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22.10.2026
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Null-Wachstum statt Wirtschaftswunder: Merz' Aufschwung bleibt aus!

Null-Wachstum statt Wirtschaftswunder: Merz' Aufschwung bleibt aus!
Symbolbild: KI-generiert

Die Bundesbank bremst die Euphorie des Kanzlers aus. In ihrem Monatsbericht für Oktober geht die Notenbank davon aus, dass Deutschlands Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2026 saisonbereinigt überhaupt nicht gewachsen ist. Gleichzeitig steigt die Inflation auf den höchsten Stand seit Ende 2023.

Dabei hatte das Jahr gut angefangen. Im ersten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent zu, im zweiten um 0,3 Prozent. Jetzt steht die Wirtschaft still. Die erste amtliche Schätzung des Statistischen Bundesamts wird für den 30. Oktober erwartet.

Niedrigwasser, Iran-Krieg, Autokrise

Die Bundesbank spricht von „temporären Belastungsfaktoren“. An erster Stelle nennt sie den niedrigen Pegel des Rheins. Die wichtigste Wasserstraße des Landes wurde zum Nadelöhr: Energieintensive Betriebe kamen schwerer an ihre Rohstoffe, Raffinerien und Chemiekonzerne mussten teure Umwege fahren.

Dazu kommt der Iran-Krieg. Nach Einschätzung der Notenbank haben deutsche Unternehmen in diesem Umfeld Wettbewerbsvorteile gegenüber der ausländischen Konkurrenz verloren. Hohe Energiepreise zehren an der Kaufkraft der Haushalte, vom privaten Konsum seien kaum Impulse gekommen. Der Tankrabatt war Ende Juni nach nur zwei Monaten ausgelaufen.

Das größte Sorgenkind bleibt die Industrie. Laut Bundesbank liegt das vor allem an der Autobranche, einst der Stolz des Landes. Ungewöhnlich viele Werksferien im August machten die Lage noch schlechter, und auch der Außenhandel verlor an Schwung.

Einziger Lichtblick ist der Bau, dessen Produktion im August erneut zulegte. Weil die Bauzinsen wieder steigen, rechnet die Bundesbank aber auch hier bald mit einer Abkühlung.

Arbeitsmarkt bröckelt, Preise ziehen an

Die Zahl der Erwerbstätigen sank im August saisonbereinigt um 29.000 auf 45,62 Millionen. Nach Vermutung der Bundesbank traf es überwiegend Menschen, die ausschließlich geringfügig beschäftigt waren. Im September waren rund drei Millionen Menschen arbeitslos gemeldet, die Quote lag bei 6,4 Prozent.

Noch bitterer ist der Blick auf die Preisschilder. Nach dem Harmonisierten Verbraucherpreisindex stieg die Inflationsrate im September auf 3,3 Prozent, nach 2,9 Prozent im August. Treiber sind die Energiepreise, die wegen des Nahostkonflikts stark gestiegen sind.

Die Notenbank warnt, dass die teure Energie zunehmend auf Industriegüter, Lebensmittel und Dienstleistungen durchschlage. Für 2027 erwartet sie zusätzlichen Druck: durch höhere Zuzahlungen infolge der Gesundheitsreform und durch das Ende des Tankrabatts, der nur befristet für Oktober bis Dezember wieder eingeführt wurde.

„Wir sind zurück“ – wirklich?

Die Zahlen passen schlecht zu den Versprechen der Regierung. In seiner ersten Regierungserklärung hatte Friedrich Merz angekündigt, Deutschland solle

„wieder zu einer Wachstumslokomotive werden, auf die die Welt mit Bewunderung schaut“.

Finanzminister Lars Klingbeil gab sich nach angehobenen IWF-Prognosen zuletzt sogar siegessicher. „Wir sind zurück“, erklärte der SPD-Politiker und verwies auf die Investitionen aus dem Sondervermögen sowie auf höhere Verteidigungsausgaben. „Wir geben den Impuls“, so Klingbeil.

Doch was ist dieser Impuls wert? Aus Sicht unserer Redaktion zeigt sich hier ein Grundproblem: Hunderte Milliarden neue Schulden, die künftige Generationen abtragen müssen, und trotzdem steht im Sommer eine Null. Wer Wachstum vor allem mit Staatsgeld kaufen will, bekommt eine Wirtschaft am Tropf, aber keine Lokomotive. Teure Energie, Bürokratie und hohe Abgaben bleiben ungelöst.

Hoffen auf das Schlussquartal

Die Bundesbank gibt sich vorsichtig zuversichtlich. „Im vierten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaftsleistung wieder spürbar wachsen“, heißt es im Bericht. Im selben Atemzug schränkt die Notenbank ein, dass die weitere Erholung nicht zuletzt vom Krieg im Nahen Osten abhänge.

Für Sparer heißt das: Ihr Geld verliert weiter an Kaufkraft. In solchen Phasen haben sich physisches Gold und Silber historisch als stabiler Anker bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie helfen, die schleichende Entwertung abzufedern.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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