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Notenbanken im Goldrausch: 321 Tonnen in nur drei Monaten!

Notenbanken im Goldrausch: 321 Tonnen in nur drei Monaten!
Symbolbild: KI-generiert

Die Zentralbanken der Welt kaufen Gold, als gäbe es kein Morgen. Laut dem neuen Bericht „Gold Demand Trends“ des World Gold Council (WGC) erwarben die Währungshüter im dritten Quartal 2026 netto 321 Tonnen, das sind 42 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die weltweite Goldnachfrage lag insgesamt bei rund 1.369 Tonnen und damit nur ein Prozent unter dem Vorjahreswert.

Ein Markt, zwei Welten

Von Januar bis September summierte sich die globale Nachfrage samt außerbörslicher Geschäfte auf 3.881 Tonnen. Zum Rekord des Vorjahres mit 3.884 Tonnen fehlten also gerade einmal drei Tonnen. Beim Wert gibt es sogar einen neuen Höchststand: 566 Milliarden US-Dollar.

Dazu kommt der Preis. Im Schnitt kostete die Feinunze im dritten Quartal 4.262 Dollar, 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Muster ist eindeutig: Private Käufer halten sich zurück, die großen Adressen greifen zu.

Peking und Warschau kaufen am meisten

Chinas Zentralbank stockte ihre Bestände im Quartal um 63 Tonnen auf, Polen kaufte weitere 40 Tonnen. Zusammen kommen beide Länder auf rund 86 Prozent der offiziell gemeldeten Nettokäufe. Seit Jahresbeginn haben die Notenbanken 675 Tonnen erworben, sechs Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Der Fünfjahresschnitt liegt bei 227 Tonnen pro Quartal und wurde damit klar übertroffen.

Auffällig ist allerdings eine große Lücke. Gemeldet wurden nur 120 Tonnen. Der WGC schätzt die tatsächlichen Käufe aber auf 321 Tonnen. Rund 63 Prozent der Käufe lassen sich demnach keinem Land zuordnen. Wer kauft da so viel, ohne es offenzulegen? Seit dem Einfrieren russischer Währungsreserven im Jahr 2022 kaufen die Notenbanken jedes Jahr mehr als 1.000 Tonnen. Beobachter sehen darin ein klares Misstrauen gegenüber dem Dollar und Staatsanleihen.

ETF-Boom: Anleger fürchten die Schuldenberge

Auch die Finanzinvestoren sind zurück. Im zweiten Quartal hatten sie noch Geld abgezogen. Zwischen Juli und September flossen dann 211 Tonnen in physisch besicherte Gold-ETFs. Ihr Bestand stieg auf den Rekordwert von 4.256 Tonnen, und die Mittelzuflüsse von netto rund 31 Milliarden Dollar sind ebenfalls ein Rekord.

Europa lag mit 92 Tonnen vorn, davon entfielen 53 Tonnen auf Großbritannien und 13 auf Deutschland. Nordamerika kam auf 81 Tonnen, Asien auf 34. Als Gründe nennt der WGC vor allem Zweifel an der Tragfähigkeit der Staatsfinanzen, Inflationsrisiken und unruhige Anleihemärkte. Deutsche Leser kennen das Thema: Berlin hat ein schuldenfinanziertes Sondervermögen über 500 Milliarden Euro beschlossen. Ein Haken bleibt: Wer einen ETF-Anteil kauft, besitzt einen Anspruch, aber kein Gold, das er selbst in der Hand hält.

Barren, Münzen und Schmuck: Der Preis schreckt ab

Bei Barren und Münzen sank die weltweite Nachfrage um 19 Prozent auf 268 Tonnen, den tiefsten Quartalswert seit vier Jahren. Über neun Monate gerechnet sind die 1.053 Tonnen aber das höchste Volumen seit 2013. China legte um sieben Prozent auf 79 Tonnen zu und erreichte seit Jahresbeginn mit 393 Tonnen einen Rekord. In Indien fiel die Nachfrage um 40 Prozent auf 55 Tonnen, in den USA um 40 Prozent auf etwa acht Tonnen. Deutschland verlor 20 Prozent und kam auf 7,8 Tonnen.

Am stärksten traf es den Schmuck: minus 17 Prozent auf 313 Tonnen. Das ist das schwächste dritte Quartal seit Beginn der Datenreihe im Jahr 2000. Weil Käufer zu leichteren Stücken greifen, stieg der Wert trotzdem um zwei Prozent auf 43 Milliarden Dollar. Die Technologiebranche wächst dagegen. Sie verbrauchte knapp 85 Tonnen, davon 72,5 Tonnen in der Elektronik. Treiber sind künstliche Intelligenz und neue Rechenzentren.

Rekordförderung, aber trotzdem weniger Angebot

Die Minen förderten 1.071 Tonnen, so viel wie nie zuvor. Kanada steigerte die Produktion um 22 Prozent, Indonesien um 21 und Chile um 19 Prozent, während Australien und die USA weniger förderten. Weil das Recycling um acht Prozent auf rund 314 Tonnen fiel, sank das Gesamtangebot trotzdem um ein Prozent. Gleichzeitig wird der Abbau teurer: Die Gesamtkosten pro Unze (AISC) erreichten im zweiten Quartal mit 1.930 Dollar einen Rekord, ein Plus von 22 Prozent.

Für das Gesamtjahr erwartet der WGC, dass die Zentralbanken mindestens so viel kaufen wie 2025. Die Investmentnachfrage soll das Vorjahr um rund 200 Tonnen übertreffen. Höhere Zinsen und ein starker Dollar könnten bremsen, während Haushaltsprobleme und geopolitische Risiken die Nachfrage stützen dürften. Die Notenbanken setzen also selbst auf Gold. Für Privatanleger kann physisches Gold als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen deshalb eine sinnvolle Absicherung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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News
28.09.2026
15 Min.

China kauft mehr als 1.000 Tonnen Gold

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