
Londons Schokoladen-Ikone am Ende: Wie explodierende Kakaopreise ein Traditionshaus zerstörten
Es ist eine Geschichte, die wie aus einem bittersüßen Roman klingt – und doch bittere Realität ist. Marasu's Petit Fours, einst Londons größter Hersteller von Premium-Schokolade und angebliche Inspiration für Roald Dahls unsterbliches Werk „Charlie und die Schokoladenfabrik", hat Insolvenz angemeldet. Rund 300 Tonnen feinster Schokolade produzierte das Unternehmen jährlich. Nun ist Schluss. Die Fabrik schweigt, die Maschinen stehen still.
Ein Imperium aus Kakao und Leidenschaft
Gegründet wurde das Unternehmen 1987 von den Pâtissiers Rolf Kern und Gabi Kohler – zwei Handwerker mit einer Vision, die sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer der angesehensten Schokoladenmarken Großbritanniens entwickeln sollte. Von den rund 2.300 Quadratmeter großen Produktionsstätten im Londoner Stadtteil Park Royal aus belieferte Marasu's Petit Fours die Crème de la Crème des britischen Einzelhandels: Harrods, Selfridges, Fortnum & Mason, Pret a Manger. Der Economist kürte das Unternehmen 2003 gar zu einem der drei besten Schokoladengeschäfte der Welt.
2006 übernahm die Prestat Group das Haus. Prestat selbst – ein Name, der seit 1902 an der Londoner Piccadilly für britische Schokoladenkultur stand – galt als kulturelles Wahrzeichen. Der legendäre Laden an der Piccadilly soll den Schriftsteller Roald Dahl zur fantastischen Welt von „Charlie und die Schokoladenfabrik" inspiriert haben. Dahl erwähnte Prestats Trüffel sogar namentlich in seinem Roman „My Uncle Oswald".
Die Kakaopreis-Explosion als Todesstoß
Doch was hat dieses Traditionshaus letztlich in den Abgrund gerissen? Die Antwort liegt – wie so oft in diesen Zeiten – in den globalen Rohstoffmärkten. Im Jahr 2024 explodierten die Kakaopreise auf historische Rekordniveaus. Ghana und die Elfenbeinküste, die zusammen etwa 60 Prozent der weltweiten Kakaoproduktion bestreiten, wurden von Pflanzenkrankheiten und extremen Wetterereignissen heimgesucht. Die Ernten fielen katastrophal gering aus.
Für einen Premium-Hersteller wie Marasu's Petit Fours, dessen Geschäftsmodell auf hochwertigsten Rohstoffen basierte, war dies ein Schlag, von dem sich das Unternehmen nicht mehr erholen konnte. Am 6. Februar 2026 wurden offiziell Insolvenzverwalter bestellt, die Bestätigung folgte am 17. Februar. Zuvor hatte die Muttergesellschaft Prestat bereits ihren ikonischen Laden an der Piccadilly geschlossen – nach über 120 Jahren.
Rohstoffpreise als unterschätztes Risiko
Der Fall Marasu's Petit Fours ist dabei kein Einzelfall, sondern symptomatisch für eine gesamte Branche unter Druck. Die Schokoladenindustrie weltweit ächzt unter den gestiegenen Kakaopreisen. Wer glaubt, dass sich die Lage schnell entspannen werde, dürfte sich täuschen. Die strukturellen Probleme in den westafrikanischen Anbauländern – marode Infrastruktur, alternde Kakaobäume, zunehmende Wetterextreme – sind nicht über Nacht zu lösen. Hier zeigt sich einmal mehr, wie verwundbar globale Lieferketten tatsächlich sind und wie schnell Rohstoffpreisschwankungen selbst etablierte Unternehmen in die Knie zwingen können.
Ein Investor springt ein – aber zu welchem Preis?
Im Rahmen eines sogenannten „Pre-Pack"-Insolvenzverfahrens – einer bereits vor der formellen Insolvenz vereinbarten Übernahmelösung – wird die Marke Prestat nun an L'Artisan du Chocolat verkauft, das dem Investmentunternehmen Polus Capital Management gehört. Die Marke soll künftig ausschließlich als Online-Händler weitergeführt werden. John Tague, Vorsitzender von L'Artisan du Chocolat, sprach von „spannenden Plänen" und einer „unvergleichlichen Tradition".
Schöne Worte. Doch was bleibt von einem Traditionshaus, wenn der physische Laden verschwindet, die Produktion eingestellt wird und nur noch ein digitaler Schatten seiner selbst übrig ist? Man darf skeptisch sein, ob ein reiner Online-Vertrieb dem Erbe gerecht werden kann, das über Jahrzehnte aufgebaut wurde.
Eine Mahnung für turbulente Zeiten
Die Pleite von Marasu's Petit Fours ist mehr als nur eine Wirtschaftsmeldung aus London. Sie ist ein Lehrstück darüber, wie fragil selbst die erfolgreichsten Geschäftsmodelle sind, wenn die Rohstoffmärkte verrücktspielen. In einer Welt, in der geopolitische Spannungen, Klimaereignisse und fragile Lieferketten zur neuen Normalität geworden sind, stellt sich für jeden Unternehmer und Anleger die Frage: Wie schütze ich mein Vermögen vor solchen Verwerfungen?
Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher in Krisenzeiten bewährt. Während Unternehmen kommen und gehen, Rohstoffpreise schwanken und ganze Branchen unter Druck geraten, bieten Edelmetalle eine zeitlose Absicherung gegen die Unwägbarkeiten dieser Welt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wertvollen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.
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