
Pulverfass Persischer Golf: Iran stellt Washington und Tel Aviv vor vollendete Tatsachen
Die geopolitische Lage im Nahen Osten spitzt sich in einer Weise zu, die Europa – und insbesondere Deutschland – in eine Krise stürzen könnte, deren Ausmaß die meisten Bürger noch gar nicht erahnen. Der Iran hat offenbar eine strategische Entscheidung getroffen, die das bisherige Kräfteverhältnis in der Region grundlegend verschiebt. Und während sich die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz noch in den Koalitionsvertrag einliest, braut sich am Persischen Golf ein Sturm zusammen, der die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft endgültig in die Knie zwingen könnte.
Teherans unmissverständliche Botschaft
Der ehemalige britische Diplomat und Geheimdienstoffizier Alastair Crooke beschreibt in einer Analyse einen bemerkenswerten Paradigmenwechsel: In den vergangenen Wochen habe der Iran gleich zwei Angebote – eines aus Washington, eines aus Tel Aviv – kategorisch zurückgewiesen. Die USA hätten ein Szenario eines „begrenzten Angriffs" mit anschließender symbolischer iranischer Reaktion vorgeschlagen. Teheran habe dies brüsk abgelehnt und klargestellt, dass jeder Angriff als Beginn eines umfassenden Krieges gewertet würde.
Noch bemerkenswerter sei die Reaktion auf Israels Versuch, sich über Mittelsmänner aus der Schusslinie zu nehmen. Jerusalem habe signalisiert, sich nicht an einem amerikanischen Angriff beteiligen zu wollen, und darum gebeten, israelisches Territorium zu verschonen. Die Antwort aus Teheran war von schneidender Klarheit: Im Falle eines Militärschlags werde Israel direkt angegriffen. Punkt.
Darüber hinaus habe der Iran den Nachbarstaaten in der Region unmissverständlich mitgeteilt, dass jede Nutzung ihres Territoriums oder Luftraums für Angriffe als Beihilfe gewertet und entsprechend beantwortet werde. Eine Drohung, die in Riad, Abu Dhabi und Doha zweifellos für schlaflose Nächte sorgen dürfte.
Netanyahu bettelt in Washington – und geht mit leeren Händen
Vor diesem Hintergrund reiste Benjamin Netanyahu Mitte Februar zum mittlerweile siebten Mal seit Trumps Amtsantritt nach Washington. Zweieinhalb Stunden hinter verschlossenen Türen – und das Ergebnis? Praktisch nichts. Trump selbst postete lakonisch, es sei „nichts Definitives" erreicht worden. Der israelische Premierminister sei mit „maximalistischen Forderungen" angereist: Beschränkungen der iranischen Raketenprogramme, ein Ende der Unterstützung für Hisbollah und Hamas, das volle Programm eben.
Doch Trumps Prioritäten scheinen anders gelagert. Der US-Präsident bevorzuge offenbar ein Abkommen, das sich auf die Nuklearfrage konzentriert – ohne die für Israel existenziellen Fragen der Stellvertretergruppen und ballistischen Raketen zu adressieren. Netanyahus schlimmster Albtraum: Ein Deal über seinen Kopf hinweg. Die Ironie der Geschichte will es, dass ausgerechnet der als Israel-freundlichster US-Präsident aller Zeiten gehandelte Trump dem jüdischen Staat möglicherweise den größten diplomatischen Schaden zufügt.
Verhandlungen in Oman: Muskeln zeigen am Verhandlungstisch
Anfang Februar fanden in Muscat indirekte Gespräche zwischen Washington und Teheran statt. Irans Außenminister Abbas Araghchi bezeichnete die Gespräche als „einen guten Start". Doch die Symbolik sprach eine andere Sprache: Erstmals nahm der oberste US-Militärkommandeur im Nahen Osten, Marine-Admiral Brad Cooper, in voller Dienstuniform am Verhandlungstisch Platz. Eine kaum verhüllte Erinnerung daran, dass der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln vor der iranischen Küste kreuzt.
Der Iran ließ sich davon offenkundig nicht beeindrucken. Araghchi verwies auf das „Klima des Misstrauens" nach den US-Militärangriffen auf iranische Nuklearanlagen im vergangenen Juni und stellte klar: Die Raketenfrage und andere Verteidigungsangelegenheiten seien „in keiner Weise verhandelbar – weder jetzt noch zu irgendeinem Zeitpunkt in der Zukunft". Selbst ein Vermittlungsvorschlag Ägyptens, der Türkei und Katars – dreijähriger Anreicherungsstopp, Ausfuhr hochangereicherten Urans, Verzicht auf den Einsatz ballistischer Raketen – wurde von Teheran in seinen Kernpunkten zurückgewiesen.
Die militärische Realität: Kein Spaziergang für Washington
Der Militäranalyst Scott Ritter argumentiert, dass der Iran heute weitaus stärker sei als noch vor einem Jahrzehnt. Das Raketenprogramm sei deutlich fortgeschrittener und präziser geworden. Ein militärischer Konflikt könnte sich rasend schnell auf mehrere Fronten gleichzeitig ausweiten. Im Falle eines amerikanischen Angriffs auf iranische Nuklearanlagen drohe ein beispielloser Raketenangriff auf die Al-Udeid Air Base in Katar – den wichtigsten US-Luftwaffenstützpunkt in der Region.
Hinzu kommt die Nachschubfrage, die Washington erhebliche Kopfschmerzen bereiten dürfte. Während die USA ihren Nachschub über tausende Kilometer Luft- und Seeweg organisieren müssten, verfügt der Iran über Landverbindungen nach China – über die Schienen- und Straßenrouten der „Neuen Seidenstraße" durch Zentralasien. Von Xi'an über Kasachstan und Turkmenistan direkt nach Teheran. China plane zudem den Bau einer Autobahn über Afghanistan in den Iran. In einem Abnutzungskrieg – und genau darauf scheint Teheran zu setzen – wäre dies ein entscheidender logistischer Vorteil.
Europa in der Falle: Energiekrise 2.0 droht
Und hier wird es für uns Deutsche richtig unangenehm. Denn sollte es tatsächlich zum Showdown kommen, stünde Europa vor einer Energiekrise, gegen die der Winter 2022 wie ein laues Lüftchen wirken könnte. Mehr als ein Fünftel des weltweiten Öls fließt durch die Straße von Hormus. Eine Blockade oder auch nur eine Störung dieser Handelsroute würde die Energiepreise in Sphären katapultieren, die wir uns heute kaum vorstellen können.
Deutschland hat sich – man kann es nicht oft genug wiederholen – systematisch von seinen Energiealternativen abgeschnitten. Die russischen Gaslieferungen? Gekappt. Nord Stream? Gesprengt und bis heute nicht aufgeklärt. Kernkraftwerke? Abgeschaltet. Jeder Firmenchef, der sein Unternehmen in eine derart einseitige Abhängigkeit geführt hätte, wäre vom Aufsichtsrat hochkant gefeuert worden. Doch in der Politik gelten offenbar andere Regeln.
Die bedingungslose Unterstützung israelischer Militäroperationen durch Berlin hat Deutschland in eine politische, ethische und moralische Sackgasse manövriert, aus der es keinen eleganten Ausweg gibt.
Die politischen Parteien im Bundestag stehen förmlich im Wettbewerb, wer der beste Israel-Freund sei. Was in normalen Zeiten als diplomatische Selbstverständlichkeit durchgehen mag, könnte sich im Falle einer regionalen Eskalation als fatale Einbahnstraße erweisen. Denn wenn die Energiemärkte kollabieren, Ölförder- und Transportanlagen zerstört werden und Handelsrouten blockiert sind, wird der deutsche Bürger die Rechnung bezahlen – mit explodierenden Heizkosten, Produktionsausfällen und einer Wirtschaftskrise historischen Ausmaßes.
Die USA als lachender Dritter
Und wer profitiert am Ende? Wie so oft: Washington. Die USA verfügen über eigene Energiereserven und können jede europäische Krise nutzen, um weitere Industrieunternehmen über den Atlantik zu locken. Die Deindustrialisierung Deutschlands, die bereits in vollem Gange ist, würde sich dramatisch beschleunigen. Statt eines Adenauer, der deutsche Interessen mit diplomatischem Geschick zu wahren wusste, sitzt heute ein Kanzler im Amt, dessen berufliche Vergangenheit bei der größten Investmentgesellschaft der Welt zumindest Fragen aufwirft, wo seine wahren Loyalitäten liegen.
Die Parallelen zur Energiekrise nach dem Ukraine-Krieg sind frappierend – nur dass diesmal die Dimensionen um ein Vielfaches größer sein könnten. Deutschland braucht dringend eine außenpolitische Emanzipation, eine Rückbesinnung auf nationale Interessen und eine Energiepolitik, die diesen Namen verdient. Stattdessen stolpert die Große Koalition mit ihrem 500-Milliarden-Sondervermögen von einer Schuldenorgie in die nächste, während am Persischen Golf die Lunte brennt.
Gold als Krisenwährung aktueller denn je
In Zeiten derartiger geopolitischer Unsicherheit zeigt sich einmal mehr der zeitlose Wert physischer Edelmetalle. Wenn Energiepreise explodieren, Währungen unter Druck geraten und ganze Volkswirtschaften ins Wanken kommen, erweist sich Gold als das, was es seit Jahrtausenden ist: der ultimative Wertspeicher. Wer sein Vermögen nicht den Launen einer zunehmend unberechenbaren Weltpolitik ausliefern möchte, sollte physische Edelmetalle als unverzichtbaren Bestandteil eines breit gestreuten Portfolios in Betracht ziehen.
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