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06.03.2026
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Niedersachsen: Wenn der Religionsunterricht zur Scharia-Schulung verkommt

Niedersachsen: Wenn der Religionsunterricht zur Scharia-Schulung verkommt

Was sich derzeit in Niedersachsen abspielt, dürfte selbst hartgesottene Beobachter des deutschen Bildungsverfalls fassungslos machen. Das von der grünen Politikerin Julia Willie Hamburg geführte Bildungsministerium hat neue Lehrplanentwürfe für das ab Sommer geplante Fach „Christliche Religion" vorgelegt – und der Name des Faches entpuppt sich dabei als blanker Etikettenschwindel.

Jesus als Randnotiz im eigenen Unterrichtsfach

Man muss sich die Zahlen auf der Zunge zergehen lassen: Von insgesamt 130 verbindlichen Themen, die Schüler von der fünften bis zur zehnten Klasse behandeln sollen, beschäftigen sich gerade einmal fünf mit Jesus Christus. Fünf von hundertdreißig. Das ist weniger als vier Prozent – in einem Fach, das sich „Christliche Religion" nennt. Wer hier nicht stutzig wird, dem ist nicht mehr zu helfen.

Stattdessen sollen die Schüler künftig mit ganz anderen Inhalten beglückt werden. Die Scharia im Islam, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und – natürlich darf das in keinem grünen Lehrplan fehlen – „Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität als Entwicklungsaufgabe" stehen auf dem Programm. Man fragt sich unwillkürlich: Handelt es sich hier um Religionsunterricht oder um ein ideologisches Umerziehungsprogramm?

Die grüne Handschrift der kulturellen Selbstaufgabe

Das Bildungsministerium begründet den radikalen Umbau mit dem demografischen Wandel. Immer weniger christliche Schüler stünden einer wachsenden Zahl muslimischer oder konfessionsloser Mitschüler gegenüber. Das mag statistisch zutreffen – doch die Schlussfolgerung, die daraus gezogen wird, ist geradezu grotesk. Anstatt das christliche Erbe, das die abendländische Kultur über Jahrhunderte geprägt hat, zu bewahren und zu vermitteln, wird es kurzerhand marginalisiert. Man passt sich nicht an die Realität an – man kapituliert vor ihr.

Besonders pikant: Das Ministerium erklärt, es solle nicht nur „religionskundliches Wissen über Religion" vermittelt, sondern auch „die Vielfalt christlicher und anderer religiöser Deutungsmöglichkeiten für Beobachtungen und Erfahrungen des Alltags" gelehrt werden. Klingt harmlos, bedeutet aber im Klartext: Das Christentum wird zu einer von vielen gleichwertigen Optionen degradiert – und das ausgerechnet in seinem eigenen Unterrichtsfach.

Dividieren gestrichen, Scharia eingefügt

Es fügt sich ins Bild, dass dieselbe Ministerin Hamburg bereits im Dezember vergangenen Jahres für Aufsehen sorgte, als bekannt wurde, dass niedersächsische Grundschüler ab Sommer 2026 nicht mehr das schriftliche Dividieren und das Rechnen mit Kommazahlen erlernen sollen. Die Prioritäten sind damit unmissverständlich gesetzt: Mathematische Grundkompetenzen werden gestrichen, dafür rückt die Scharia in den Lehrplan. Man könnte meinen, es handele sich um eine Satire – doch es ist bitterer Ernst.

Der Lehrplan gliedert sich in fünf sogenannte Kompetenzbereiche: „Identität", „Gemeinschaft", „Sinn und Glaube", „Handeln" und „Freiheit und Zukunft". Begriffe, die so vage und beliebig sind, dass man praktisch alles darunter subsumieren kann. Und genau das scheint auch die Absicht zu sein.

Unterstützung von unerwarteter Seite

Was mindestens ebenso verstörend ist wie der Lehrplan selbst: Sowohl Lehrerverbände als auch die evangelische Kirche sollen den Plan unterstützen. Dass ausgerechnet die Kirche, deren zentrale Gestalt Jesus Christus ist, einem Lehrplan zustimmt, in dem ihr Gründer zur Fußnote verkommt, spricht Bände über den Zustand der institutionalisierten Religion in Deutschland. Es ist ein Akt der Selbstaufgabe, der seinesgleichen sucht.

Noch muss der Lehrplan durch den niedersächsischen Landtag und die evangelische Kirche endgültig gebilligt werden, bevor er im Sommer implementiert werden kann. Es bleibt zu hoffen, dass sich in mindestens einer dieser Institutionen noch Menschen finden, die den Mut aufbringen, diesem kulturellen Ausverkauf Einhalt zu gebieten.

Ein Symptom des größeren Problems

Was in Niedersachsen geschieht, ist kein Einzelfall, sondern Symptom einer tiefgreifenden Krise. Deutschland, das Land Martin Luthers, das Land der Reformation, das Land, dessen kulturelle Identität untrennbar mit dem Christentum verwoben ist, schafft sich Stück für Stück selbst ab. Nicht durch äußeren Zwang, sondern durch innere Willenlosigkeit. Durch Politiker, die das eigene kulturelle Erbe offenbar als Ballast empfinden, den es möglichst schnell abzuwerfen gilt.

Die Frage, die sich jeder Bürger stellen sollte, lautet: Wollen wir in einem Land leben, in dem unsere Kinder im „christlichen" Religionsunterricht mehr über die Scharia lernen als über Jesus? Wollen wir eine Bildungspolitik akzeptieren, die mathematische Grundfähigkeiten streicht und dafür ideologische Inhalte installiert? Die Antwort der überwältigenden Mehrheit der Deutschen dürfte eindeutig sein. Doch ob diese Mehrheit auch gehört wird – das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Es ist höchste Zeit, dass sich die Bürger dieses Landes wieder auf das besinnen, was Deutschland stark gemacht hat: eine fundierte Bildung, kulturelle Identität und der Mut, beides gegen ideologische Experimente zu verteidigen.

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