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Kettner Edelmetalle
13.02.2026
07:23 Uhr

Kupferschmelzen weltweit am Tiefpunkt: Globale Verhüttung auf Zehn-Jahres-Tief eingebrochen

Kupferschmelzen weltweit am Tiefpunkt: Globale Verhüttung auf Zehn-Jahres-Tief eingebrochen

Was sich auf den internationalen Rohstoffmärkten derzeit abspielt, hat das Zeug zu einem veritablen Erdbeben. Satellitendaten enthüllen eine beunruhigende Realität: Die globale Kupferverhüttung ist im Januar 2026 auf den niedrigsten Stand seit Beginn der systematischen Erfassung vor knapp einem Jahrzehnt gefallen. Ein Alarmsignal, das weit über die Bergbaubranche hinaus Wellen schlagen dürfte.

Kupferpreis unter Druck – trotz Rallye im Vorjahr

Nach einer turbulenten, aber insgesamt aufwärts gerichteten Preisentwicklung im Jahr 2025 – angetrieben durch Lieferunterbrechungen in Indonesien und Südamerika sowie die Verwerfungen durch Trumps aggressive Zollpolitik – gerät der Kupferpreis nun erneut ins Rutschen. Kupfer zur Lieferung im März verlor am Donnerstag über drei Prozent und notierte bei 5,78 Dollar pro Pfund, umgerechnet rund 12.740 Dollar je Tonne. Damit liegt das rote Metall bereits zwölf Prozent unter seinen Höchstständen von vor gerade einmal zwei Wochen. Ein Rücksetzer, der Fragen aufwirft.

Doch der eigentliche Sprengstoff liegt nicht im Preis selbst, sondern in den Daten, die ihn treiben. Der SAVANT Global Copper Smelting Index des Satellitenüberwachungsunternehmens Earth-i, der rund 95 Prozent der weltweiten Schmelzkapazitäten abdeckt, zeichnet ein düsteres Bild: 14,3 Prozent der globalen Verhüttungskapazität lagen im Januar brach – ein Rückgang von 2,5 Prozent gegenüber Dezember. Und das ausgerechnet in einer Phase, die traditionell als die aktivste Periode der Branche gilt.

China als einsamer Fels in der Brandung

Die globale Zahl verschleiert dabei eine dramatische regionale Kluft. China, das allein 45 Prozent der von SAVANT erfassten Schmelzkapazitäten beherbergt, meldete eine Inaktivitätsrate von lediglich 7,5 Prozent. Das kommunistische Regime in Peking hält seine Industrie am Laufen – koste es, was es wolle. Viele chinesische Schmelzen und Raffinerien werden von lokalen Regierungen gestützt, die den Betrieb auch dann aufrechterhalten, wenn die Margen längst ins Negative gerutscht sind. Marktwirtschaft sieht anders aus.

Außerhalb Chinas hingegen offenbart sich das wahre Ausmaß der Krise: Die aktive Tonnage ist um 1,2 Millionen Tonnen niedriger als im Vorjahreszeitraum. Eine Zahl, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Der steilste Rückgang im Jahresvergleich entfiel auf Asien und Ozeanien, wo mehr als 850.000 Tonnen an aktiver Kapazität wegbrachen. Die Schließung der Isabel-Leyte-Schmelze (PASAR) auf den Philippinen und die vorübergehende Stilllegung der Gresik- und Manyar-Werke in Indonesien – beide nach der verheerenden Schlammflut in der Grasberg-Mine im September 2025 – haben tiefe Narben hinterlassen.

Südamerika und Europa ebenfalls schwer getroffen

Auch Südamerika und Europa verzeichneten jeweils Rückgänge der aktiven Tonnage von mehr als 100.000 Tonnen. In Chile steht die Salvador-Schmelze (Potrerillos) seit einem Kamineinbruch im Juni 2025 still – ein Ende der Ausfallzeit ist nicht absehbar. Afrika wiederum erlebte die schärfste relative Verschlechterung aller Regionen: Die Inaktivitätsrate schnellte um 12,9 Prozent auf 28,4 Prozent empor. Ein Lichtblick immerhin: Erste Betriebssignale der neuen 500.000-Tonnen-Schmelze Kamoa-Kakula in der Demokratischen Republik Kongo deuten darauf hin, dass der Kontinent mittelfristig wieder an Bedeutung gewinnen könnte.

Verarbeitungsgebühren im freien Fall – ein historisches Novum

Die historische Schwäche der globalen Schmelzaktivität ist untrennbar mit einem beispiellosen Kollaps der sogenannten Treatment and Refining Charges (TCRCs) verknüpft – jener Gebühren, die Bergbauunternehmen an Schmelzen zahlen, um Konzentrat in raffiniertes Kupfer umzuwandeln. Minenausfälle haben das Angebot an Konzentrat derart verknappt, dass Schmelzen – von denen viele erst in den letzten Jahren im Zuge eines aggressiven chinesischen Ausbaus ans Netz gingen – um den knappen Rohstoff konkurrieren müssen.

Das Ergebnis ist erschütternd: Spot-TCRCs sind tief in den negativen Bereich gestürzt, mit jüngsten Ausschreibungen bei minus 45 Dollar pro Tonne und minus 4,5 Cent pro Pfund. Der Benchmark-Jahresvertrag von Antofagasta mit einem chinesischen Schmelzer für 2026 wurde bei null Dollar abgeschlossen – die niedrigsten jemals verzeichneten Konditionen. Bei solchen Zahlen verschwinden die Verarbeitungsmargen schlichtweg, und es verwundert kaum, dass Betriebe außerhalb Chinas reihenweise die Produktion drosseln.

Was bedeutet das für Anleger und die Weltwirtschaft?

Die Entwicklung am Kupfermarkt ist mehr als nur eine Branchennachricht. Kupfer gilt seit jeher als Barometer der Weltwirtschaft – nicht umsonst trägt es den Spitznamen „Dr. Copper". Wenn die globale Verhüttung auf ein Zehn-Jahres-Tief fällt, während gleichzeitig die Nachfrage nach dem Metall für Elektrifizierung, Infrastruktur und Rüstung ungebrochen steigt, dann braut sich ein perfekter Sturm zusammen. Die Verknappung auf der Angebotsseite könnte mittelfristig zu erheblichen Preissprüngen führen – mit weitreichenden Konsequenzen für Industrie und Verbraucher gleichermaßen.

Für Deutschland, das ohnehin unter einer schwächelnden Industrieproduktion und explodierenden Energiekosten leidet, sind steigende Kupferpreise Gift. Die neue Große Koalition unter Kanzler Merz hat mit ihrem 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur ambitionierte Pläne – doch wenn die Rohstoffpreise durch die Decke gehen, wird jede Brücke, jedes Kabel und jede Transformatorstation empfindlich teurer. Ob man in Berlin diese Zusammenhänge auf dem Schirm hat, darf bezweifelt werden.

In Zeiten derartiger Verwerfungen an den Rohstoffmärkten und geopolitischer Unsicherheiten erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker im Portfolio. Während industrielle Rohstoffe wie Kupfer von Produktionsausfällen und politischen Eingriffen hin- und hergeworfen werden, bieten Edelmetalle jene Stabilität und Wertbeständigkeit, die in turbulenten Zeiten unverzichtbar ist. Als Beimischung in einem breit gestreuten Anlageportfolio können sie einen wesentlichen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen spiegeln ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keinerlei Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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