Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
26.02.2026
16:29 Uhr

Nvidia liefert Rekordzahlen – doch die Wall Street gähnt nur noch

Es gibt Momente, in denen selbst herausragende Leistungen nicht mehr ausreichen. Der Chipgigant Nvidia hat erneut die Erwartungen der Analysten übertroffen – zum vierzehnten Mal in Folge. Doch die Reaktion der Börse? Ein müdes Schulterzucken. Die Aktie bewegte sich im nachbörslichen Handel kaum. Was einst euphorische Kurssprünge auslöste, wird mittlerweile als selbstverständlich hingenommen. Ein Phänomen, das nachdenklich stimmen sollte.

Zahlen, die beeindrucken – aber nicht mehr begeistern

Nvidia meldete für das Januarquartal einen Umsatzanstieg von satten 94 Prozent auf 68,13 Milliarden Dollar. Die Analysten hatten lediglich mit 66,21 Milliarden gerechnet. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag bei 1,62 Dollar – deutlich über den prognostizierten 1,53 Dollar. Für das laufende Quartal stellte CEO Jensen Huang einen Umsatz von rund 78 Milliarden Dollar in Aussicht, während der Markt nur 72,6 Milliarden erwartet hatte.

Doch all diese Zahlen verpufften regelrecht. „Das war ein guter Übertreffer, wie üblich bei Nvidia, aber es scheint, als wäre vieles davon bereits eingepreist gewesen", kommentierte Ken Mahoney, Geschäftsführer bei Mahoney Asset Management. Eine Einschätzung, die das Dilemma des wertvollsten Unternehmens der Welt auf den Punkt bringt: Wenn Exzellenz zur Routine wird, verliert sie ihren Glanz.

Wall Street fordert Geld zurück – Nvidia will weiter investieren

Besonders aufschlussreich war ein Moment während der Analystenkonferenz nach Veröffentlichung der Zahlen. UBS-Analyst Tim Arcuri stellte die Frage, die offenbar vielen Investoren auf der Seele brannte: Ob Nvidia nicht einen Teil der geschätzten 100 Milliarden Dollar, die das Unternehmen in diesem Jahr generieren dürfte, an die Aktionäre zurückgeben wolle. Seine Begründung war entwaffnend ehrlich: „Egal wie gut die Ergebnisse waren, die Aktie ist kaum gestiegen."

Die Antwort von Finanzchefin Colette Kress fiel diplomatisch, aber unmissverständlich aus: Nvidia wolle weiterhin massiv in das KI-Ökosystem investieren. Jensen Huang selbst unterstrich diese Haltung mit der Überzeugung, dass die von KI-Modellen erzeugte Rechenleistung das Fundament der künftigen Computertechnologie bilde. „Diese neue Art des Rechnens wird nicht wieder verschwinden", erklärte er mit der ihm eigenen Selbstgewissheit.

Die Frage nach der Nachhaltigkeit des KI-Booms

Für Anleger, die auf schnelle Kursgewinne hoffen, ist diese Strategie freilich eine Geduldsprobe. Nvidia sitzt auf einem Berg von Bargeld, investiert aber lieber in die Zukunft, statt die Aktionäre mit üppigen Ausschüttungen zu verwöhnen. Ob diese Strategie langfristig aufgeht, hängt maßgeblich davon ab, ob der KI-Investitionsboom der großen Technologiekonzerne anhält.

Und genau hier liefern die Zahlen durchaus Grund zur Zuversicht – zumindest auf den ersten Blick. Die sogenannten Hyperscaler, darunter Meta Platforms als einer der größten Nvidia-Kunden, haben für 2026 Investitionsausgaben von mindestens 630 Milliarden Dollar angekündigt, wobei der Löwenanteil in Rechenzentren und Prozessoren fließen soll. „Es ist klar, dass sich Bedenken über eine KI-Verlangsamung in Nvidias Zahlen und Prognosen schlicht nicht zeigen", konstatierte Bob O'Donnell von TECHnalysis Research.

Wachsende Konkurrenz und gefährliche Kundenkonzentration

Doch unter der glänzenden Oberfläche lauern Risiken, die kein noch so beeindruckendes Quartalsergebnis überdecken kann. Die Konkurrenz schläft nicht. AMD, der kleinere Rivale, wird noch in diesem Jahr einen neuen KI-Flaggschiff-Server vorstellen und hat bereits Verträge mit Nvidias wichtigsten Kunden abgeschlossen – darunter ausgerechnet Meta. Googles Mutterkonzern Alphabet entwickelt derweil eigene Chips namens TPUs und hat sich als ernstzunehmender Wettbewerber positioniert, unter anderem durch einen Deal mit dem Claude-Chatbot-Entwickler Anthropic.

Besonders alarmierend: Die großen Technologiekonzerne wenden sich zunehmend nach innen und entwickeln eigene Chips für ihre Rechenzentren. Ein Trend, der Nvidias Marktdominanz langfristig untergraben könnte. Bereits jetzt zeigt sich eine bedenkliche Kundenkonzentration. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2026 machten nur zwei Kunden bereits 36 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Im Vorjahr waren es immerhin noch drei Kunden, die zusammen 34 Prozent beisteuerten. Wenn einer dieser Großkunden abspringt oder verstärkt auf eigene Lösungen setzt, könnte das empfindliche Folgen haben.

China bleibt eine Blackbox

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist das China-Geschäft. Nvidia erklärte, dass die Prognose für das laufende Quartal keinerlei erwartete Umsätze aus dem Verkauf von Rechenzentrums-Chips an China beinhalte. Allerdings habe das Unternehmen in diesem Monat Lizenzen der US-Regierung erhalten, um „kleine Mengen" seiner H200-Chips an chinesische Kunden zu liefern. Diese Verkäufe waren zuvor durch Exportbeschränkungen der US-Regierung blockiert worden.

Die geopolitischen Spannungen zwischen Washington und Peking – verschärft durch die aggressive Zollpolitik von Präsident Trump mit 34 Prozent Aufschlägen auf chinesische Importe – machen das China-Geschäft zu einem unberechenbaren Faktor. Konkurrent AMD hat bereits Umsätze aus KI-Chip-Verkäufen nach China wieder in seine Prognosen aufgenommen, nachdem auch dort Exportlizenzen erteilt wurden. Ein Wettlauf um den lukrativen chinesischen Markt, dessen Ausgang völlig offen ist.

Der Kampf um die besten Köpfe treibt die Kosten

Bemerkenswert ist auch Nvidias Entscheidung, aktienbasierte Vergütungen künftig in die Non-GAAP-Kennzahlen einzubeziehen. Der Hintergrund: Die Technologiebranche liefert sich einen erbitterten Kampf um die besten KI-Ingenieure und Forscher. „Aktienbasierte Vergütung ist ein grundlegender Bestandteil von Nvidias Vergütungsprogramm, um erstklassige Talente zu gewinnen und zu halten", teilte das Unternehmen mit. Eine Formulierung, die kaum verhehlen kann, dass die Personalkosten in der KI-Branche regelrecht explodieren.

Was Anleger aus dem Nvidia-Hype lernen sollten

Die Geschichte von Nvidia ist symptomatisch für die Überhitzung an den Technologiemärkten. Ein Unternehmen, das seinen Umsatz nahezu verdoppelt und die Erwartungen übertrifft, wird mit einem Achselzucken quittiert. Das zeigt, wie fragil die Bewertungen im Technologiesektor geworden sind. Wenn selbst Rekordergebnisse nicht mehr für Kursgewinne reichen, stellt sich die Frage, wie viel Zukunftsphantasie bereits in den aktuellen Kursen steckt.

In Zeiten derart aufgeblähter Bewertungen und geopolitischer Unsicherheiten – von Trumps Zollkrieg über den andauernden Ukraine-Konflikt bis hin zu den jüngsten Eskalationen im Nahen Osten – sollten sich Anleger die Frage stellen, ob nicht ein Teil ihres Portfolios in physischen Edelmetallen besser aufgehoben wäre. Gold und Silber haben über Jahrtausende ihren Wert bewiesen, unabhängig davon, ob der nächste KI-Chip die Erwartungen übertrifft oder nicht. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie genau jene Stabilität, die Technologieaktien in ihrer Volatilität nicht liefern können.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen qualifizierten Finanzberater.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen