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25.10.2026
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Mutmaßlicher Elfjähriger Plünderer in Mailand: Wenn Kinder zu Krawallmachern werden

Mutmaßlicher Elfjähriger Plünderer in Mailand: Wenn Kinder zu Krawallmachern werden
Symbolbild: KI-generiert

Er geht noch in die Mittelschule und gehört trotzdem schon zu den Tatverdächtigen der schweren Mailänder Krawalle. Ein elfjähriger Junge soll am Wochenende zusammen mit älteren Jugendlichen Geschäfte in der Innenstadt geplündert haben. Identifiziert haben ihn Ermittler offenbar anhand von Handyvideos, die sich rasend schnell auf TikTok verbreiteten.

Gürtel um den Hals, Provokation in die Kamera

Die Bilder sind kaum zu ertragen. Ein schmächtiger Junge in dunkler Kleidung, das Gesicht halb verdeckt, kommt aus einem verwüsteten Bekleidungsgeschäft in der Via Dante, einer der bekanntesten Einkaufsstraßen Mailands. Um seinen Hals hängen mehrere Gürtel, die offenbar gerade gestohlen wurden.

Auf anderen Aufnahmen steht er neben einem brennenden Mülleimer oder ist beim Angriff auf eine Carrefour-Filiale zu sehen, deren Scheiben die Randalierer eingeschlagen hatten. Ein Passant spottet beim Filmen über seine Körpergröße. Die Antwort des Kindes: eine provozierende Geste.

Nach Recherchen des „Corriere della Sera“ bei den Ermittlern soll die Spur die Carabinieri zu einem Jungen marokkanischer Herkunft geführt haben, der nach Medienberichten vor vier Jahren nach Italien gekommen sei. Weitere Details zu seinem persönlichen Umfeld werden an dieser Stelle bewusst nicht genannt, um den minderjährigen Tatverdächtigen zu schützen. Strafrechtlich belangt werden kann er ohnehin nicht: In Italien beginnt die Strafmündigkeit, genau wie in Deutschland, erst mit 14 Jahren.

Beute statt Botschaft

Was trieb ein Kind mitten in die Straßenschlacht? Laut Medienberichten schildern Mitschüler ihn als Jungen, der gern im Mittelpunkt steht und die Nähe älterer Jugendlicher sucht. Die Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten hätten ihn kaum interessiert. Gelockt habe ihn eher die Aussicht, Waren zu erbeuten und weiterzuverkaufen.

Ein Einzelfall ist er nicht. In Desio nördlich von Mailand spürten die Carabinieri einen 16-Jährigen aus Marokko auf. Er war auf dem Domplatz mit einer Dienstmütze gefilmt worden, die einem Carabiniere geraubt worden sein soll. Gegen ihn läuft eine Anzeige wegen Verwüstung, Plünderung, Diebstahls und Verunglimpfung der Streitkräfte. Vorerst bleibt er auf freiem Fuß.

Wie die Nachrichtenagentur ANSA meldet, hat das Mailänder Jugendgericht für elf minderjährige Beschuldigte betreute Einrichtungen oder Hausarrest angeordnet. Medienberichten zufolge gab es insgesamt mehr als 270 vorübergehende Festnahmen, die meisten davon betrafen Minderjährige.

Meloni greift durch und nimmt die Eltern in die Pflicht

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zeigte sich erschüttert. Dass der jüngste Verdächtige gerade einmal elf Jahre alt sei, schmerze und mache Angst, sagte sie. Rom schickt 500 zusätzliche Soldaten nach Mailand. Außerdem hat die Regierung ein Sicherheitsdekret beschlossen, das sofort gilt.

  • Neuer Straftatbestand „organisierte Gewalt bei öffentlichen Veranstaltungen“: Laut Berichten drohen zwei bis fünf Jahre Haft.
  • Vorbeugender Gewahrsam von bis zu zwölf Stunden ist künftig auch bei Minderjährigen möglich.
  • Für Schäden, die Minderjährige anrichten, haften die Eltern. Bei Kindern unter 14 drohen ihnen zusätzlich Bußgelder.

Melonis Linie ist klar: Wer zerstört, der zahlt. Ihre Kritiker reden lieber über soziale Ursachen. Viele Bürger dürften sich trotzdem fragen, warum es erst brennende Straßen braucht, bis ein Staat wieder Grenzen zieht.

Ein Warnsignal, auch für Deutschland

Der Fall wirft unbequeme Fragen auf. Wie kann ein Elfjähriger unbeaufsichtigt durch eine Straßenschlacht ziehen? Wo waren die Eltern? Und wie wenig kann ein Rechtsstaat tun, wenn die Täter noch Kinder sind?

Aus Sicht unserer Redaktion wäre es naiv, das als italienisches Problem abzutun. Auch Frankreich erlebt eine Welle der Gewalt. In Deutschland verzeichnet die Kriminalstatistik Rekordwerte, und für den 31. Oktober beobachten die Sicherheitsbehörden laut Medienberichten bereits Demo-Aufrufe. Rom hat gehandelt. Berlin sollte genau hinschauen und sich dabei nicht wieder mit Arbeitskreisen und Absichtserklärungen begnügen, solange die Schaufenster noch heil sind.

Hinweis der Redaktion: Bei dem im Artikel genannten Elfjährigen handelt es sich um einen Tatverdächtigen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Angaben zu seiner Person stammen aus Medienberichten und konnten von unserer Redaktion nicht vollständig eigenständig verifiziert werden.

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