
Nach Maduros Sturz: Venezuela öffnet Ölsektor für westliche Investoren

Die geopolitischen Karten in Südamerika werden neu gemischt. Knapp drei Wochen nach dem spektakulären US-Militäreinsatz in Caracas, der mit der Entführung des langjährigen Diktators Nicolás Maduro endete, vollzieht Venezuela eine wirtschaftspolitische Kehrtwende von historischem Ausmaß. Das Parlament beriet am Donnerstag in erster Lesung einen Gesetzentwurf, der privaten Unternehmen erstmals die eigenständige Erschließung der gigantischen Ölvorkommen des Landes ermöglichen soll.
Das Ende des sozialistischen Ölmonopols
Jahrzehntelang hatte der staatliche Ölkonzern PDVSA das schwarze Gold Venezuelas mit eiserner Faust kontrolliert. Ausländische Investoren durften lediglich als Juniorpartner in Gemeinschaftsunternehmen auftreten – stets unter der Mehrheitskontrolle des Staates. Diese ideologisch motivierte Wirtschaftspolitik, ein Erbe des verstorbenen Hugo Chávez und seines Nachfolgers Maduro, hat den einst florierenden Erdölsektor in den Ruin getrieben.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Venezuela verfügt über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt, produzierte aber zuletzt nur noch einen Bruchteil dessen, was in den Boomjahren aus dem Boden gepumpt wurde. Marode Infrastruktur, fehlende Investitionen und die Abwanderung qualifizierter Fachkräfte haben das Land wirtschaftlich ausgeblutet. Millionen Venezolaner flohen vor Armut und Repression.
Übergangspräsidentin Rodríguez auf Reformkurs
Die neue Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez, einst enge Vertraute Maduros, scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. In bemerkenswerter Geschwindigkeit hat sie bereits mehrere Zugeständnisse an Washington gemacht: Die USA dürfen venezolanisches Öl verkaufen, ausländische Investitionen wurden erleichtert, und Dutzende politische Gefangene kamen frei.
Ob diese Kehrtwende aus echter Überzeugung oder schlichter Überlebensnotwendigkeit resultiert, bleibt offen. Fest steht: Die neue Führung in Caracas hat verstanden, dass ohne amerikanisches Wohlwollen und westliches Kapital keine wirtschaftliche Erholung möglich ist.
Trumps Interesse am venezolanischen Öl
US-Präsident Donald Trump hat seit dem Militäreinsatz keinen Hehl aus seinen Ambitionen gemacht. Immer wieder betonte er das strategische Interesse Washingtons an den venezolanischen Ölreserven. Die Ernennung von Laura F. Dogu, der erfahrenen ehemaligen Botschafterin für Nicaragua und Honduras, zur neuen Geschäftsträgerin in Caracas unterstreicht die Bedeutung, die das Weiße Haus der Normalisierung der Beziehungen beimisst.
Die diplomatischen Verbindungen zwischen beiden Ländern waren seit 2019 vollständig unterbrochen – ein Zustand, der nun der Vergangenheit angehört. Während Maduro in New York auf seinen Prozess wegen "Drogenterrorismus" wartet, rollen bereits die ersten Verhandlungen über Investitionsabkommen an.
Ein Lehrstück gescheiterter Wirtschaftspolitik
Der Fall Venezuela sollte europäischen Politikern, insbesondere jenen mit Hang zu staatlicher Wirtschaftslenkung, als mahnendes Beispiel dienen. Ein Land, das auf einem Meer von Öl schwimmt, wurde durch ideologische Verblendung und sozialistische Planwirtschaft in den Abgrund gesteuert. Die Öffnung für private Investitionen kommt spät – aber sie kommt. Ob Venezuela den langen Weg zurück zu wirtschaftlicher Stabilität schaffen wird, hängt nun davon ab, wie konsequent die Reformen umgesetzt werden.
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