
Luxus statt Klassenkampf: AOC-Team gibt fast 50.000 Dollar für Hotels aus

Sie wettert gegen Milliardäre, gegen Ungleichheit und gegen eine angeblich „manipulierte Wirtschaft“. Ihr Wahlkampfteam schläft aber offenbar am liebsten in noblen Herbergen. Die Kampagne der US-Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez soll seit April rund 47.000 Dollar für Aufenthalte in gehobenen und luxuriösen Hotels in den ganzen USA ausgegeben haben. Das geht aus einer Auswertung der Unterlagen bei der Bundeswahlkommission FEC hervor, die die „New York Post“ veröffentlicht hat.
Boutique-Hotel, Dachterrasse, Limousine
Dem Bericht zufolge geht es um etwa 45 einzelne Buchungen. Das Team war im Land unterwegs, um vor den Zwischenwahlen 2026 für demokratische Kandidaten zu werben. Beobachter sehen darin zugleich eine Probe für eine mögliche Präsidentschaftskandidatur 2028.
Die Liste liest sich wie ein Reiseführer für Besserverdiener:
- 5.044 Dollar im „The Memphian“ in Memphis, einem Boutique-Hotel mit Spa und Rooftop-Bar
- 1.599 und 2.694 Dollar im historischen Vier-Sterne-Haus „Candler Hotel“ in Atlanta
- 2.274 Dollar im „The Talbott“ an Chicagos edler Gold Coast
- Dazu kleinere Beträge in Manhattan, darunter 530,46 Dollar im „Thompson Central Park“
Auch zu Fuß ging es offenbar selten. Laut den Unterlagen flossen mehrere tausend Dollar an Limousinen- und Chauffeurdienste, darunter 1.791 Dollar an einen Limo-Service in Queens und 1.406 Dollar an den Premium-Fahrdienst Blacklane.
Prall gefüllte Kasse, viele Kleinspender
Am Geld mangelt es nicht. Mehr als 37 Millionen Dollar hat die Kampagne dem Bericht zufolge in diesem Jahr eingesammelt, ein großer Teil davon von Kleinspendern. Fast 18 Millionen Dollar seien noch auf dem Konto.
Genau da liegt der Knackpunkt. Es sind die Kellnerin, der Lagerarbeiter und die Rentnerin, die ihre 20 oder 50 Dollar überweisen, weil sie an den Kampf gegen „die da oben“ glauben. Verboten sind solche Ausgaben nicht. Aber wie gut passen sie zu dem Bild, das die Politikerin von sich zeichnet?
Ein Muster mit Vorgeschichte
Neu ist die Debatte nicht. Schon während der „Fighting Oligarchy“-Tour mit Senator Bernie Sanders sorgten Ausgaben für gehobene Hotels für Schlagzeilen. Beide wurden damals beim Aussteigen aus einem Privatjet gefilmt. Sanders’ Kampagne soll 2025 laut späteren Berichten insgesamt mehr als 550.000 Dollar für Privatflüge ausgegeben haben. Er verteidigte das: Anders sei es nicht möglich, die großen Menschenmengen zu erreichen.
Auch Ausgaben der Kampagne in Puerto Rico wurden kritisiert. Dort ging es um Hotels, Essen und die Miete einer Veranstaltungsstätte. Faktenchecker hielten allerdings dagegen, dass das Geld nicht für ein Konzert des Rappers Bad Bunny ausgegeben worden sei, wie zum Teil behauptet wurde. Gut in Erinnerung ist dagegen ihr Auftritt bei der Met Gala im Kleid mit der Aufschrift „Tax the Rich“. Wegen der geliehenen Garderobe stellte der Ethikausschuss damals einen Verstoß gegen die Geschenkregeln fest.
„Champagner-Kommunistin“: Die Kritik wird lauter
Die Republikaner wittern ihre Chance. Joseph Hernandez bewirbt sich für die Republikaner um das Amt des Rechnungsprüfers im Bundesstaat New York und ist einst aus Kuba geflohen. Er nannte Ocasio-Cortez eine „Champagner-Kommunistin“. Der Zeitung sagte er, er sei in einem echten kommunistischen Land aufgewachsen, wo die Machthaber wie Könige gelebt hätten, während alle anderen für Brot anstehen mussten.
Der republikanische Kandidat Anthony Constantino warf den Demokraten vor, sie wollten mit Spendengeld nur schöne Dinge für sich selbst kaufen.
Wasser predigen, Wein trinken
Die Geschichte ist keine amerikanische Besonderheit. Auch hierzulande kennt man Politiker, die von den Bürgern Verzicht beim Heizen, Fliegen und Autofahren verlangen und selbst gern bequem reisen. Die Spendenunterlagen sind öffentlich, und das aus gutem Grund. Wie glaubwürdig das ist, müssen am Ende die Wähler entscheiden.
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