
Palastrevolte in der CDU: Merz' früherer General fordert den Rücktritt!

Ausgerechnet der Mann, den Friedrich Merz selbst in die CDU-Parteizentrale geholt hatte, fordert jetzt seinen Abgang. Zwei Tage nach dem Wahldebakel in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hat Ex-Generalsekretär Mario Czaja im Sender Welt TV den Rücktritt des Kanzlers verlangt. Seine Begründung fällt vernichtend aus.
Ein Satz des alten Chefs – jetzt gegen ihn gewendet
Czaja griff zu einem rhetorischen Kniff, der sitzt. Er zitierte eine Lebensweisheit, die Merz selbst gern im Mund geführt haben soll, und richtete sie gegen ihn:
„Mein alter Chef pflegte immer zu sagen: ‚Es gibt keine zweite Chance für einen ersten schlechten Eindruck.‘ Und genau das trifft bei Friedrich Merz auch zu.“
Der Auftritt des Kanzlers am Wahlabend kurz nach 18 Uhr habe ihn „sprachlos zurückgelassen“, sagte der Berliner CDU-Politiker. Merz fehle es an „emotionaler Intelligenz, zu verstehen, was da gerade im Land passiert“. Die Parteibasis werde schon bald „mit den Füßen abstimmen“. Es sei an der Zeit, dass Merz den Platz frei mache.
Der Sonntag, an dem die CDU unter fünf Prozent fiel
Czajas Wut hat einen handfesten Hintergrund. Nach dem vorläufigen Ergebnis kommt die CDU in Mecklenburg-Vorpommern nur auf 4,9 Prozent. 2021 waren es noch 13,3 Prozent. Zum ersten Mal überhaupt wäre die Union damit in keinem Landesparlament mehr vertreten. Die AfD wurde dort mit 38,2 Prozent stärkste Kraft, vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.
Auch in der Hauptstadt setzte es eine Klatsche. Die bisher regierende CDU stürzte auf 18,8 Prozent ab und verlor fast zehn Punkte. Die Linke triumphierte mit 25,7 Prozent. Für eine Partei, die in Berlin den Regierenden Bürgermeister stellte, ist das ein Erdbeben.
Und Merz? Er trat laut Medienberichten schon kurz nach Schließung der Wahllokale vor die Kameras. Er sprach von einem Desaster – und kündigte trotzdem an, an seinen Ämtern und den geplanten Reformen festzuhalten. Seine Reise zur UN-Vollversammlung nach New York hatte er wegen der Wahlen abgesagt. Beobachter werten das Statement als Durchhalteparole. Die Frage ist nur: Wie lange trägt so eine Parole noch?
Vom Vertrauten zum Kritiker
Die Personalie hat Brisanz. Merz hatte Czaja Ende 2021 für sein Führungsteam nominiert, Anfang 2022 wurde er Generalsekretär. Nach rund eineinhalb Jahren wechselte Merz ihn im Juli 2023 wieder aus. Seitdem gilt das Verhältnis als abgekühlt. Schon im März 2026 hatte Czaja die Unionsfraktion öffentlich aufgefordert, die Verfassungsmäßigkeit des Bundeshaushalts per Organklage prüfen zu lassen.
Kritiker mögen einwenden, hier rechne ein Geschasster alte Rechnungen ab. Doch Czaja ist nicht allein. Medienberichten zufolge wächst der Unmut in der Partei bereits seit der als missglückt geltenden Kabinettsumbildung im Sommer.
Der Preis gebrochener Versprechen
Aus Sicht vieler Bürger kommt die Quittung nicht überraschend. Merz war mit dem Versprechen angetreten, solide zu haushalten und einen Politikwechsel einzuleiten. Geliefert hat seine Koalition mit der SPD unter anderem ein schuldenfinanziertes Sondervermögen von 500 Milliarden Euro. Die Zeche zahlen Steuerzahler und kommende Generationen. Wer so mit Vertrauen umgeht, muss sich über leere Wahlurnen in der eigenen Kurve nicht wundern.
Was jetzt passiert
Entscheidend dürfte nun sein, wie die Kreis- und Ortsverbände reagieren. Formell hält Merz beide Ämter, Kanzleramt und Parteivorsitz, fest in der Hand. Aber eine Partei, deren Basis sich abwendet, kann auch ein Kanzler nicht auf Dauer gegen ihren Willen führen.
Czajas Vorstoß ist womöglich nur der erste Riss in der Fassade. Ob daraus ein Einsturz wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen – vielleicht schneller, als es dem Kanzler lieb ist.
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik





















