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Kettner Edelmetalle
13.08.2026
13:58 Uhr
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Nach zwei Jahren Streit: Fachjournal löscht brisante Corona-Studie

Nach zwei Jahren Streit: Fachjournal löscht brisante Corona-Studie
Symbolbild: KI-generiert

Die britische Fachzeitschrift BMJ Public Health hat eine vielbeachtete Studie zur Übersterblichkeit nach der Corona-Pandemie vollständig zurückgezogen. Die Entscheidung fiel laut Rücknahmemitteilung am 11. August 2026 – mehr als zwei Jahre nach der Veröffentlichung im Juni 2024. Begründung der BMJ-Gruppe: Desinformation über die möglichen Ursachen der Übersterblichkeit sowie unzureichend beschriebene, in ihrem Umfang begrenzte Eigenleistung der Autoren.

Drei Millionen zusätzliche Tote – und niemand will die Ursache kennen?

Die Untersuchung hatte Sterbedaten aus 47 Ländern der westlichen Welt ausgewertet, gestützt auf die Datenbank „Our World in Data“. Ergebnis: Zwischen Januar 2020 und Dezember 2022 seien rund 3,1 Millionen Todesfälle über dem statistisch erwartbaren Niveau gelegen.

Brisant war vor allem das Detail, dass ausgerechnet 2021 – das Jahr der großen Impfkampagnen und fortdauernden Eindämmungsmaßnahmen – mit knapp 1,26 Millionen zusätzlichen Sterbefällen den höchsten Wert markierte. Einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Todesfällen stellten die Verfasser ausdrücklich nicht her.

Die Frage, die den Ärger auslöste

Stattdessen formulierten sie eine Frage, die vielen offenbar zu weit ging: Warum blieben die Todesraten hoch, obwohl Eindämmungsmaßnahmen ergriffen und Impfstoffe eingesetzt wurden? Und sie forderten Regierungen auf, belastbare Daten offenzulegen, damit mögliche Effekte von Maßnahmen und Impfungen überhaupt untersucht werden könnten.

Impfkritische Publikationen griffen die Zahlen dankbar auf und deuteten sie als Beleg gegen die Impfstoffe – eine Interpretation, die die Studie selbst nicht hergab. Fachkritiker warfen den Autoren daraufhin vor, mit unausgewogenen Passagen unbegründete Zweifel zu nähren. Bereits im Juni 2024 versah das Journal den Text mit einer Warnung („expression of concern“) und leitete eine Prüfung ein.

Zwei Jahre Prüfung, ein Löschknopf

Das Prinzessin-Máxima-Zentrum für Kinderonkologie in Utrecht, an dem mehrere der Autoren tätig waren, führte eine eigene Untersuchung durch und übermittelte anonymisierte Ergebnisse Medienberichten zufolge im Mai 2025 an die BMJ-Gruppe. Laut Weltwoche tragen zwei der vier Autoren sowie das Zentrum die Rücknahme mit. In der Rücknahmenotiz heißt es sinngemäß, die Diskussion der Todesursachen sei unausgewogen, wenig stringent und enthalte Falschinformationen.

„Desinformation über die möglichen Gründe der Übersterblichkeit“ – so umschreibt die BMJ-Gruppe den Kern ihrer Kritik.

Warum das Vertrauen weiter erodiert

Aus Sicht unserer Redaktion offenbart der Vorgang ein Grundproblem: Zwei Jahre Prüfung, ein Rückzieher – und die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet. Denn dass die Übersterblichkeit in vielen westlichen Staaten über Jahre erhöht blieb, bestritten selbst schärfste Kritiker der Studie nicht. Strittig war die Deutung, nicht der Befund.

Wer Vertrauen zurückgewinnen will, müsste Daten öffnen statt Papiere schließen. Anonymisierte Sterbe-, Diagnose- und Behandlungsdaten liegen bei Behörden und Kassen – ihre systematische, unabhängige Auswertung wäre der einzig überzeugende Weg aus dem Verdachtsnebel.

Solange diese Aufarbeitung ausbleibt, wird jede Rücknahme einer Studie von einem Teil der Öffentlichkeit als Bestätigung gelesen. Das ist wissenschaftlich unbefriedigend – und politisch brandgefährlich.

Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine medizinische, rechtliche oder steuerliche Beratung dar.

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