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21.01.2026
11:55 Uhr

Moskau-Mission: Trumps Sondergesandter will mit Putin über ukrainisches Territorium feilschen

Moskau-Mission: Trumps Sondergesandter will mit Putin über ukrainisches Territorium feilschen

Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges nehmen eine bemerkenswerte Wendung. Steve Witkoff, der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, hat für diesen Donnerstag ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau angekündigt. Was auf den ersten Blick wie ein Durchbruch erscheinen mag, wirft bei genauerer Betrachtung fundamentale Fragen über die künftige Gestalt Europas auf.

Russland drängt auf Gespräche

In einem Interview mit dem US-Sender CNBC ließ Witkoff durchblicken, dass die Initiative für dieses hochrangige Treffen von russischer Seite ausgegangen sei. „Es sind die Russen, die dieses Treffen fordern. Ich denke, das ist ein bedeutsames Signal ihrerseits", erklärte der Trump-Vertraute. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte den Termin gegenüber der russischen Zeitung Iswestija.

Besonders brisant: Witkoff sprach offen davon, dass man nun bei den territorialen Fragen angelangt sei. „Ich denke, wir haben dazu einige sehr, sehr gute Ideen, und hoffentlich können wir da Fortschritte erzielen", gab sich der Sondergesandte optimistisch. Diese Formulierung lässt erahnen, dass Washington bereit sein könnte, über die Zukunft ukrainischer Gebiete zu verhandeln – möglicherweise über die Köpfe der Ukrainer hinweg.

Kushner als Schlüsselfigur im Hintergrund

Bemerkenswert ist auch die Rolle von Jared Kushner, dem Schwiegersohn des US-Präsidenten. Gemeinsam mit Witkoff traf er sich am Mittwochabend mit ukrainischen Beamten, bevor die Gespräche mit hochrangigen russischen Vertretern fortgesetzt werden sollten. Die Einbindung des Trump-Familienmitglieds in derart sensible Verhandlungen unterstreicht den unkonventionellen Stil der amerikanischen Außenpolitik unter Trump.

Die Verhandlungen basieren laut Witkoff auf einem 20-Punkte-Friedensplan der USA. In den vergangenen sechs bis acht Wochen seien „große Fortschritte" erzielt worden, behauptete der Sondergesandte. Welche konkreten Zugeständnisse dabei gemacht wurden und wer letztlich den Preis für diesen vermeintlichen Frieden zahlen wird, bleibt vorerst im Dunkeln.

Europa als Zaungast der eigenen Sicherheit?

Während Washington und Moskau über die Zukunft der Ukraine verhandeln, scheint Europa einmal mehr zum bloßen Zuschauer degradiert zu werden. Die Tatsache, dass territoriale Fragen auf dem Verhandlungstisch liegen, dürfte in Kiew und den osteuropäischen Hauptstädten für erhebliche Unruhe sorgen. Denn eines ist klar: Jede Anerkennung russischer Gebietsgewinne würde einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen und das Völkerrecht nachhaltig untergraben.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob Trumps Deal-Making-Ansatz tatsächlich zu einem tragfähigen Frieden führen kann – oder ob hier lediglich die Grundlage für den nächsten Konflikt gelegt wird. Die Geschichte lehrt uns, dass Appeasement-Politik selten zu dauerhafter Stabilität geführt hat.

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