
Mietpreisbremse: Wie planwirtschaftliche Eingriffe den Wohnungsmarkt endgültig ruinieren
Es ist ein Trauerspiel, das sich in Deutschland seit Jahren wiederholt – und doch scheinen die politischen Akteure unfähig oder unwillig, aus den immer gleichen Fehlern zu lernen. Die Mietpreisbremse, dieses Lieblingsinstrument linker Wohnungspolitik, wird von ihren Befürwortern wie ein Heilmittel angepriesen. In Wahrheit ist sie nichts anderes als ein planwirtschaftliches Relikt, das den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt in Deutschland weiter stranguliert.
Die trügerische Verlockung staatlicher Preiskontrolle
Auf den ersten Blick klingt die Idee bestechend einfach: Man deckelt die Mieten, schützt die Bestandsmieter vor steigenden Kosten und stellt sich als Retter der kleinen Leute dar. Wer könnte dagegen sein? Doch wer so denkt, verkennt die fundamentalen Gesetze des Marktes – oder ignoriert sie bewusst. Denn was passiert, wenn Vermieter keine angemessene Rendite mehr erzielen können? Sie investieren nicht mehr. Sie bauen nicht mehr. Sie lassen ihre Objekte verfallen. Genau dieses Szenario kennt man aus der Geschichte sozialistischer Staaten, in denen spottbillige Staatsmieten zu maroden Wohnblöcken und chronischem Wohnungsmangel führten.
Die Parallelen sind frappierend. Und dennoch wird in Deutschland mit geradezu religiösem Eifer an der Mietpreisbremse festgehalten – ja, es gibt sogar Stimmen, die eine weitere Verschärfung fordern. Man fragt sich unwillkürlich: Haben diese Menschen jemals ein Grundlagenbuch der Volkswirtschaftslehre aufgeschlagen?
Wer wirklich unter der Mietpreisbremse leidet
Die bittere Ironie besteht darin, dass ausgerechnet jene am härtesten getroffen werden, denen man angeblich helfen will. Bestandsmieter mögen sich kurzfristig über stabile Mieten freuen. Doch Wohnungssuchende – junge Menschen, Berufseinsteiger, Familien, die eine größere Wohnung brauchen – stehen vor verschlossenen Türen. Buchstäblich. Denn wo nicht gebaut wird, gibt es keine neuen Wohnungen. Wo keine neuen Wohnungen entstehen, explodiert die Nachfrage. Und wo die Nachfrage explodiert, steigen paradoxerweise die Preise für das wenige, was noch verfügbar ist.
Das Ergebnis ist ein Teufelskreis: Erwachsene Kinder ziehen zurück ins Kinderzimmer bei den Eltern, weil sie in der gewünschten Stadt schlicht nichts finden. Fachkräfte können nicht dorthin umziehen, wo Unternehmen sie dringend benötigen. Die Arbeitsmobilität – ein entscheidender Faktor für eine funktionierende Volkswirtschaft – wird massiv eingeschränkt. Deutschland, das Land der Dichter und Denker, wird zum Land der Wohnungssuchenden und Verzweifelten.
ifo-Präsident Fuest warnt eindringlich
Dass diese Analyse keineswegs übertrieben ist, bestätigt nun auch Clemens Fuest, der Präsident des renommierten ifo-Instituts. Eine Ausweitung der Mietpreisbremse würde die Wohnungsnot in Deutschland nicht lindern, sondern im Gegenteil massiv vergrößern, so seine unmissverständliche Warnung. Solche Eingriffe würden den Wohnungsmarkt nicht entlasten, sie würden die Arbeitsmobilität verringern und die Knappheit verschlimmern.
Die Zahlen, die das ifo-Institut vorlegt, sprechen eine deutliche Sprache: Mieten für Neubauten liegen deutschlandweit bereits rund 30 Prozent über den Bestandsmieten. In attraktiven Großstädten beträgt der Aufschlag sogar nahezu 50 Prozent. Diese gewaltige Kluft macht Umzüge für viele Menschen finanziell schlicht unmöglich. Ältere Menschen bleiben in zu großen Wohnungen, während junge Familien verzweifelt nach bezahlbarem Wohnraum suchen. Ein absurdes Missverhältnis, das direkte Folge der staatlichen Regulierungswut ist.
Die wahren Kostentreiber werden ignoriert
Was in der öffentlichen Debatte gerne verschwiegen wird: Auch die Vermieter stehen unter enormem Druck. Steigende Grundsteuern, explodierende Baukosten, immer neue bürokratische Auflagen, gestiegene Bauzinsen und höhere Löhne – dieser toxische Mix zwingt Vermieter zu höheren Mieten, nur um überhaupt noch ihre Kosten decken zu können. Wer glaubt, dass der durchschnittliche deutsche Vermieter ein gieriger Kapitalist sei, der sich auf Kosten seiner Mieter bereichert, der lebt in einer ideologischen Traumwelt.
Die Wahrheit ist: Ein Großteil der deutschen Vermieter sind kleine Privatpersonen, die mit einer oder zwei Wohnungen für ihr Alter vorsorgen wollen. Genau diese Menschen werden durch immer schärfere Regulierungen aus dem Markt gedrängt. Und mit ihnen verschwindet auch das Angebot an Mietwohnungen – ein Effekt, den jeder Erstsemester-Student der Wirtschaftswissenschaften vorhersagen könnte.
Was wirklich helfen würde
Die Lösung liegt nicht in mehr Regulierung, sondern in weniger. Fuest bringt es auf den Punkt: Wichtig wären Maßnahmen, die den Wohnungsbau fördern und die Nutzung des Bestands verbessern. Nur so ließen sich Wohnungsangebot und Nachfrage langfristig in Einklang bringen. Konkret bedeutet das: Bauvorschriften entschlacken, Genehmigungsverfahren beschleunigen, Baukosten senken und Vermietern marktgerechte Renditen ermöglichen.
Doch statt auf marktwirtschaftliche Vernunft zu setzen, scheint die deutsche Politik weiterhin dem Irrglauben anzuhängen, man könne den Wohnungsmarkt durch staatliche Eingriffe heilen. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hätte die historische Chance, mit diesem planwirtschaftlichen Unsinn aufzuräumen. Ob sie den Mut dazu aufbringt, darf angesichts des 500-Milliarden-Euro-Schuldenberges, den man gerade auftürmt, allerdings bezweifelt werden. Denn wer bereit ist, kommende Generationen mit Schulden zu belasten, der scheut offenbar auch nicht davor zurück, den Wohnungsmarkt weiter in die Sackgasse zu manövrieren.
Es bleibt die ernüchternde Erkenntnis: Solange in Deutschland ideologische Scheuklappen die wirtschaftspolitische Debatte dominieren, wird sich an der Wohnungsmisere nichts ändern. Im Gegenteil – sie wird sich verschärfen. Und die Leidtragenden sind wie immer die ganz normalen Bürger, die einfach nur eine bezahlbare Wohnung suchen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Immobilieninvestitionen und andere Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, bevor er Anlageentscheidungen trifft. Für Verluste, die aus der Umsetzung der in diesem Artikel dargestellten Informationen entstehen könnten, übernehmen wir keinerlei Haftung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber können als bewährter Baustein zur Vermögenssicherung eine sinnvolle Ergänzung in einem breit gestreuten Anlageportfolio darstellen.
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