
„Nutzlos!“ Ryanair-Boss zerlegt von der Leyen – Fliegen wird teurer

Ryanair-Chef Michael O'Leary hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Interview mit dem Sender Euronews als „nutzlos“ bezeichnet. Das Europäische Parlament nannte der Ire ein „Narrenschiff“. Gleichzeitig kündigte er für 2027 deutlich steigende Ticketpreise an. Für Urlauber und Geschäftsreisende in Deutschland ist das eine schlechte Nachricht.
Wettbewerbsfähigkeit nur auf dem Papier?
O'Leary war nach Brüssel gekommen, um den Winterflugplan seiner Airline vorzustellen. Dort ging er hart mit der Politik ins Gericht. Brüssel spreche ständig von Wettbewerbsfähigkeit, schaffe aber zugleich immer neue Vorschriften, die Fliegen für Airlines und Passagiere verteuerten. Von der Leyen tue laut O'Leary nichts anderes, als Reden zu halten.
Als Beleg nannte er den Draghi-Bericht. Der frühere italienische Regierungschef Mario Draghi hatte im September 2024 gewarnt, ohne radikale Reformen drohe der EU ein „langsamer Todeskampf“, und zusätzliche Investitionen von bis zu 800 Milliarden Euro pro Jahr gefordert. Nach Ansicht von O'Leary ist bis heute keine der Empfehlungen umgesetzt. Ganz so düster sieht es eine unabhängige Studie nicht: Sie kommt auf eine Umsetzungsquote von 26 Prozent. Das ist allerdings kaum mehr als ein Viertel, und das nach zwei Jahren.
Die Öko-Abgabe mit der großen Lücke
Am meisten ärgern O'Leary die europäischen Umweltabgaben. Sie fallen vor allem auf Flüge innerhalb der EU an. Viele Langstreckenverbindungen, auch die von amerikanischen, asiatischen und chinesischen Gesellschaften, unterliegen dagegen nur einem schwächeren UN-Ausgleichssystem. Dabei machen diese Flüge laut der Flugsicherungsorganisation Eurocontrol nur rund sechs Prozent der Starts aus, verursachen aber mehr als die Hälfte der CO2-Emissionen des europäischen Luftverkehrs.
Der Ryanair-Chef verlangt deshalb eine einheitliche Abgabe auf alle Flüge, die in Europa starten oder landen. Wer es mit der Wettbewerbsfähigkeit ernst meine, solle die Amerikaner zur Kasse bitten, sobald sie in Europa landen. Die Kommission hat im Juli zwar vorgeschlagen, einige Abflüge ab 2029 einzubeziehen. Laut Medienberichten wären etwa Frankfurt–Dubai und Frankfurt–Istanbul betroffen, Frankfurt–Tokio aber nicht. Ankommende Flüge aus den USA und China blieben ganz außen vor. Kritiker sehen darin eine Klimapolitik, die vor allem die eigenen Anbieter belastet.
Belgien verliert eine Million Sitze, Deutschland steht am Pranger
In Belgien zieht Ryanair bereits Konsequenzen. Die Regierung von Premier Bart De Wever erhöht die Ticketsteuer um zwei auf sieben Euro. Daraufhin streicht die Airline eine Million Sitzplätze und 20 Strecken. Belgien, Frankreich und Deutschland seien nicht wettbewerbsfähig, sagte O'Leary. Die Bundesrepublik bezeichnete er sogar als hoffnungslos abgehängt.
Diese Kritik trifft einen wunden Punkt. Medienberichten zufolge kassiert der deutsche Fiskus für die meisten Europaflüge 13,03 Euro Luftverkehrsteuer pro Passagier, also fast doppelt so viel wie Belgien künftig. Hinzu kommen Gebühren für Flugsicherung und Luftsicherheit. Es überrascht daher kaum, dass Airlines ihre Maschinen lieber an Standorte mit niedrigeren Kosten verlegen. Den Preis dafür zahlen deutsche Flughäfen, Arbeitsplätze und Reisende.
Der Ölpreis-Schock kommt mit Verspätung
Bisher bekommen die Passagiere davon wenig mit. Ryanair hat den Treibstoff für dieses Jahr zu rund 67 Dollar pro Barrel abgesichert. Nach Euronews-Angaben rechnet O'Leary damit, dass sich dieser Preis nach dem Auslaufen der Verträge verdoppeln könnte. Wegen des Krieges im Nahen Osten und Angriffen auf Tanker war die Nordseesorte Brent zuletzt auf über 110 Dollar gestiegen.
Treibstoffzuschläge schließt O'Leary aus. Er rechnet aber damit, dass die Ticketpreise 2027 deutlich anziehen. Steigende Energiepreise, hohe Abgaben und immer mehr Bürokratie verteuern also den Alltag, und das Ersparte verliert an Kaufkraft. Viele Bürger stellen deshalb einen Teil ihres Vermögens auf eine breitere Basis. Physisches Gold und Silber können dabei als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio sinnvoll sein, weil sie keiner politischen Steuerung unterliegen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
Kostenloses Live-Webinar
Der Great Reset fürs Geldsystem
Was sich bis 2029 an Ihrem Geld ändert und was Sie vorher tun können.

PeterHahne
ErnstWolff
Dr.Brandenburg
Prof. Dr.Polleit
MichaelMross
OutdoorChiemgau
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













