
Pentagon im Umbruch: Trump-Regierung entfernt hochrangigen Militär vom Generalstab
Die personellen Säuberungen im amerikanischen Verteidigungsministerium gehen in die nächste Runde. Vizeadmiral Fred Kacher, erst im Dezember 2024 zum Direktor des Vereinigten Generalstabs ernannt, wurde nach nur wenigen Wochen im Amt von seinem Posten abberufen. Ein Vorgang, der in seiner Geschwindigkeit selbst für Washington ungewöhnlich ist – und der einmal mehr die Entschlossenheit der Trump-Administration unterstreicht, das Pentagon nach eigenen Vorstellungen umzubauen.
Ein Drei-Sterne-Admiral wird kaltgestellt
Die Position des Direktors des Joint Staff gilt als eine der einflussreichsten Drei-Sterne-Positionen im gesamten Pentagon. Wer diesen Posten bekleidet, unterstützt unmittelbar den Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs und hat damit direkten Zugang zu den höchsten militärischen Entscheidungsprozessen der Vereinigten Staaten. Nicht selten dient diese Funktion als Sprungbrett für noch höhere Kommandos. Dass Kacher nun nach so kurzer Zeit gehen muss, wirft Fragen auf.
Ein Sprecher des Generalstabs bestätigte lediglich, dass Kacher „in den Dienst" der US-Marine zurückkehren werde. Eine Begründung? Fehlanzeige. Eine der anonymen Quellen formulierte es diplomatisch: Er sei schlicht „nicht die richtige Besetzung" für den Posten gewesen. Was genau damit gemeint ist, bleibt im Nebel der Washingtoner Machtpolitik verborgen.
Beeindruckende Karriere – abruptes Ende
Dabei liest sich Kachers Lebenslauf wie das Bilderbuch eines amerikanischen Marineoffiziers. Der Vizeadmiral blickt auf eine lange Karriere als Überwasserkampfoffizier zurück, kommandierte unter anderem die in Japan stationierte Siebte Flotte der US-Marine und leitete die renommierte US Naval Academy. Er führte den Lenkwaffenzerstörer USS Stockdale und hält einen Masterabschluss der Harvard Kennedy School. All das schützte ihn offenbar nicht vor dem Zugriff einer Administration, die im Pentagon aufräumt wie selten eine zuvor.
Systematischer Umbau unter Verteidigungsminister Hegseth
Kachers Abberufung ist kein Einzelfall, sondern fügt sich nahtlos in ein Muster ein. Bereits zuvor hatte Verteidigungsminister Pete Hegseth den bisherigen Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, Luftwaffengeneral C.Q. Brown, entlassen – ein beispielloser Vorgang, der die militärische Führungsspitze der USA erschütterte. Auf allen Ebenen des Pentagon finden derzeit personelle Umwälzungen statt, die in ihrer Konsequenz an eine regelrechte Neuausrichtung des amerikanischen Militärapparats erinnern.
Man mag von Trumps Methoden halten, was man will – doch eines muss man der neuen Administration zugestehen: Sie handelt. Während in Deutschland die neue Große Koalition unter Friedrich Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen beschließt, das kommende Generationen mit Schulden belastet, ohne dass sich an der maroden Bundeswehr substanziell etwas ändert, baut Washington seine militärischen Strukturen konsequent um. Der Kontrast könnte kaum schärfer sein.
Eskalation im Nahen Osten als Hintergrund
Die personellen Veränderungen im Pentagon fallen in eine Zeit höchster geopolitischer Anspannung. Die US-Streitkräfte bereiten derzeit einen massiven Truppenaufbau im Nahen Osten vor, der potenziell Angriffe auf den Iran ermöglichen soll – sollte Präsident Trump den Befehl dazu erteilen. Am Donnerstag trafen sich Vertreter Irans und der USA in Genf zu Gesprächen über das iranische Atomprogramm. Washington bezeichnete diese Verhandlungen als entscheidend, um einen Konflikt abzuwenden.
Trump selbst hatte in seiner Rede zur Lage der Nation am Dienstag die Spannungen mit dem Iran kurz angesprochen. Seine Präferenz liege bei einer diplomatischen Lösung, so der Präsident. Doch er werde unter keinen Umständen zulassen, dass Teheran in den Besitz einer Atomwaffe gelange. Worte, die angesichts der jüngsten Eskalation im Juni 2025 – als Israel iranische Atomanlagen angriff und der Iran mit Raketen antwortete – eine ganz neue Schwere bekommen.
Ein Pentagon, das sich neu erfindet
Was in Washington derzeit geschieht, ist mehr als bloße Personalpolitik. Es ist der Versuch einer fundamentalen Neuausrichtung des mächtigsten Militärapparats der Welt. Ob die schnellen Personalwechsel die Schlagkraft der US-Streitkräfte stärken oder schwächen, darüber gehen die Meinungen auseinander. Fest steht: Die Trump-Administration duldet keinen Widerspruch in den eigenen Reihen. Wer nicht passt, wird ausgetauscht – ungeachtet von Verdiensten, Harvard-Abschlüssen oder jahrzehntelanger Erfahrung. Eine Lektion, die man sich auch in der Berliner Verteidigungspolitik zu Herzen nehmen könnte, wo Inkompetenz und ideologische Verblendung allzu oft mit Beförderung belohnt werden.
- Themen:
- #CDU-CSU

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











