
Polizeigewerkschaft fordert Lichtbild auf dem Deutschlandticket – ein Symptom der Sicherheitskrise
Es ist ein bezeichnendes Armutszeugnis für den Zustand der öffentlichen Sicherheit in Deutschland: Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützt nun einen Vorstoß des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer (SPD), das Deutschlandticket künftig bundesweit einheitlich mit einem Lichtbild zu versehen. Was auf den ersten Blick wie eine banale Verwaltungsmaßnahme klingt, offenbart bei genauerem Hinsehen die tiefen Risse im deutschen Sicherheitsgefüge.
Wenn ein Fahrschein zur Gefahrenquelle wird
GdP-Chef für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, schilderte gegenüber der „Rheinischen Post" ein erschreckendes Bild des Alltags in deutschen Zügen. Der simple Abgleich eines Tickets mit einem Identitätsdokument führe bei vielen Reisenden zu Unverständnis, verbaler Eskalation und sogar körperlichen Auseinandersetzungen. Zugbegleiter – Menschen, die eigentlich nur ihren Job machen – werden bedroht und angegriffen, weil sie es wagen, nach einem Ausweis zu fragen. In was für einem Land leben wir eigentlich, wenn selbst eine Fahrkartenkontrolle zum Sicherheitsrisiko wird?
Roßkopf betonte, dass in solchen Fällen regelmäßig Kollegen der Bundespolizei hinzugezogen werden müssten, um den Personenabgleich durchzuführen. Polizeibeamte als Hilfsschaffner – so sieht also die Realität im deutschen Nahverkehr aus. Ein Lichtbild auf dem Ticket würde diesen Abgleich ersparen und damit eine Quelle permanenter Konflikte beseitigen, so die Argumentation.
Symptombekämpfung statt Ursachenforschung
Die Personalisierung von Abo-Fahrkarten sei „sinnvoll", erklärte Roßkopf. Dem ist grundsätzlich nicht zu widersprechen. Doch man muss die Frage stellen, ob hier nicht wieder einmal an Symptomen herumgedoktert wird, anstatt die eigentlichen Probleme anzupacken. Dass Zugbegleiter in Deutschland um ihre körperliche Unversehrtheit fürchten müssen, ist kein Fahrkarten-Problem – es ist ein Gesellschaftsproblem.
Die Kriminalität in deutschen Zügen und an Bahnhöfen hat in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. Die Bundespolizei verzeichnet seit Jahren steigende Einsatzzahlen im Bahnbereich. Messerattacken, Übergriffe auf Bahnpersonal, Schwarzfahrer, die bei Kontrollen ausrasten – all das gehört mittlerweile zum traurigen Alltag. Und während die Politik über Passbilder auf Plastikkarten debattiert, fehlt es an den entscheidenden Stellen: an ausreichend Polizeipräsenz, an konsequenter Strafverfolgung und an einer Migrationspolitik, die den Sicherheitsinteressen der Bürger Rechnung trägt.
Ein Tropfen auf den heißen Stein
Natürlich ist ein Lichtbild auf dem Deutschlandticket eine pragmatische Maßnahme, die den Alltag von Zugbegleitern erleichtern könnte. Doch sie darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Deutschland ein fundamentales Sicherheitsproblem hat, das weit über den Nahverkehr hinausreicht. Die zunehmende Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft, die Verrohung im öffentlichen Raum und die Überlastung der Polizei sind Folgen einer jahrelangen politischen Fehlsteuerung, die nicht mit einem Passfoto auf einer Fahrkarte gelöst werden kann.
Es bleibt zu hoffen, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hier mehr als nur kosmetische Korrekturen vornimmt. Die Bürger dieses Landes haben ein Recht darauf, sich in Zügen, an Bahnhöfen und im gesamten öffentlichen Raum sicher zu fühlen. Dass dies im Jahr 2025 keine Selbstverständlichkeit mehr ist, sollte jedem Verantwortlichen in Berlin zu denken geben.

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