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29.10.2026
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Öl statt Sanktionen: Trump lockt Putin mit Milliarden-Deals!

Öl statt Sanktionen: Trump lockt Putin mit Milliarden-Deals!
Symbolbild: KI-generiert

Washington setzt im Ukraine-Krieg auf ein Rezept, das Brüssel bisher verschmäht hat: Geschäfte statt Strafen. Wie die Financial Times berichtet, verhandeln Vertreter der USA und Russlands bereits über gemeinsame Energieprojekte für die Zeit nach einem Friedensschluss. Ein Vertreter der US-Regierung habe die Gespräche bestätigt, alle Vereinbarungen seien aber an ein umfassendes Friedensabkommen gekoppelt.

Zuckerbrot nach 21 Peitschenhieben

Der Vorstoß kommt nach mehr als viereinhalb Jahren Krieg. Die EU hat inzwischen 21 Sanktionspakete beschlossen. Am 12. Oktober folgte die bislang größte Welle personenbezogener Strafmaßnahmen: Sie traf 826 russische Unternehmen und 743 Manager der Rüstungsindustrie.

Auf den europäischen Listen stehen mittlerweile fast 4600 Personen und Organisationen. Schon im Juli hatte Brüssel weitere Banken, Kryptobörsen und 41 Schiffe der sogenannten Schattenflotte ins Visier genommen. Und das Ergebnis? Moskau führt den Krieg weiter. Entscheidende Zugeständnisse am Verhandlungstisch hat die Sanktionspolitik bisher nicht gebracht.

Wie verfahren die Lage ist, zeigte US-Außenminister Marco Rubio Anfang Oktober in Lissabon. Er sprach von einer «gefährlichen Pattsituation». Die USA wollten zwar eine dauerhafte und faire Lösung, an aussichtslosen diplomatischen Verfahren werde man sich aber nicht beteiligen. Zugleich warnte er, eine weitere Eskalation könne auch Nato-Staaten in den Krieg hineinziehen.

Sachalin, Druschba, Nord Stream: Die Wunschliste

Was auf dem Tisch liegt, ist alles andere als Kleingeld. Laut dem Bericht geht es unter anderem um diese Projekte:

  • die Rückkehr amerikanischer Ölkonzerne zur Förderung vor der Pazifikinsel Sachalin
  • eine Beteiligung am Öltransport durch die Druschba-Pipeline
  • neue russische Gaslieferungen nach Europa über Nord Stream
  • ein gemeinsames Flüssiggasprojekt in Alaska sowie Geschäfte mit russischem Titan
  • der Verkauf von Auslandsvermögen des Ölkonzerns Lukoil

Trumps Sondergesandter Steve Witkoff soll solche Vorhaben persönlich mit Wladimir Putin besprochen haben. Kremlunterhändler Kirill Dmitrijew bezifferte das Potenzial der Zusammenarbeit auf sagenhafte 14 Billionen Dollar. Das ist allerdings eine spekulative Zahl und keine zugesagte Investitionssumme.

Pikant ist das Ganze trotzdem. Nach Beginn der Invasion 2022 zog sich ExxonMobil aus dem Sachalin-1-Projekt zurück. Die Nord-Stream-Röhren wurden im September 2022 durch Explosionen schwer beschädigt. Ausgerechnet über diese Pipeline soll nun womöglich wieder Gas fließen, wenn auch mit amerikanischer Beteiligung.

Europa am Katzentisch?

Mehrere Projekte sollen ohne direkte Beteiligung Kiews oder europäischer Regierungen besprochen worden sein. EU-Diplomaten lehnen Erleichterungen bei den Sanktionen vor Kriegsende ab. Eine Rückkehr russischer Energie nach Europa hinge allerdings ohnehin von europäischen Entscheidungen ab.

Für Deutschland ist das eine bittere Pointe. Die Bundesrepublik hat mit hohen Energiepreisen, schwächelnder Industrie und Milliardenhilfen einen gewaltigen Preis gezahlt. Jetzt droht ein Szenario, das Kritiker seit Langem befürchten: Die Amerikaner machen die Geschäfte, und die Europäer zahlen am Ende den Wiederaufbau der Ukraine. Hat Berlin vor lauter Moral die Realpolitik vergessen?

Abu Dhabi als nächste Etappe

Im November sollen die USA, Russland und die Ukraine in Abu Dhabi erneut verhandeln. Ob die Aussicht auf Profite den Kremlchef tatsächlich zum Einlenken bewegt, ist völlig offen. Klar ist nur: Washington hat neben den Sanktionen ein zweites Druckmittel ins Spiel gebracht, nämlich eine wirtschaftliche Zukunft nach dem Krieg.

Für Sparer zeigt die Episode einmal mehr, wie schnell sich geopolitische Bündnisse und Energieströme verschieben können. In solchen Phasen haben sich physisches Gold und Silber über Generationen als krisenfester Baustein bewährt, und zwar als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte eigenständig recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen selbst die Verantwortung.

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