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Kettner Edelmetalle
14.09.2026
05:53 Uhr
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Öl-Schock an der Zapfsäule: Rast Diesel jetzt auf 3 Euro?

Öl-Schock an der Zapfsäule: Rast Diesel jetzt auf 3 Euro?
Symbolbild: KI-generiert

Der Nahost-Konflikt eskaliert – und die Rechnung landet an deutschen Tankstellen. Die Nordsee-Sorte Brent schloss am Freitag bei rund 105 Dollar je Barrel, am Montagmorgen waren es bereits über 107 Dollar. Auslöser sind Berichten zufolge neue Angriffe der Huthi-Miliz im Jemen auf wichtige Transportrouten für saudisches Öl.

Die Folgen spürt jeder Pendler sofort: Kosteten 50 Liter Diesel Anfang August noch etwa 108 Euro, waren es am Wochenende bis zu 120 Euro. Allein am Sonntag sprang der Dieselpreis dem Bericht zufolge binnen 20 Minuten von 2,40 auf 2,59 Euro je Liter.

150 Euro für eine Tankfüllung – das Horror-Szenario

ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski will einen Dieselpreis von 3 Euro je Liter nicht mehr ausschließen. Bleibe Öl längere Zeit über 110 Dollar je Barrel, komme diese Marke „leider gefährlich nahe". Beim Benzin wären dann rund 2,50 Euro fällig.

Im Klartext: 125 Euro für eine 50-Liter-Benzinfüllung, 150 Euro beim Diesel. Der bisherige bundesweite Diesel-Tagesrekord lag im April bei 2,45 Euro – gut 122 Euro für 50 Liter. Das 3-Euro-Szenario läge fast 28 Euro darüber.

Besonders brisant: Beim Diesel hängt Deutschland stärker am Tropf ausländischer Lieferanten als beim Benzin, zugleich ist raffinierter Diesel am Weltmarkt knapp. Super E10 lag am Samstag bundesweit bei rund 2,27 Euro, am Montagmorgen minimal darunter.

Politik im Krisenmodus: Preisdeckel oder Steuersenkung?

Mit den Preisen wächst der politische Druck. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) fordert einen staatlichen Spritpreisdeckel – einen Höchstpreis, den Tankstellen nicht überschreiten dürften. Medienberichten zufolge werden solche Rufe in der SPD derzeit lauter. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt das ab.

Brzeski verweist auf einen anderen Hebel: Steuersenkungen. Damit ließen sich auch die enormen Preisunterschiede zu Nachbarländern wie Polen verringern.

Und genau hier liegt der wunde Punkt, den viele Politiker gern übergehen: Ein erheblicher Teil des Preises an der Säule besteht aus Energiesteuer, CO2-Abgabe und Mehrwertsteuer. Steigt der Rohölpreis, steigt über die Mehrwertsteuer automatisch auch die Staatseinnahme mit. Der Fiskus ist bei jeder Preisexplosion stiller Gewinner.

Rakete rauf, Feder runter

Autofahrer kennen das Muster längst: Zieht der Ölpreis an, schießen Benzin und Diesel hoch wie eine Rakete. Fällt Öl, sinken die Preise gemächlich wie eine Feder. Der ADAC hat dafür den Begriff „Rakete-Feder-Prinzip" geprägt.

Sparen lässt sich vor allem über den Zeitpunkt. Der ADAC rät, kurz vor 12 Uhr zu tanken und Preise zu vergleichen. Beim Diesel betrug die Tagesspanne zuletzt 18,4 Cent – bei 50 Litern immerhin 9,20 Euro.

Was der Ölpreis über unser Geld verrät

Für viele Bürger ist der Zapfhahn das ehrlichste Konjunkturbarometer des Landes. Energiepreise schlagen mit Verzögerung auf Logistik, Lebensmittel und Handwerkerrechnungen durch – und damit auf die Kaufkraft jedes Haushalts.

Historisch haben sich in solchen Phasen geopolitischer Unsicherheit Sachwerte als stabilisierendes Element in breit gestreuten Vermögen bewährt. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten Anlegern seit Jahrhunderten als Absicherung gegen Inflation und Krisen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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