
Mali versinkt im Chaos: Islamisten erobern strategische Schlüsselposition
Die Sicherheitslage in Mali verschlechtert sich dramatisch. Wie aus der Region geflohene Vertreter berichten, sei die strategisch wichtige Stadt Farabougou nun vollständig unter der Kontrolle islamistischer Milizen gefallen. Die etwa 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako gelegene Stadt wurde von der sogenannten Gruppe für die Unterstützung des Islams und der Muslime (JNIM) eingenommen - einer Organisation mit direkten Verbindungen zum internationalen Terrornetzwerk Al-Kaida.
Symbolträchtiger Verlust für die Militärjunta
Der Fall Farabougous markiert einen besonders bitteren Rückschlag für die herrschende Militärjunta. Ausgerechnet die Beendigung der dschihadistischen Blockade dieser Kleinstadt war 2020 eine der ersten propagandistisch ausgeschlachteten Maßnahmen der Putschisten unter Oberst Assimi Goita gewesen. Nun, fünf Jahre später, müssen sie hilflos zusehen, wie ihre vermeintlichen Erfolge in sich zusammenbrechen.
Die malische Armee hatte sich bereits in der vergangenen Woche nach heftigen Angriffen aus einem ihrer größten Stützpunkte in der Region zurückziehen müssen. Seitdem herrscht militärisches Schweigen - keine Intervention, keine Gegenoffensive, nicht einmal offizielle Angaben zu den Opferzahlen. Ein Armutszeugnis für eine Militärführung, die einst angetreten war, das Land von der Terrorbedrohung zu befreien.
Gescheiterte Sicherheitspolitik trotz russischer Unterstützung
Die Einnahme Farabougous offenbart das komplette Versagen der malischen Sicherheitsstrategie. Trotz der demonstrativen Abkehr von der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich und der Hinwendung zu Russland gelingt es den Machthabern nicht, die Ausbreitung islamistischer Gruppen einzudämmen. Im Gegenteil: Die Dschihadisten, die sowohl Verbindungen zu Al-Kaida als auch zum sogenannten Islamischen Staat unterhalten, dehnen ihren Einflussbereich kontinuierlich aus.
"Eine der ersten Maßnahmen der Militärs war die Beendigung einer dschihadistischen Blockade der Kleinstadt"
Diese Worte klingen heute wie blanker Hohn. Was 2020 als großer Erfolg verkauft wurde, entpuppt sich als kurzlebige Scheinlösung. Die strategische Bedeutung Farabougous aufgrund seiner zentralen Lage in der Region Segou macht den Verlust umso schwerwiegender.
Ein Land im freien Fall
Mali leidet seit über einem Jahrzehnt unter massiver Gewalt. Islamistische Terrorgruppen, kriminelle Banden und eine unfähige Staatsführung haben das Land in einen Abwärtsstrudel gerissen. Die beiden Militärputsche seit 2020 haben die Situation nicht verbessert, sondern verschlimmert.
Besonders besorgniserregend ist das im Juli verabschiedete Gesetz, das Junta-Chef Assimi Goita ein fünfjähriges Präsidentenmandat gewährt - ein Mandat, das ohne Wahlen "so oft wie nötig" verlängert werden kann. Diese Selbstermächtigung zeigt, dass die Militärs nicht an einer demokratischen Lösung interessiert sind, sondern lediglich ihre eigene Macht zementieren wollen.
Lehren für Europa
Der Kollaps staatlicher Strukturen in Mali sollte Europa als mahnendes Beispiel dienen. Wenn Staaten ihre Kernaufgabe - die Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung - nicht mehr erfüllen können, entstehen rechtsfreie Räume, die von extremistischen Kräften gefüllt werden. Die unkontrollierte Migration aus solchen Krisenregionen stellt auch für Deutschland eine zunehmende Herausforderung dar.
Es zeigt sich einmal mehr: Schwache Führung, ideologische Verblendung und das Ignorieren von Sicherheitsbedrohungen führen unweigerlich ins Chaos. Mali ist ein Paradebeispiel dafür, was passiert, wenn politische Eliten versagen und extremistische Kräfte die Oberhand gewinnen. Eine Warnung, die auch hierzulande nicht ungehört verhallen sollte - gerade angesichts der steigenden Kriminalität und der zunehmenden Bedrohung durch islamistischen Terror in Deutschland.
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