
Macrons Atom-Gipfel: 60 Nationen sollen die Kernkraft retten – während Deutschland zusieht
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron trommelt die Welt zusammen. Rund 60 Staaten und internationale Organisationen hat er zu einem Gipfeltreffen über die zivile Nutzung der Kernenergie nach Boulogne-Billancourt bei Paris eingeladen. Am 10. März soll dort ein Fahrplan für „sichere und zugängliche" Atomkraft als Instrument der Energiewende verabschiedet werden. Ein ambitioniertes Vorhaben – und eine schallende Ohrfeige für all jene, die Kernenergie jahrelang als Teufelswerk verteufelt haben.
Verdreifachung der Kapazitäten bis 2050
Der Gipfel baut auf ein Vorgängertreffen in Brüssel vor zwei Jahren auf, bei dem sich bereits rund 30 Länder zu einer Verdreifachung ihrer Kernkraftkapazitäten bis 2050 verpflichtet hatten. Diese Zusage war im Rahmen der internationalen Klimakonferenz COP28 in Dubai entstanden. Frankreich hoffe nun, diese Verpflichtung nicht nur zu bekräftigen, sondern weitere Staaten für diesen Kurs zu gewinnen, hieß es aus Paris. Der Gipfel solle „ein starkes Signal für die friedliche Nutzung von Atomkraft senden".
Unter den Eingeladenen befänden sich die USA, China sowie zahlreiche europäische Staaten. Auch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), die Asean und die Afrikanische Kommission für Kernenergie seien zur Teilnahme aufgefordert worden. Die Botschaft ist unmissverständlich: Die Welt setzt auf Kernkraft. Punkt.
Deutschland – das energiepolitische Geisterhaus Europas
Während Macron die globale Atomkraft-Renaissance orchestriert, steht Deutschland als mahnendes Beispiel dafür da, wie man eine funktionierende Energieinfrastruktur mutwillig zerstört. Im April 2023 gingen die letzten drei deutschen Kernkraftwerke vom Netz – ein ideologisch motivierter Akt, der in der Geschichte der Industrienationen seinesgleichen sucht. Während Frankreich, die USA, China und dutzende weitere Nationen die Kernenergie als unverzichtbaren Baustein einer stabilen Energieversorgung betrachten, hat sich Deutschland unter dem Einfluss grüner Ideologie freiwillig aus dem Rennen genommen.
Die Konsequenzen sind längst spürbar. Explodierende Strompreise belasten Haushalte und Unternehmen gleichermaßen. Die Deindustrialisierung schreitet voran. Und die vermeintlich „grüne" Alternative? Gaskraftwerke, die bei Dunkelflaute einspringen müssen, und eine Abhängigkeit von Stromimporten aus – man höre und staune – französischen Atomkraftwerken. Die Ironie könnte kaum bitterer sein.
Fukushima als Totschlagargument hat ausgedient
Dass der Gipfel ausgerechnet kurz vor dem 15. Jahrestag der Fukushima-Katastrophe am 11. März stattfindet, dürfte kein Zufall sein. Macron setzt damit ein bewusstes Zeichen: Die Welt hat aus Fukushima gelernt – aber nicht die Lektion, die deutsche Grüne daraus gezogen haben. Statt Kernkraft pauschal zu verdammen, haben die meisten Nationen ihre Sicherheitsstandards verschärft und bauen weiter. Japan selbst hat längst begonnen, seine Reaktoren wieder hochzufahren.
Das Gipfeltreffen fällt zudem in die Vorbereitungsphase der alle fünf Jahre stattfindenden Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags im Mai. Die klare Trennung zwischen ziviler und militärischer Nutzung der Kernenergie dürfte dabei eine zentrale Rolle spielen.
Ein Weckruf, den Berlin verschlafen wird?
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor einer Grundsatzentscheidung. Wird Deutschland weiterhin stur an seinem ideologischen Sonderweg festhalten, während der Rest der Welt die Kernkraft als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts ausbaut? Oder findet sich endlich der politische Mut, die Fehler der Vergangenheit einzugestehen und zumindest eine Debatte über die Rückkehr zur Kernenergie zu führen?
Die Zeichen stehen nicht gut. Denn in Deutschland gilt nach wie vor: Wer Kernkraft auch nur erwähnt, wird reflexartig in die Ecke der Ewiggestrigen gestellt. Dabei sind es gerade die selbsternannten Fortschrittlichen, die mit ihrer Anti-Atom-Hysterie eine ganze Volkswirtschaft in die energiepolitische Sackgasse manövriert haben. Macrons Gipfel wird einmal mehr zeigen, wie isoliert Deutschland mit seiner Position dasteht – ein Land, das sich einst als Technologieführer verstand und nun zusehen muss, wie andere die Zukunft der Energieversorgung gestalten.

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