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Kettner Edelmetalle
18.03.2026
06:57 Uhr

Nadelöhr der Weltwirtschaft: Straße von Hormus praktisch lahmgelegt

Nur 15 Schiffe in drei Tagen – was sich wie eine Randnotiz aus der Seefahrt liest, ist in Wahrheit ein alarmierendes Signal für die gesamte Weltwirtschaft. Die Straße von Hormus, jene schmale Wasserstraße zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, durch die rund ein Fünftel des global gehandelten Erdöls fließt, ist faktisch zum Stillstand gekommen. Satellitengestützte Daten der Plattform MarineTraffic zeichnen ein düsteres Bild, das die ohnehin angespannte geopolitische Lage weiter verschärft.

Ein Ungleichgewicht, das Bände spricht

Die Zahlen sind ernüchternd. Von den 15 Schiffen, die in den vergangenen drei Tagen die Meerenge passierten, waren acht Massengutfrachter, fünf Tanker und zwei Flüssiggas-Transporter. Doch der eigentliche Sprengstoff liegt im Detail: Rund 87 Prozent der Durchfahrten waren auslaufende Schiffe. Nur etwa 13 Prozent fuhren in den Persischen Golf hinein. Das bedeutet im Klartext: Die Schiffe fliehen regelrecht aus der Region, während kaum noch jemand hineinfahren will. Ein dramatisches Ungleichgewicht, das die Nervosität der internationalen Reedereien offenbart.

Besonders bemerkenswert sind die Routenwahl der verbliebenen Schiffe. Mehrere Frachter nahmen laut MarineTraffic ungewöhnliche Wege und fuhren teilweise durch iranische Hoheitsgewässer – ein Manöver, das unter normalen Umständen tunlichst vermieden wird. Wenn Kapitäne freiwillig in iranische Gewässer ausweichen, dann nur, weil die Alternative noch gefährlicher erscheint. Das allein sollte jeden Beobachter aufhorchen lassen.

Trumps Eskort-Plan: Mehr Wunschdenken als Strategie?

US-Präsident Donald Trump hat vorgeschlagen, den Handelsverkehr durch militärische Geleitschutzkonvois zu sichern. Kriegsschiffe der Vereinigten Staaten, von NATO-Partnern und asiatischen Verbündeten sollten Tanker durch die Meerenge begleiten. Ein Plan, der auf dem Papier entschlossen klingt – in der Realität jedoch an seine Grenzen stößt. Selbst US-Energieminister Chris Wright räumte ein, dass die US-Marine gegenwärtig nicht in der Lage sei, Öltanker durch die Straße von Hormus zu geleiten. Eine bemerkenswerte Eingestehung der größten Seemacht der Welt.

Militärexperten halten das Vorhaben für äußerst komplex und riskant. Für den Schutz eines Konvois aus fünf bis zehn Handelsschiffen wären nach Branchenschätzungen mehrere Zerstörer notwendig – das Schifffahrtsmagazin „Lloyd's List" spricht von acht bis zehn Kriegsschiffen. Die geografischen Bedingungen machen die Sache nicht einfacher: An ihrer engsten Stelle misst die Straße von Hormus nur 25 bis 40 Kilometer. Große Tanker und Kriegsschiffe hätten dort kaum Raum für Ausweichmanöver. Der US-Sender CNN berichtete von „toten Winkeln" und extrem kurzen Reaktionszeiten angesichts der Nähe zur iranischen Küste.

Minen, Drohnen, Raketen – das Arsenal der Bedrohungen

Als potenzielle Gefahren gelten Raketen- und Drohnenangriffe sowie Seeminen. Der Schiffsmakler SSY brachte es auf den Punkt: Das Gebiet „bevorzuge den Angreifer". Minen müssten vor jeder Passage aufwendig geräumt werden – ein zeitintensiver und gefährlicher Prozess, der den ohnehin stockenden Handelsverkehr weiter verlangsamen würde. Hinzu kommen rechtliche Hürden: Nach US-Recht sei eine Eskorte durch die Marine nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, etwa wenn Schiffe unter amerikanischer Flagge fahren oder US-Bürger an Bord sind.

Europa duckt sich weg – und Deutschland allen voran

Während Trump lautstark nach internationaler Unterstützung ruft, winken die europäischen Partner ab. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte unmissverständlich, sein Land werde sich nicht an einer Militäroperation zur Öffnung der Straße von Hormus beteiligen. Und auch Bundeskanzler Friedrich Merz stellte klar: „Wir beteiligen uns nicht an diesem Krieg, das haben wir vom ersten Tag an gesagt."

Man mag diese Zurückhaltung als besonnene Diplomatie loben – oder als das erkennen, was sie in Wahrheit ist: ein weiteres Kapitel europäischer Handlungsunfähigkeit. Denn während sich Deutschland und Frankreich aus der Verantwortung stehlen, bleibt die unbequeme Frage im Raum: Was geschieht, wenn die Ölversorgung Europas dauerhaft eingeschränkt wird? Die Energiekrise von 2022, als Deutschland in panischer Eile nach Alternativen zum russischen Gas suchte, sollte eigentlich als Lehrstück gedient haben. Doch offenbar hat man in Berlin nichts daraus gelernt.

Die Abhängigkeit Europas von Energieimporten durch geopolitisch instabile Nadelöhre ist ein strukturelles Problem, das seit Jahrzehnten bekannt ist – und seit Jahrzehnten ignoriert wird. Statt in eine robuste, diversifizierte Energieversorgung zu investieren, hat man sich in Deutschland lieber mit ideologisch motivierten Energiewende-Projekten beschäftigt, Kernkraftwerke abgeschaltet und sich in eine Abhängigkeit manövriert, die nun bitter aufstößt.

Ölpreis und Inflation: Die Zeche zahlt der Bürger

Die Auswirkungen der Blockade werden nicht lange auf sich warten lassen. Wenn ein Fünftel des weltweiten Ölhandels durch eine praktisch stillgelegte Wasserstraße fließen soll, sind steigende Energiepreise nur eine Frage der Zeit. Für den deutschen Bürger, der ohnehin unter einer schleichenden Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten ächzt, bedeutet das: noch höhere Spritpreise, noch teureres Heizöl, noch mehr Belastung.

In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr der Wert krisensicherer Anlagen. Während Aktienmärkte bei geopolitischen Schocks regelmäßig in Turbulenzen geraten und Papierwerte über Nacht an Substanz verlieren können, haben sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher in unsicheren Zeiten bewährt. Wer sein Vermögen breit aufstellt und physische Edelmetalle als Absicherung beimischt, dürfte auch diese Krise gelassener überstehen als jene, die blind auf die Stabilität der Finanzmärkte vertrauen.

Die Straße von Hormus ist mehr als eine Wasserstraße. Sie ist ein Gradmesser für die Verwundbarkeit unserer globalisierten Wirtschaftsordnung – und ein schmerzhafter Beweis dafür, dass Wohlstand ohne Sicherheitspolitik auf Sand gebaut ist.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Grundlage eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, die auf Informationen in diesem Artikel basieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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