
Minen-Krieg in Hormus: Tanker brennen, Öl kratzt an 110 Dollar!

Vor der Küste Omans brennt es wieder. Die britische Seesicherheitsbehörde UKMTO meldete am Dienstag einen neuen Zwischenfall rund 121 Seemeilen östlich der omanischen Küste. Regionalen Berichten zufolge stehen zwei Tanker in Flammen, und Irans Revolutionsgarden (IRGC) feiern das öffentlich als Erfolg ihres Minenkriegs.
Teheran prahlt mit Seeminen
Die UKMTO blieb gewohnt knapp. Das Schiff sei gegen 10 Uhr GMT im Zuge laufender militärischer Aktivitäten in der Region in eine „Interaktion“ geraten. Behörden seien informiert, die Ermittlungen dauerten an.
Teheran redet dagegen offen. Auf ihrer offiziellen Nachrichtenseite Sepah News erklärte die IRGC, zwei „regelverletzende Öltanker“ seien durch Minen ihrer Marine in Brand gesetzt und gestoppt worden. Die Schiffe hätten demnach einen „illegalen Übergang“ im südlichen Teil der Straße von Hormus genutzt. Unabhängig bestätigt ist die iranische Darstellung bislang nicht. Das galt laut Nachrichtenagenturen auch schon für ähnliche Meldungen vom Wochenende. Damals sollen zwei Supertanker mit jeweils rund zwei Millionen Barrel Rohöl an Bord getroffen worden sein.
Ein Nadelöhr als Erpressungshebel
Für die Weltwirtschaft gibt es kaum einen empfindlicheren Punkt. Vor dem Krieg, den die USA und Israel Ende Februar gegen Iran begonnen haben, lief Medienberichten zufolge rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs durch die Meerenge. Seitdem verlangt Teheran, dass jedes Schiff vor der Durchfahrt um Erlaubnis bittet. Washington antwortet mit einer eigenen Seeblockade gegen iranische Ölexporte.
Die Tanker sind damit faktisch zum Pfand geworden. Irans Erster Vizepräsident Mohammad Reza Aref sagte laut der Staatsagentur IRNA, sein Land habe „keine Wahl“, als die Kontrolle über Hormus durchzusetzen. Ein IRGC-Sprecher drohte nach Angaben von Al Jazeera sogar, Unterseekabel in der Meerenge ins Visier zu nehmen. An diesen Leitungen hänge der weltweite Internet- und Datenverkehr. Und er kündigte „neue Ziele und neue Waffen“ an.
Sieben Bedingungen – und kein Ende in Sicht
Außenminister Abbas Araghchi zufolge liegt Teherans Angebot noch auf dem Tisch, die Meerenge binnen sieben Tagen wieder zu öffnen. Allerdings stellt Iran seit Mitte September folgende Bedingungen:
- Aufhebung der Seeblockade und der Sanktionen auf iranische Ölexporte
- Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte
- Ende des Krieges gegen Iran und seine regionalen Verbündeten
- Abzug der US-Truppen aus der Umgebung der iranischen Grenzen
- Entschädigung für Kriegsschäden und keine Einmischung in Irans Atom- und Raketenprogramm
Ein Kompromissangebot? Eher ein Wunschzettel. Katar und Pakistan vermitteln zwar, Pakistans Armeechef Munir ist bereits in Teheran. Das iranische Außenministerium nennt die US-Antwort allerdings „unvollständig und unzureichend“.
Die Rechnung landet in Europa
An den Märkten wird es teuer. Brent notierte laut Bloomberg knapp unter 110 US-Dollar je Barrel und damit nahe dem höchsten Stand seit Mai. Die US-Sorte WTI lag bei rund 99 Dollar. Wer in Deutschland tankt oder mit Öl heizt, spürt das direkt. Für eine Industrie, die ohnehin unter hohen Energiekosten leidet, ist das ein weiterer Tiefschlag.
Zugleich verliert Präsident Trump offenbar die Geduld mit den Europäern. Er warf Europa vor, die USA im Iran-Konflikt nicht zu unterstützen, und deutete an, Washington könne seine Unterstützung für Europa überdenken. Berlin steht damit zwischen Energieschock und transatlantischem Liebesentzug. Eine eigene Strategie der Bundesregierung ist dabei kaum zu erkennen.
Sicherheit in unsicheren Zeiten
Die Lage bleibt brandgefährlich, im wörtlichen Sinne. Trump droht Berichten zufolge mit einer neuen Militäroperation, möglicherweise nach den Zwischenwahlen im November. Iran verbündet sich immer enger mit Russland. Und jeden Tag kann eine weitere Mine das nächste Schiff treffen.
In solchen Phasen zeigt sich, welche Werte unabhängig von Lieferketten, Meerengen und politischen Launen bestehen. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte Krisen überdauert. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie eine sinnvolle Absicherung sein.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger sollte eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.
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