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22.03.2026
11:13 Uhr

Machtpoker in der Straße von Hormus: Iran lockt Japan mit Sonderpassage – Tokio laviert zwischen Teheran und Washington

Machtpoker in der Straße von Hormus: Iran lockt Japan mit Sonderpassage – Tokio laviert zwischen Teheran und Washington

Die geopolitischen Spannungen rund um die Straße von Hormus nehmen eine neue, brisante Wendung. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat Japan ein bemerkenswertes Angebot unterbreitet: Teheran sei bereit, japanischen Schiffen eine sichere Durchfahrt durch die strategisch bedeutsamste Meerenge der Welt zu gewähren – vorausgesetzt, Tokio stimme sich bilateral mit dem Iran ab. Ein Angebot, das nach diplomatischer Großzügigkeit klingt, in Wahrheit aber ein vergiftetes Geschenk sein dürfte.

Japans Außenminister bremst – aus gutem Grund

Japans Außenminister Toshimitsu Motegi reagierte auf das iranische Angebot mit jener höflichen Zurückhaltung, die in der japanischen Diplomatie als klare Absage zu verstehen ist. „Das ist nichts, was wir zum jetzigen Zeitpunkt in Erwägung ziehen", erklärte Motegi in einer Sendung des japanischen Fernsehsenders Fuji Television. Stattdessen wolle sich Japan darauf konzentrieren, „Bedingungen zu schaffen, unter denen jeder passieren kann". Eine Formulierung, die elegant verschleiert, in welchem Dilemma sich Tokio befindet.

Denn die Lage ist für Japan existenziell bedrohlich. Rund 90 Prozent der japanischen Erdölimporte stammen aus dem Nahen Osten. 45 Schiffe mit Verbindung zu Japan seien derzeit von der Blockade der Handelsroute betroffen. Wer sich diese Zahlen vor Augen führt, versteht, warum das iranische Angebot in Tokio durchaus auf offene Ohren stoßen könnte – wäre da nicht der mächtige Verbündete jenseits des Pazifiks.

Zwischen Hammer und Amboss: Washingtons Druck auf Tokio

Japans Premierministerin Sanae Takaichi traf erst am vergangenen Donnerstag in Washington US-Präsident Donald Trump, der sie unmissverständlich aufforderte, sich stärker für die Öffnung der Meerenge einzusetzen. Trump, der bekanntlich wenig Geduld für diplomatische Feinheiten aufbringt, dürfte kaum begeistert sein, wenn Japan einen Sonderdeal mit dem Iran einginge. Ein japanischer Beamter brachte das Dilemma auf den Punkt: Direkte Verhandlungen mit dem Iran seien zwar der „wirksamste Weg", die Blockade aufzuheben – man müsse dabei jedoch vermeiden, die USA zu provozieren.

Takaichi habe Trump dargelegt, welche Unterstützung Japan unter seiner Gesetzgebung leisten könne und welche nicht. Japans pazifistische Nachkriegsverfassung schränkt militärische Auslandseinsätze bekanntlich stark ein. Ein Sicherheitsgesetz von 2015 erlaubt zwar den Einsatz der Selbstverteidigungsstreitkräfte im Ausland – allerdings nur dann, wenn ein Angriff, auch auf enge Sicherheitspartner, Japans Existenz unmittelbar bedroht und keine anderen Mittel verfügbar sind. Motegi brachte immerhin hypothetische Minenräumungsmaßnahmen ins Spiel, sollte es zu einem vollständigen Waffenstillstand kommen.

Irans Kalkül: Divide et impera

Das iranische Angebot an Japan ist bei nüchterner Betrachtung ein klassisches Manöver der Spaltung. Teheran versucht offenkundig, die westliche Allianz aufzubrechen, indem es einzelnen Staaten bilaterale Sonderkonditionen in Aussicht stellt. Wer sich mit dem Iran arrangiert, so die Botschaft, dessen Schiffe passieren sicher. Wer nicht kooperiert, bleibt draußen. Es ist ein Spiel, das bereits Wirkung zeigt: Schiffe aus Indien und Pakistan sollen die Straße von Hormus zuletzt passiert haben.

Auch Südkorea bemüht sich intensiv um eine Lösung. Seoul stehe in engem Austausch mit involvierten Staaten, darunter dem Iran, erklärte ein Sprecher des südkoreanischen Außenministeriums. Gleichzeitig schloss sich Südkorea einer gemeinsamen Erklärung von sieben Ländern an, die iranische Angriffe auf Golfstaaten und die weitgehende Schließung der Meerenge verurteilte – ein diplomatischer Spagat, der die Zerrissenheit der betroffenen Nationen offenbart.

Europas fatale Abhängigkeit – und Deutschlands Schweigen

Was in der Straße von Hormus geschieht, betrifft keineswegs nur Ostasien. Die Meerenge ist die Lebensader des globalen Ölhandels. Dass Europa – und insbesondere Deutschland – in dieser Krise kaum eine Rolle spielt, ist bezeichnend für den außenpolitischen Bedeutungsverlust, den unser Land in den vergangenen Jahren erlitten hat. Während Japan und Südkorea fieberhaft nach Lösungen suchen, herrscht in Berlin weitgehend Funkstille. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat offenbar andere Prioritäten – etwa das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das kommende Generationen mit Schulden belastet, statt die energiepolitische Souveränität Deutschlands zu stärken.

Die Krise um die Straße von Hormus führt einmal mehr vor Augen, wie verwundbar Nationen sind, die sich in einseitige Energieabhängigkeiten begeben haben. Japan bezieht 90 Prozent seines Öls aus dem Nahen Osten – eine Abhängigkeit, die in Friedenszeiten bequem ist, in Krisenzeiten aber zur existenziellen Bedrohung wird. Deutschland hat mit seiner ideologiegetriebenen Energiewende und dem überstürzten Ausstieg aus der Kernenergie eine ähnlich fatale Verwundbarkeit geschaffen. Wer seine Energieversorgung auf dem Altar grüner Utopien opfert, darf sich nicht wundern, wenn er im Ernstfall mit leeren Händen dasteht.

Gold als Krisenversicherung – bewährter denn je

In Zeiten eskalierender geopolitischer Konflikte, blockierter Handelsrouten und explodierender Energiepreise zeigt sich einmal mehr der zeitlose Wert physischer Edelmetalle. Während Ölpreise wild schwanken und Aktienmärkte nervös auf jede neue Eskalationsmeldung reagieren, erweist sich Gold als das, was es seit Jahrtausenden ist: ein sicherer Hafen in stürmischen Zeiten. Wer sein Vermögen gegen die Unwägbarkeiten einer zunehmend instabilen Weltordnung absichern möchte, kommt an physischen Edelmetallen als Beimischung eines breit gestreuten Portfolios kaum vorbei.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Für Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, die auf Informationen in diesem Artikel basieren, übernehmen wir keinerlei Haftung. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen qualifizierten Finanzberater.

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