch nicht „von einer Klippe gestürzt". Noch nicht. Doch wie lange hält diese fragile Stabilität?
Vom Supermarkt bis zum Luxusgut: Niemand bleibt verschont
Die Liste der betroffenen Unternehmen liest sich wie ein Who's who der europäischen Wirtschaft. Britanniens größter Lebensmittelhändler Tesco warnte, die Unsicherheit durch den Konflikt könne die Gewinne belasten. Der französische Spirituosenkonzern Pernod Ricard beklagte einen Rückgang des Tourismus, der die Verkaufszahlen drücke. Der Schokoladenhersteller Barry Callebaut senkte seine Gewinnprognosen unter Verweis auf kriegsbedingte Lieferkettenunterbrechungen.
Besonders hart trifft es die Luxusbranche. LVMH und Hermès hätten eingeräumt, dass die Umsätze im ersten Quartal unter den Auswirkungen des Iran-Krieges gelitten hätten, da die Konsumausgaben im Nahen Osten eingebrochen seien. Eine lang ersehnte Erholung des Sektors verzögere sich damit weiter. Die Billigfluggesellschaft easyJet warnte vor einem größeren Verlust im ersten Halbjahr – die Aktie reagierte prompt mit Kursverlusten.
Die wahre Gefahr: Inflation und Wachstumsschwäche
Obwohl die direkte Exposition europäischer Blue-Chip-Unternehmen gegenüber dem Nahen Osten im niedrigen einstelligen Prozentbereich liege, seien die indirekten Auswirkungen weitaus gefährlicher: geringeres Wirtschaftswachstum, gestörte Lieferketten, allgemeine Verunsicherung und – der vielleicht giftigste Cocktail von allen – steigende Inflation.
Es werde bereits darüber spekuliert, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen erneut anheben könnte – möglicherweise um insgesamt 50 Basispunkte in zwei Schritten. Was für Banken ein Segen wäre, dürfte für Verbraucher und konsumnahe Unternehmen zum Fluch werden. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, wohin diese Spirale führt.
Deutschland: Zwischen Rezessionsangst und halbierter Wachstumsprognose
Für Deutschland sind die Nachrichten besonders alarmierend. Die Bundesregierung habe ihre Wachstumsprognose für 2026 auf magere 0,5 Prozent halbiert – eine direkte Folge des Iran-Konflikts. Bundesbank-Präsident Nagel halte eine Rezession zwar für unwahrscheinlich, doch wie belastbar solche Einschätzungen in Zeiten geopolitischer Verwerfungen sind, darf bezweifelt werden.
Man fragt sich unweigerlich: Wie soll ein Land, das sich gerade ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auf Pump gönnt und gleichzeitig die Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz verankert hat, einen solchen externen Schock verkraften? Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat versprochen, keine neuen Schulden zu machen – ein Versprechen, das angesichts der aktuellen Lage wie ein schlechter Witz klingt. Die Zeche werden, wie immer, die deutschen Steuerzahler begleichen müssen.
Energiesektor als Gewinner – auf Kosten aller anderen
Die europäischen Energieriesen hingegen reiben sich die Hände. Sie dürften im ersten Quartal satte 24 Prozent mehr Gewinn eingefahren haben als im Vorjahr. TotalEnergies verwies ausdrücklich auf den Preisschub durch den Krieg – obwohl der Konzern gleichzeitig 15 Prozent seiner Gesamtproduktion stilllegen musste. Auch erneuerbare Energien könnten profitieren, da die Krise Europas fatale Abhängigkeit von fossilen Brennstoffimporten einmal mehr schonungslos offenlege.
Hansjörg Pack von DWS brachte es auf den Punkt: Die einzige Schlussfolgerung könne sein, den Ausbau alternativer Energiequellen und die Investitionen in die Netzinfrastruktur weiter zu beschleunigen. Eine Erkenntnis, die Europa seit Jahren vor sich herschiebt – und die nun unter dem Druck eines Krieges plötzlich dringlicher denn je erscheint.
Aktienrückkäufe als Beruhigungspille
Interessant ist, dass trotz der düsteren Aussichten bislang keine Welle von Dividendenkürzungen zu beobachten sei. Stattdessen hätten Unternehmen ihre Aktienrückkaufprogramme deutlich aufgestockt, um den jüngsten Kursverfall aufzufangen. Marcus Morris-Eyton von AllianceBernstein sprach von einem „spürbaren Anstieg" der Rückkäufe, da die aktuellen Bewertungen für viele Unternehmen eine attraktive Rendite auf das investierte Kapital böten.
Doch solche Maßnahmen sind Kosmetik. Sie kaschieren die Symptome, bekämpfen aber nicht die Ursache. Christoph Berger von Allianz Global Investors, der vor Kriegsbeginn noch ein hohes einstelliges bis zweistelliges Gewinnwachstum prognostiziert hatte, rechne nun nur noch mit „solidem", aber keineswegs zweistelligem Wachstum. Von „selektiven Gewinnern" abgesehen, sei der Konflikt für die europäischen Unternehmensgewinne insgesamt nicht förderlich.
Gold als Fels in der Brandung
In Zeiten wie diesen, in denen geopolitische Krisen die Aktienmärkte erschüttern, Lieferketten zerreißen und die Inflation befeuern, zeigt sich einmal mehr der unschätzbare Wert physischer Edelmetalle. Während Aktien, ETFs und andere Papierwerte den Launen der Weltpolitik ausgeliefert sind, bieten Gold und Silber genau das, was Anleger in stürmischen Zeiten am dringendsten brauchen: Stabilität, Werterhalt und Unabhängigkeit von politischen Entscheidungen. Wer sein Vermögen langfristig sichern möchte, sollte physische Edelmetalle als unverzichtbaren Bestandteil eines breit diversifizierten Portfolios in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung einzuholen, bevor er Anlageentscheidungen trifft. Eine Haftung für finanzielle Verluste, die auf Grundlage dieses Artikels entstehen, wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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