
Milliarden-Poker um U-Boote: TKMS will Kanada mit Wirtschaftspaket ködern

Der deutsche Rüstungskonzern TKMS, einst unter dem Dach von Thyssenkrupp beheimatet und erst vor drei Monaten an die Börse gebracht, greift nach den Sternen – oder besser gesagt: nach den Tiefen der kanadischen Gewässer. Ein Auftrag über bis zu zwölf hochmoderne U-Boote steht auf dem Spiel, geschätzt auf mehr als zehn Milliarden Euro. Doch Vorstandschef Oliver Burkhard weiß: Mit Technik allein gewinnt man heute keine Ausschreibungen mehr.
Mehr als nur Stahlkolosse unter Wasser
„Es geht nicht mehr alleine um die U-Boote", erklärte Burkhard gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters mit bemerkenswerter Offenheit. Was der Manager damit meint, ist nichts Geringeres als ein industriepolitisches Gesamtkunstwerk. TKMS schnürt gemeinsam mit deutschen und norwegischen Unternehmen ein umfassendes Wirtschaftspaket, das weit über die eigentliche Rüstungslieferung hinausreicht.
Die Gespräche umfassen Investitionszusagen in Bereichen wie Seltene Erden, Bergbau, Künstliche Intelligenz und sogar Batterieproduktion für den Automobilsektor. Man fragt sich unwillkürlich: Verkauft hier ein Rüstungskonzern U-Boote oder verhandelt die Bundesrepublik einen Freihandelsvertrag im Kleinformat?
Berlin mischt kräftig mit
Dass an den Verhandlungen nicht nur Konzernvertreter, sondern auch das Wirtschafts- und Verteidigungsministerium sowie das Kanzleramt beteiligt sind, zeigt die strategische Dimension dieses Geschäfts. Hier geht es um mehr als Unternehmensgewinne – hier geht es um geopolitische Positionierung in einer Welt, die sich zunehmend in Blöcke aufteilt.
Die sogenannten „Offset Obligations", also Gegengeschäfte und Investitionsverpflichtungen, sollen für die nächsten 30 Jahre abgeschlossen werden. Eine Generation lang würde Deutschland damit wirtschaftlich an Kanada gebunden sein. Ob das Wirtschaftsministerium unter der neuen Großen Koalition diese Strategie weiter verfolgt, bleibt abzuwarten – eine offizielle Stellungnahme war zunächst nicht zu erhalten.
Südkoreanische Konkurrenz lauert
TKMS steht im direkten Wettbewerb mit Hanwha Ocean aus Südkorea. Die Asiaten haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie im Rüstungsgeschäft ernst zu nehmen sind. Während Deutschland noch über Lieferungen von Leopard-Panzern debattierte, haben südkoreanische Unternehmen längst Fakten geschaffen und sich als verlässliche Partner für NATO-Staaten etabliert.
Burkhard plant für März weitere Gespräche in Kanada und erwartet eine Entscheidung der kanadischen Regierung noch in diesem Jahr. TKMS bietet das U-Boot der Klasse 212CD an – dasselbe Modell, das auch an die norwegische Marine geliefert wird. Eine bewährte Technologie also, keine Experimente.
Auch Indien lockt mit Milliarden
Parallel zum Kanada-Geschäft bahnt sich ein weiterer Großauftrag an. Bis Ende März erwartet TKMS eine Entscheidung der indischen Regierung über einen U-Boot-Deal im Wert von rund acht Milliarden Dollar. Auf den deutschen Konzern könnte dabei etwa die Hälfte des Auftragsvolumens entfallen – rund 3,4 Milliarden Euro.
Die Inder streben eine Regierungsvereinbarung an, um Exportrisiken für die Dauer des Projekts abzusichern. Ein kluger Schachzug, der zeigt, dass auch aufstrebende Mächte wie Indien genau wissen, wie man Geschäfte absichert.
Ein Unternehmen im Aufwind
TKMS beschäftigt rund 9.100 Mitarbeiter, hat seinen Hauptsitz in Kiel und verfügt über einen Auftragsbestand von mehr als 18 Milliarden Euro. Erst kürzlich stieg das Unternehmen in den MDax auf. Die Führung hat bereits durchblicken lassen, sich auch eine Notierung im Dax zuzutrauen. Angesichts der weltweiten Aufrüstung und der geopolitischen Spannungen dürfte dieser Traum nicht unrealistisch sein.
In Zeiten, in denen die Bundeswehr jahrzehntelang kaputtgespart wurde und Deutschland seine Verteidigungsfähigkeit sträflich vernachlässigt hat, ist es fast schon ironisch, dass ausgerechnet ein deutscher Rüstungskonzern international so erfolgreich agiert. Vielleicht sollte Berlin nicht nur Wirtschaftspakete für Kanada schnüren, sondern auch die eigene Truppe endlich angemessen ausstatten.
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