
Kultureller Niedergang im Klassenzimmer: Berliner Gymnasien verstümmeln Goethe und Schiller

Was einst als Bildungsnation galt, verkommt zusehends zur intellektuellen Wüste. Berliner Gymnasien – wohlgemerkt die höchste Schulform unseres Bildungssystems – greifen mittlerweile auf vereinfachte Versionen deutscher Literaturklassiker zurück. Goethes monumentaler „Faust", Schillers zeitlose Dramen, Lessings aufklärerischer „Nathan der Weise" – all diese Meisterwerke der deutschen Geistesgeschichte werden nun in einer Art Kinderbuchsprache serviert, die ursprünglich für Real- und Hauptschüler konzipiert wurde.
Die Kapitulation vor dem eigenen Bildungsauftrag
Am Weddinger Lessing-Gymnasium, wo rund 60 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund aufweisen, wird „Nathan der Weise" aus angeblichen Zeitgründen größtenteils in vereinfachter Sprache gelesen. Lediglich die berühmte Ringparabel darf noch im Original erklingen – und selbst diese wird um 15 Prozent gekürzt. Man fragt sich unwillkürlich: Wenn schon die Essenz eines Werkes beschnitten wird, was bleibt dann noch übrig von der literarischen Substanz?
Der Cornelsen-Verlag, dessen Reihe „Einfach klassisch" ursprünglich als Lernhilfe gedacht war, kürzt die Originaltexte nach eigenem Ermessen „angemessen". Was genau unter diesem dehnbaren Begriff zu verstehen ist, bleibt im Dunkeln – eine Beliebigkeit, die dem Geist der Aufklärung, den diese Werke verkörpern, geradezu Hohn spricht.
Raptexte statt Ringparabel?
Besonders entlarvend sind die Äußerungen des Berliner Landesschülersprechers Orçun Ilte. Er kritisiert allen Ernstes, dass Literaturklassiker keine Anknüpfungspunkte an das Alltagsleben von Schülern mit Migrationshintergrund hätten. Sein Gegenvorschlag: Man solle stattdessen Raptexte analysieren. Eine Forderung, die in ihrer intellektuellen Armut kaum zu überbieten ist.
Denn mit dieser Logik müsste man auch Mathematik, Physik und Geschichte abschaffen – schließlich haben auch diese Fächer wenig mit dem unmittelbaren Alltag eines Jugendlichen zu tun. Der Sinn von Bildung besteht doch gerade darin, den Horizont zu erweitern, nicht ihn auf das bereits Bekannte zu verengen. Wer nach Deutschland kommt und hier leben möchte, sollte die kulturellen Grundlagen dieses Landes kennenlernen – nicht umgekehrt.
Die systematische Absenkung des Bildungsniveaus
Christian Plein vom Fachverband Deutsch rechtfertigt die Vereinfachung mit dem Hinweis, dass viele Jugendliche – besonders mit Migrationshintergrund – das Lesen nur bedingt oder kaum beherrschten. Doch statt die Ursachen dieses Missstands zu bekämpfen, wird das Symptom zur neuen Norm erhoben. Statt Schüler zu fördern und zu fordern, senkt man die Anforderungen auf das Niveau der Schwächsten.
Kritische Lehrkräfte stellen zu Recht die Frage, was ein Abitur noch wert sei, wenn Schüler nur noch vereinfachte Texte lesen. Die Antwort liegt auf der Hand: nichts mehr. Ein Hochschulreifezeugnis, das auf der Lektüre von Kinderbuchversionen basiert, ist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt ist.
Ein bundesweites Phänomen des Verfalls
Berlin steht mit dieser Entwicklung keineswegs allein. In Niedersachsen hat das Kultusministerium angekündigt, dass ab dem kommenden Schuljahr in Grundschulen kein schriftliches Dividieren mehr gelehrt werden soll – die Rechenform sei zu komplex und fehleranfällig. Man reibt sich verwundert die Augen: Soll künftig auch das Einmaleins gestrichen werden, weil es manche Schüler überfordert?
Was wir hier beobachten, ist nichts weniger als die systematische Demontage des deutschen Bildungswesens. Während asiatische Länder ihre Schüler zu Höchstleistungen antreiben, orientiert sich Deutschland an den Schwächsten. Das Ergebnis ist eine Generation, die weder die eigene Kultur kennt noch die intellektuellen Werkzeuge besitzt, um in einer globalisierten Welt zu bestehen.
Die Zerstörung des kulturellen Erbes
Goethe, Schiller und Lessing sind nicht irgendwelche verstaubten Autoren aus einer fernen Vergangenheit. Sie sind das geistige Fundament Europas, die Verkörperung der Aufklärung, die Grundlage unserer freiheitlichen Gesellschaft. Ihre Werke in „einfache Sprache" zu übersetzen, bedeutet, ihnen die Seele zu rauben. Denn Literatur ist, wie es der Philologe Karl Büchner einst formulierte, „das Spiel von Sprache, Geist und Form" – und dieses Spiel können nur die Autoren selbst spielen, nicht irgendwelche pädagogisch beflissenen Lektoren.
Die Tragik dieser Entwicklung liegt darin, dass sie ausgerechnet jenen schadet, denen sie angeblich helfen soll. Schüler mit Migrationshintergrund, die nur vereinfachte Texte lesen, werden niemals die volle Tiefe der deutschen Sprache und Kultur erfassen können. Sie werden zu Bürgern zweiter Klasse erzogen – mit einem Abitur in der Tasche, das sie für keine anspruchsvolle Tätigkeit qualifiziert.
Deutschland, einst das Land der Dichter und Denker, verkommt zum Land der Vereinfacher und Verweigerer. Eine Entwicklung, die nicht nur unsere Redaktion, sondern auch ein Großteil der deutschen Bevölkerung mit wachsender Sorge beobachtet. Es ist höchste Zeit, dass die Politik diesen kulturellen Niedergang stoppt – bevor von unserem geistigen Erbe nichts mehr übrig ist als ein paar Raptexte.
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