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Öl-Poker um Schwedt: Kasachstan bittet Moskau um die Druschba!

Öl-Poker um Schwedt: Kasachstan bittet Moskau um die Druschba!
Symbolbild: KI-generiert

Kasachstan will wieder Rohöl über die Druschba-Pipeline nach Deutschland pumpen. Energieminister Jerlan Akkenzhenov hat Russland offiziell um die Freigabe des Transits gebeten, das bestätigte er am Mittwoch in Astana. Ob die Lieferungen an die PCK-Raffinerie in Schwedt wieder anlaufen, entscheidet allein der Kreml.

Für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern geht es dabei um viel. Ein halbes Jahr nach dem Lieferstopp liegt das Schicksal einer zentralen deutschen Raffinerie damit erneut in Moskau.

Ein Antrag „unter vier Augen“

Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax habe Akkenzhenov den Antrag persönlich übergeben, und zwar unter vier Augen. Kasachstan sei technisch ohne Weiteres in der Lage, die Lieferungen wieder aufzunehmen. Nun warte man auf die Antwort der russischen Seite.

Ein Datum oder eine konkrete Liefermenge nannte der Minister nicht. Nach seinen Angaben geht die Initiative von Kasachstan aus. Selbstbewusst klingt das Land trotzdem: Für 2026 halte das Energieministerium an einer Förderung von 96 Millionen Tonnen fest, im kommenden Jahr könnten es rund 99 Millionen Tonnen werden.

Der Stopp vom 1. Mai: „Technische Gründe“

Seit dem 1. Mai fließt kein kasachisches Öl mehr über den nördlichen Strang der Druschba nach Deutschland. Moskau begründete das mit technischen Einschränkungen der Infrastruktur. Astana hatte Berichten zufolge zunächst nur aus inoffiziellen Quellen von dem Stopp erfahren. Kritiker sahen in der Begründung von Anfang an eher ein politisches Signal als ein Wartungsproblem.

Die Zahlen zeigen, was auf dem Spiel steht:

  • 2025: rund 2,1 Millionen Tonnen kasachisches Rohöl für Deutschland
  • Januar bis April 2026: 1,02 Millionen Tonnen
  • Ursprünglicher Plan für 2026: etwa drei Millionen Tonnen
  • Anteil am Bedarf in Schwedt: rund 20 bis 30 Prozent

Schwedt: Herzkammer der Ost-Versorgung

Die PCK-Raffinerie liefert Benzin, Diesel und Heizöl für große Teile Ostdeutschlands. Auch der Hauptstadtflughafen BER bekommt von dort seinen Flugkraftstoff. Seit Deutschland 2022 auf russisches Pipelineöl verzichtet hat, wird der Standort mit Notlösungen versorgt: Tanker legen in Rostock und im polnischen Gdańsk an, von dort fließt das Öl weiter nach Schwedt.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte nach dem Stopp erklärt, die Versorgung sei „voll gewährleistet“. Der polnische Betreiber Pern nannte eine mögliche Kapazität von rund zwei Millionen Tonnen pro Jahr über seine Leitungen. Ob diese Menge tatsächlich ausgeschöpft wurde, ist offen. Beruhigende Worte aus Berlin kennen die Bürger zur Genüge. Stabile Lieferketten sind etwas anderes.

Abhängig vom guten Willen des Kreml

Die Druschba, russisch für „Freundschaft“, ist mit rund 8900 Kilometern eines der größten Pipelinesysteme der Welt. Der Haken für Deutschland: Kasachstan speist sein Öl ins russische Netz ein. Ohne Zustimmung aus Moskau kommt kein Tropfen in Schwedt an. Den Namen der Leitung darf man vor diesem Hintergrund getrost als Ironie der Geschichte verstehen.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Medienberichten zufolge erst vor wenigen Wochen sein Interesse an kasachischem Öl bekräftigt, als Ersatz für das russische Öl, das Deutschland nicht mehr bezieht. Diese Strategie hat allerdings eine offensichtliche Schwachstelle, denn sie führt geografisch wieder durch Russland. Kasachstan hat seine Exporte nach dem Stopp zwar über das Kaspische Pipeline-Konsortium und russische Häfen umgeleitet. Deutschland bekam diese Mengen aber nicht automatisch.

Lehrstück für Versorgungssicherheit

Der Fall Schwedt zeigt, wie anfällig Lieferketten sind, über die am Ende andere entscheiden. Was für Rohöl gilt, gilt auch für Ersparnisse. Wer sein Vermögen gegen politische Launen und Krisen absichern will, setzt auf Werte, die von keiner Pipeline und keinem Transitland abhängen. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio genau diese Unabhängigkeit bieten.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen selbst die Verantwortung.

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