
Orden statt Argumente: Selenskyj umwirbt Musk – Starlink bleibt tabu

Kiew greift zur Charme-Offensive: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Elon Musk per Präsidialdekret den Freiheitsorden verliehen – eine der höchsten Auszeichnungen des Landes. Veröffentlicht wurde das Dekret am Mittwoch. Begründung laut Dekret: Verdienste um den Schutz von Leben und Freiheit sowie um die ukrainisch-amerikanischen Beziehungen.
Musk selbst schwieg zunächst. Kein Foto, kein Post, keine Reaktion. Und genau darin liegt die eigentliche Nachricht.
Warum ein Satellitennetz ĂĽber Krieg und Frieden mitentscheidet
Starlink ist längst kein Internet-Angebot mehr, sondern ein strategischer Faktor. Das Satellitensystem von Musks Raumfahrtfirma SpaceX trägt einen erheblichen Teil der ukrainischen Militärkommunikation und wird auch bei Drohneneinsätzen genutzt.
Anfang Februar griff das Unternehmen zugunsten Kiews ein: Nicht registrierte Terminals in russisch kontrollierten Gebieten wurden abgeschaltet, freigeschaltet blieben nur Geräte mit Segen des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Ein privater Konzern zieht damit faktisch Grenzen auf einem Schlachtfeld – ein Vorgang, der in der Militärgeschichte kaum Vorbilder kennt.
Kiews eigentlicher Wunsch: Angriffe tief in Russland
Die Ukraine will mehr. Starlink soll nach dem Willen Kiews auch für Operationen auf russischem Staatsgebiet freigegeben werden, damit Drohnen und Raketen präziser gesteuert werden können. Medienberichten zufolge geht es vor allem darum, mobile Raketenwerfer auszuschalten, bevor sie feuern – ein ukrainischer Drohnenunternehmer soll das Ziel so beschrieben haben, man wolle statt der Pfeile die Bogenschützen treffen.
Musk aber bremst. Er halte einen solchen Einsatz für eine Eskalation, sagte Selenskyj am vergangenen Samstag – und schob hinterher:
«Aber vielleicht ändert er seine Meinung, wenn er weitere Argumente hört.»
Berichten zufolge soll Musk gegenüber ukrainischen Gesprächspartnern wiederholt gesagt haben, es sei Zeit für ein Abkommen. Selenskyj habe zudem in Washington bei US-Präsident Donald Trump vorgesprochen, um den Unternehmer umstimmen zu lassen; eine feste Zusage habe er nicht erhalten.
Blech gegen Bandbreite – ein ungleiches Tauschgeschäft
Der Freiheitsorden ging zuletzt an Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, den britischen Premierminister Andy Burnham und Litauens Präsidenten Gitanas Nauseda. Beobachter sehen darin ein Muster: Auszeichnungen als diplomatisches Schmiermittel.
Ob ein Orden einen der reichsten Männer der Welt bewegt, dessen Unternehmen Milliardenverträge mit dem Pentagon hält? Zweifel sind erlaubt. Aus Sicht unserer Redaktion offenbart die Episode vor allem eines: Die Handlungsfähigkeit Kiews hängt an Entscheidungen, die weder in Kiew noch in Brüssel und schon gar nicht in Berlin fallen.
Für deutsche Steuerzahler, die den größten europäischen Beitrag zur Unterstützung der Ukraine schultern, ist das eine unbequeme Erkenntnis. Politisches Gewicht erkauft man nicht mit Überweisungen – sondern mit eigener technologischer und industrieller Stärke, die Deutschland in Teilen verspielt hat.
Was das fĂĽr Anleger bedeutet
Jede Debatte über Angriffe tief in russisches Territorium erhöht das Eskalationsrisiko – und damit die Nervosität an den Märkten. Historisch hat sich in solchen Phasen gezeigt: Physisches Gold und Silber sind kein Renditeversprechen, aber ein bewährter Anker, wenn Papierwerte ins Rutschen geraten. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bleiben Edelmetalle deshalb eine nüchterne Überlegung wert.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser trifft Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.
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