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Kettner Edelmetalle
05.02.2026
07:02 Uhr

Merz auf LNG-Jagd am Golf: Moralische Doppelmoral oder energiepolitische Notwendigkeit?

Während Deutschland sich noch immer von den Nachwehen der Energiekrise erholt, begibt sich Bundeskanzler Friedrich Merz auf eine Reise, die mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet. Saudi-Arabien, Katar, Vereinigte Arabische Emirate – die Golfstaaten sollen nun als neue Gaslieferanten herhalten. Doch was auf den ersten Blick wie pragmatische Energiepolitik aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein Paradebeispiel deutscher Widersprüchlichkeit.

Russisches Gas war böse – Golf-Gas ist gut?

Die Logik der Bundesregierung erschließt sich selbst wohlwollenden Beobachtern nur schwer. Russisches Erdgas wurde mit moralischen Argumenten verdammt, die Nord-Stream-Pipelines liegen zerstört auf dem Meeresgrund, und Deutschland hat sich verpflichtet, bis 2027 vollständig auf russische Gasimporte zu verzichten. Gleichzeitig soll nun ausgerechnet in Ländern eingekauft werden, deren Menschenrechtsbilanz international regelmäßig für Schlagzeilen sorgt.

Thomas Geisel, ehemaliger Erdgas-Manager und heute BSW-Politiker, bringt es auf den Punkt: Wenn man russische Gasimporte mit moralischen Argumenten beendet habe, sei es moralisch schwer erklärbar, warum man nun in Katar oder Saudi-Arabien LNG einkaufen wolle. Eine Feststellung, der man schwerlich widersprechen kann.

Die Illusion der Diversifizierung

Grundsätzlich ist Diversifizierung in der Energieversorgung vernünftig – niemand sollte alle Eier in einen Korb legen, wie Geisel richtig anmerkt. In seiner Zeit als Einkaufsdirektor bei Ruhrgas habe der Russland-Anteil nie über einem Drittel gelegen. Diese bewährte Strategie wurde jedoch über Bord geworfen, als man beschloss, den größten Gasproduzenten der Welt dauerhaft auszuschließen – unabhängig davon, wie sich die politische Lage entwickelt.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Vorkriegsjahr 2021 stammten etwa 55 Prozent der deutschen Gasimporte aus Russland. Heute kommen zwar 96 Prozent der deutschen LNG-Importe aus den USA, doch das entspricht nur rund zehn Prozent der gesamten Gasimporte. Die Abhängigkeit hat sich also verlagert, nicht verringert.

Klimaziele gegen Langzeitverträge

Ein besonders pikantes Detail der Merz-Reise betrifft die Vertragslaufzeiten. Die Golfstaaten schließen traditionell nur langfristige Verträge ab – oft über 20 Jahre und mehr. Deutschland hat sich jedoch verpflichtet, LNG-Importe spätestens ab 2043 zu beenden. Wie diese beiden Positionen zusammenpassen sollen, bleibt das Geheimnis der Bundesregierung.

„Neue LNG-Verträge sind teuer, klimapolitisch problematisch und binden Deutschland über Jahrzehnte an fossile Importe."

So urteilt Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Die Energieökonomin warnt vor neuen geopolitischen Abhängigkeiten von autoritären Regimen und politisch instabilen Regionen. Statt neue Gaslieferanten zu suchen, entstehe echte Energiesicherheit durch den Ausbau erneuerbarer Energien und Speicherkapazitäten im Inland.

Warum nicht Kanada oder Australien?

Die naheliegende Frage stellt sich unweigerlich: Wenn es schon um die Reduzierung geopolitischer Risiken geht, warum sucht Merz Alternativen ausgerechnet am Golf? Kanada oder Australien wären politisch verlässlichere Partner, mit denen man grundlegende demokratische Werte teilt. Dort gäbe es keine moralischen Brüche, die der Golfkurs unweigerlich mit sich bringt.

Geisel vermutet hinter der Reise auch politische Motive: Der Bundeskanzler wolle sich als führungsstarker europäischer Politiker profilieren. Gleichzeitig lege er damit die Axt an die Vereinbarung, die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit US-Präsident Trump getroffen habe, langfristig große Mengen US-LNG abzunehmen.

Ein politischer Spagat ohne Konsistenz

Was wir derzeit beobachten, ist kein konsistenter Energiepfad, sondern ein politischer Spagat, der die Glaubwürdigkeit deutscher Außenpolitik untergräbt. Der Ausstieg aus russischem Gas hat neue Widersprüche geschaffen, die durch Reisen in den Golf nicht gelöst, sondern lediglich verschoben werden. Die deutschen Bürger zahlen derweil weiterhin überhöhte Energiepreise – denn LNG ist und bleibt teurer als Pipelinegas. Verflüssigung, Transport und Rückvergasung sind energieintensiv, und diese Kosten werden dauerhaft bestehen bleiben.

Die Frage, die sich jeder kritische Beobachter stellen muss, lautet: Handelt es sich hier um pragmatische Realpolitik oder um ideologisch motivierte Symbolpolitik, die am Ende vor allem den deutschen Steuerzahler und Verbraucher belastet?

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